—
„ 50.
Leiche die Verweſung ein, und der tiefbetrübte Wittwer konnte die gewünſchte Beerdigung ſeiner Frau auf keine Weiſe erlangen, als daß er von ſeinem evangeliſch⸗proteſtan⸗ tiſchen Glauben abftel und katholiſch wurde). Darum laß dich bei Zeiten warnen, evangeliſch-proteſtan⸗ tiſcher Chriſt, ehe du unter dieſen Druck kom mſt um deines Glaubens willen! Dort iſt es zu ſpät. W.
A Der Landwirth und die landwirthſchaftliche Zeitung.
Einſender dieſes iſt zwar ſelbſt kein Landwirth und es ſteht ihm darum auch kein Urtheil zu weder über die ökono— miſch⸗wiſſenſchaftliche Bedeutung der landwirthſchaftlichen Zeitung, noch über den Nutzen, den die ackerbautreibende Klaſſe aus dem Leſen derſelben ſchöpfen kann. Von vorn herein aber läßt es ſich annehmen, daß die landwirthſchaft⸗ liche Zeitung ihre Aufgabe— die Induſtrie des Ackerbaus möglichſt zu heben und zu befördern— auf eine der Aner⸗ kennung würdige Weiſe löſen werde, denn einmal hat der Ackerbau bekanntlich in unſerm Lande, wenigſtens in einzel⸗ nen Gegenden, bereits eine ſehr hohe Stufe erreicht, die Mitarbeiter genannter Zeitſchrift werden alſo in der Regel erfahrene Männer ſein, zweitens iſt die Sichtung des Stoffs und die Herausgabe des Blattes ſelbſt in den Händen eines Mannes, deſſen Name über die Grenzen unſeres Großher⸗ zogthums hinaus rühmwlichſt bekannt iſt, des Oekonomieraths Dr. Zeller, es wird alſo etwas Irriges oder gar Falſches gar keine Aufnahme finden können und drittens wird die Zeitſchrift herausgegeben unter der Aufſicht der Höchſten Staatsbehörde; dieſelbe hat auch befohlen, daß aus jeder Gemeindekaſſe ein Exemplar angeſchafft werden müſſe, um dadurch zu ihrer Verbreitung alles Mögliche beizutragen, was gewiß nicht geſchehen wäre, wenn man Höchſten Orts nicht die wohlbegründete Ueberzeugung hätte, daß jeder Land wirth aus der landwirthſchaftlichen Zeitung vieles für ſeine Berufsthätigkeit Nützliche erlernen könne, ja daß ſie ihm faſt ganz unentbehrlich ſei.
Kommt der Einſender nun neulich einmal zu einem Landwirth in Geſchäften und findet auf deſſen Tiſche liegen ein Nummer der landwirthſchaftlichen Zeitung. Um nach abgemachtem Geſchaͤfte mit dem Manne noch Etwas zu reden, frage ich ihn: ob er die Zeitſchrift aus eigenen Mit⸗ teln halte? Nein, war die Antwort, der Buͤrgermeiſter, mein Vetter, ſchickt ſie mir, aber— ich leſe ſie nicht. Wie? rief ich verwundert, Sie, ein Landwirth, leſen die Zeitung nicht, in der Ihr Beruf eine ſo allſeitige Beſprechung findet? Nein, entgegnete er, ich leſe ſie nicht; da hätt' ich viel zu thun, wenn ich all das Geſchreibſel leſen müßt', das die Stuben— hocker da drucken laſſen. Was können die mir ſagen? ich
) Vir wären proteſtantiſch geblieben und hätten die Todte in aller Stille begraben laſſen. Wo ein Menſch den Todtenſchlaf ſchläft, iſt ein heiliger Ort. Die Red.
2
muß beſſer wiſſen, wie ich meinen Acker zu beſtellen habe wie die, denn ich bin von Jugend auf dabei und weiß, was ſich gehört und die— die haben vielleicht ihr Lebtag noch keine Furche geackert.— Ich machte noch mancherlei Einwendungen, aber ich konnte meinen Mann nicht auf andere Gedanken bringen. Später erzählte ich den Vorfall einem auf dem Lande wohnenden Bekannten und hörte von demſelben, daß ſo, wie mein Mann, gar viele Landwirthe über die landwirthſchaftliche Zeitung dachten und ſprächen. Dieß veranlaßte mich, die Sache der Oeffentlichkeit zu über⸗ geben und indem ich dieß hiermit gethan habe, frage ich nur noch: iſt es denn— wenn wirklich Viele in der oben an⸗ gegebenen Weiſe räſonniren— iſt es denn nur möglich, daß irgend eine den Ackerbau betreffende Verbeſſerung all⸗ gemein durchdringt? nur möglich, daß die Landwirthſchaft fort und fort auch in unſern Gegenden ſich hebt? nur möͤg⸗ lich, daß der alte Schlendrian beſeitigt wird? oder gibt's in der Landwirthſchaft keinen Schlendrian?——
Geſinde⸗ Prämien.
Die verehrlichen Mitglieder des hieſigen Hülfsvereins erlaubt ſich das unterzeichnete, dazu beauftragte Ausſchußmitglied andurch zu erinnern, daß die Zeit zur ſtatutenmäßigen Vertheilung der Geſindeprämien wiederum herannaht. Dienſtherrſchaften, welche ſolche für ihre Dienſtboͤten in Anſpruch zu nehmen geſonnen ſind, müſſen entweder jenem Vereine ſeit mindeſtens zwei Jahren als Mitglieder angehören, oder doch zu ſeiner Kaſſe bereits eine Beitragsſumme von 8 fl. eingezahlt; Dienſt⸗ boten dagegen, für welche die Prämie nachgeſucht wird, müſſen bei einem Mitgliede des Hülfsvereins wenigſtens fünf Jahre lang ohne Unter brechung treu und redlich gedient haben.
Friedberg den 8. Februar 1845. Dr. Sell.
Fur die armen Felsberger
find eingegangen: von den hieſigen Handwerksgeſellen, geſammelt bei einem Mittageſſen am 3. Februar durch W. Schmitt 1 fl. 45 kr.; durch die Redaction des Büdinger Anzeigeblattes 4 fl. 9 kr.; zuſammen 5 fl. 54 kr., deren Empfang ich den gütigen Gebern mit herzlichem Danke beſcheinige. Friedberg am 8. Februar 1845. L. Matthias, Caſſier.
Kirchenbuchs⸗Auszug vom Januar 1845. Grünberg. Getraute:
Johannes Chriſt, Bürger und Gaſtwirth dahier, des Johann Kaspar Chriſt, geweſenen Bürgers und Schuh⸗ machermeiſters dahier, ehelicher hinterlaſſener Sohn und Anna Maria Schwing, des Peter Schwing, Ortsbür⸗ gers und Gaſtwirths zu Burggemünden, Kr. Alsfeld, eheliche Tochter.
1
Getaufte:
18. Dem hieſigen Bürger und Rathsdiener Joh. Georg Gravelius eine Tochter, Karolina, geb. den 29. Dez. 1844.
26. Ein unehelicher Sohn, Johann Georg, geb. den 9. Jan.
26. Dem hieſigen Bürger und Rothgerbermeiſter Johann Heinrich Heß eine Tochter, Adelheid, geb. den 6. Jan.
3 Haubel
(13) 7 dag um
pause nat gehörende berſtelger!
G 3) Pag. J AKla
*
Ph rie Friedb
vorbehalt t nunm 18. d. M
M Gr. 9


