Ausgabe 
12.11.1845
 
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nenleer, während unſer wuͤrdiger Geiſtlicher uͤber Joel 1, 12 die Freude der Menſchen iſt zum Jammer worden, eine tief ergreifende Grabrede hielt.

So hatten alſo die beiden Freunde Rühl und Maul, wie eins in Sinn und Beruf, einerlei Schickſal im Leben und Tod. Im Himmel haben ſie ſich wieder gefunden, und nichts wird dort ſtöͤren, unwandelbarer Freundſchaft zu leben. In unſerm Dorfe aber wird man ſich ihrer noch lange, wenn auch nicht ohne Wehmuth, doch gern und mit Liebe erinnern.

Beyenheim den 28. Okt. 1845. ck

Sie ds geri ch.

In Nr. 85. dieſes Blattes wurden der Schiedsgerichte in Wetterfeld, Bleichenbach und Ginsheim erwähnt und gewiß iſt bei manchem Leſer der Wunſch rege geworden, daß auch in ſeiner Gemeinde ein ſolches ins Leben gerufen werden möchte. Daß man auch in andern Gegenden Deutſch lands gleiche Wünſche hegt und ſie zu verwirklichen ſucht, möchte folgende Mittheilung eines norddeutſchen Blattes (Eiſenbahn-) beweiſen.

Das Städtchen Elſterberg im ſäͤchſiſchen Voigtland hat den diesjaͤhrigen Konſtitutionstag gefeiert durch die Vereinigung ſeiner beſten Bürger, ihre Rechtshändel fortan vor einem freiwilligen Schiedsgericht ausgleichen zu wol len. Mit der ſteigenden Aufklärung muß auch die Erkennt niß wachſen, wie dabei das Recht und die Billigkeit und das Intereſſe aller Partheien ungleich beſſer bewahrt iſt, als bei unſerm papiernen Rechtsweſen, das wie ein Alp auf alle Zuſtände drückt und in den uͤberaus meiſten Nechts fällen des alltäglichen Lebens eine rechtliche Ausgleichung nicht nur unendlich erſchwert, ſondern ſie geradezu unmög lich macht, weil die Brühe ſtets mehr koſtet, als der Braten, Zeit und Aerger ungerechnet.

Mannigfaltiges

Abſurd. Was iſt abſurd? Darauf antwortet ein Ungenannter: Abſurd iſt, Geld im Spiel verlieren und ſich darüber erboßen den Verleger einer neuen Zeitſchrift nach der Zahl der Abonnenten fragen erwarten, daß ein Redakteur mit umgehender Poſt antworte einen Gaſt wirth fragen, ob er guten Wein habe überall verſtoßen und ſich wundern, daß Einen Niemand will ſich des Abends betrinken und am nächſten Morgen über Katzen jammer lärmen im Oktober zu Hauſe vor Kälte klappern, weil man erſt im November einheizen will annehmen, daß Recenſentenvon den Büchern, die ſie loben oder tadeln, mehr als das Titelblatt geleſen haben Jemand für fromm halten, weil er jeden Sonntag in die Kirche geht ſeine eigenen Geheimniſſe ausplaudern und vermuthen, daß andere ſie bewahren werden Jemand gefällig ſein und auf Dank barkeit rechnen Einen Dieb ohne Zehrgeld aus dem Ge fängniſſe entlaſſen und ihm aufgeben, ſich ehrlich zu ernäh ren Etwas fur wohlfeil halten, weil es wenig koſtet Jemand öffentlich ſchlecht machen, um ihn zu beſſern gegen ſeine Geliebte die Schönheit ihrer Freundin ruͤhmen fünfzig Jahr alt ſein und zweifeln, daß alle dieſe und noch vielmehr abſurde Dinge geſchehen.

357.

Kirchenbuchs-Auszug vom Oktober 1845.

Grünberg. f Getraute:

5. Georg Karl Friedrich Alexander von Berg, des weiland Georg Friedrich von Berg, Lieutenants unter dem Fürſtl. Solms-Lichiſchen Contingent, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Kaufmann dahier, und Anng Eli⸗ ſabethe Dorothea Schmidt, geb. Bott, des weiland Johannes Schmidt, Actuariatsgehülfen zu Gießen, hinterlaſſene Wittwe.

12. Johann Konrad Haarz, des weiland Johann Konrad Haarz, Bürgers und Schuhmachers dahier, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Taglöhner dahier, und Anna Eliſa Seim, des Heinrich Seim, Ortsbürgers und Taglöhners zu Sellnrod, eheliche ledige Tochter.

12. Johannes Spuck, des Johann Balthaſer Spuck, herr ſchaftlichen Schäfers zu Laubach, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Schuhmachermeiſter daſelbſt, und Maͤrga retha Katharina Böß, des Johann Heinrich Böß, Bür gers und Leinwebermeiſters dahier, eheliche ledige Tochter.

16. Joh. Jonas Frank, des Ernſt Frank, Bürgers und Schuhmachermeiſters dahier, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Schuhmachermeiſter dahier, und Maria Eliſabetha Lotz, des Heinrich Lotz, Bürgers und Acker manns zu Allendorf an der Lumda, eheliche ledige Tochter.

19. Chriſtian Birkenſtock, des Johannes Birkenſtock, Orts- bürgers zu Weikartshain, ehelicher lediger Sohn, Bür ger und Leinwebermeiſter dahier, und Anna Eliſabethe Port, des Michael Port, Bürgers und Taglöhners dahier, eheliche ledige Tochter.

Getaufte:

5. Dem Bürger und Kaufmann Auguſt Peppler ein Sohn, Franz Friedrich Ernſt Jonathan Guſtav, geb. den 1. September.

12. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Peter Ludwig Füßler ein Sohn, Ludwig, geb. den 18. September.

19. Dem Bürger und Drechslermeiſter David Roth Zwil lingskinder, Georg Heinrich und Karl, geb. den 23. September.

19. Dem Bürger und Kuhhirten Johannes Müller ein Sohn, Konrad, geb. den 2. October.

26. Dem Bürger und Metzgermeiſter Johann Kaspar Zöck ler ein Sohn, Georg Auguſt, geb. den 29. Septbr.

26. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Joh. Konrad Kreuder ein Sohn, Ludwig, geb. den 11. Oktober.

26. Ein unehelicher Sohn, Heinrich Friedrich, geb. den 12. October.

Beerdigte:

5. Mathilde Steinberger, geb. Snell, Ehefrau des Großh. zweiten Stadtpfarrers Friedrich Karl Steinberger da hier, alt 32 Jahre, 3 Monate und 13 Tage, k den 2. October.

6. Eliſabetha Seipp, Ehefrau des Daniel Seipp, Zieg lers dahier, alt 39 Jahre, 8 Monate und 6 Tage, 7 den 4. October.

8. Karl Bindewald, der Katharina Bindewald unehelicher Sohn, alt 5 Monate, 1 den 5. October.

12. Barbara Eliſabetha Sudheimer, des Gr. Landgerichts dieners Georg Peter Sudheimer Ehefrau, alt 60 Jahre, 11 Monate und 27 Tage, 1 ü den 10. October.

23. Chriſtian Höhle, Grßh. Poſtillon, alt 48 Jahre, 1 den 21. October.