Ausgabe 
9.4.1845
 
Einzelbild herunterladen

etreibt, und der mit ſeiner Ehre längſt ſchon quitt geworden iſt, daher er auch gewöhnlich Verachtung für ſeine dargereichten Papiere empfängt.

Es wäre daher hoch Zeit, daß da die Ehre und Achtung bei der Menſchheit kein Verbot mehr abgibt ſolcher Bettelei, die unter dem Scheine des Anſtandes ge ſchieht, nachdrücklich geſteuert und ſolchen Subjekten, wie F. eines iſt, ein Etabliſſement angewieſen würde, wo man mit ſtillem Weſen arbeitet und ſein eigenes Brod ißt(2 Theſſ. 3, 12.), nicht aber gutmüthige Leute hinter geht und im eigentlichen Sinne beſtiehlt.

Grimm.

Zur Erheiterung.

Der Canonicus Gleim war ein abgeſagter Feind aller Reime auf ſeinen Namen. In einer Geſellſchaft meh rerer Halberſtädter, in welcher ſich auch der Bürgermeiſter S. aus N. befand, wurden aus dem Stegreif Verſe gemacht. Der Bürgermeiſter S. nahm ein gefülltes Glas und begann:

Hoch lebe der Vater Gleim! Er iſt der Freundſchaft Leim. Gleim fiel ihm ſogleich ins Wort und ſetzte hinzu: Und der Herr Bürgermeiſter! Er iſt der Freundſchaft Kleiſter!

* **

Ein junger, vorlauter Halbgelehrter fragte ſpöttiſch in Gegenwart einer zahlreichen Tiſchgeſellſchaft einen würdigen Schauspieler um den Unterſchied zwiſchen einem Trauer-, Schau⸗ und Luſtſpiel. Dieſer erwiederte: daß Sie den nicht wiſſen, iſt für mich ein Luſtſpiel, für Sie ein Trauerſpiel und für die reſp. ſaͤmmtliche Tiſchgeſellſchaft ein Schauſpiel.

* **

Franz I., König von Frankreich, hatte eine Zuſam⸗ menkunft mit dem Pabſte Leo X. Der König, erſtaunt über den prachtvollen Aufzug des Pabſtes, äußerte: den bibliſchen Nachrichten zufolge gingen die Seelenhirten arm und einfach einher.Sehr wohl, antwortete der Pabſt, das war aber zu jener Zeit, als die Könige noch die Schafe huͤteten.

* **

Der Lord Funkland war noch ſehr jung, als er in's Oberhaus des Parlements kam. Einige von den Gliedern widerſetzten ſich dieſer Wahl und ſagten, daß er noch nicht allen ſeinen wilden Hafer ausgeſäet habe.So, ant wortete Funkland,wirds am Beſten im Oberhauſe geſche hen können, wo viele Gänſe ſind, ihn aufzuleſen.

Obereſchbach den 26. März 1845.

In dem Intelligenz-Blatt Nr. 20 vom 8. d. M. iſt die Frage aufgeworfen worden: Ob in Obereſchbach auch ein Geſangverein beſtünde? und ein näherer Aufſchluß darüber deſiderirt worden, welcher hierdurch mit wenigen Worten gegeben wird:

Seit länger als einem Jahre iſt der fragliche Ver ein durch den hieſigen Lehrer Ruckel in's Leben gerufen worden und zwar mit ſo glücklichem Erfolg, daß der Geſang ſeitdem ſich in dieſer Gemeinde ſehr veredelt und dadurch der Sinn für das Schöne eine erfreuliche Anregung gefun den hat. Schon bei der Feier des Neujahrsfeſtes offenbar ten ſich die geſegneten Wirkungen, welche die Beſchäftigung mit dem Schönen und Erhabenen ſtets hervorbringt, dadurch, daß das neue Jahr nicht, wie früher, mit lärmendem wil dem Jubel, nicht mit geſetzwidrigem Schießen, ſondern viel⸗ mehr in der größten Ordnung durch Anſtimmung eines fei erlichen Geſangs eröffnet wurde und es war eine angenehme Ueberraſchung für den Ortsgeiſtlichen und den Bürgermei⸗ ſter, als der Geſangverein gleich nach 12 Uhr Nachts im Pfarrhofe und nachher vor der Wohnung des letzteren ſich verſammelte und ſeine Wünſche für eine geſegnete Zukunft in ergreifenden Liedern vortrug. Möge derſelbe auch fer⸗ nerhin gedeihen und die Zahl ſeiner Theilnehmer ſich immer mehr vermehren! Auch für das kirchliche Leben wird derſelbe hoffentlich ſchöne Früchte hervorbringen.

G.

Butz bach den 7. April 1845.

Die humoriſtiſche Vorleſung des Herrn und Frau von Hoxar Er muß auf's Land, welche geſtern Abend im Joutziſchen Saale hier ſtattfand, hatte ſich eines ſehr günſtigen Beifalls zu erfreuen. Wie ich hoͤre beabſichtigt das Künſtlerpagr in der Kürze(ſiehe das Inſerat in dieſer Nummer) in Grünberg dieſelbe oder eine ähuliche Vorleſung zu halten. Da Ihr Blatt in Grünberg und der Umgegend ſehr verbreitet iſt und es dem dortigen Publikum nur angenehm ſeyn kann, einen ſo ſel⸗ tenen Genuß in der Kürze geboten zu bekommen, ſo bitte ich Sie, dieſe Mittheilung in Ihr Blatt aufzunehmen. O.

f

Der große Nothſtand, in welchen unſere Mitbruͤder an den Ufern des Rhein, Main und Neckar in Folge der gewaltigen Ueberſchwemmungen dieſer Flüſſe verſetzt wurden, fordert zu ſchleuniger und kraͤftiger Unterſtützung auf. Ueber⸗ zeugt, daß alle Diejenigen, welche der Himmel vor derglei chen Unfällen beſchützt, und denen er Mittel verliehen hat, das Gebot der Barmherzigkeit zu erfüllen, nur einer Gele genheit bedürfen, wo ſie ihre Gaben darzubringen vermögen, erklären ſich die Unterzeichneten bereit, Unterſtützungen und Gaben, ſei es, welcher Art es wolle, in Empfang zu neh⸗ men und dafür Sorge zu tragen, daß dieſelben den Noth⸗ leidenden zu Theil werden. Schon ſo oft haben ja die Be⸗ wohner der Wetterau ihren edeln Sinn für das Wohl und Wehe ihrer Mitbrüder ſo ſchön bewährt; ſie werden ihn, deß ſind wir überzeugt, auch jetzt wieder bewähren. 5

Friedberg den 6. April 1845.

Bender, Beigeordneter, Bindernagel, Buchhändler, Boutemy, Oekonom, Dieffenbach, Prof. Dr., Fertſch, Prof. Dr., Morell, Fabrikant, Preußer, Gemeinderath, Reuß, Collector,

Roth, Oberſchulrath,

Sell, Prof. Dr.,

Trapp III., Hofgerichtsadvocat

gekannten

Lobtin

G88) wältags 111 das Crgebniß den Comma Hol 2) Nieden 30 4) f 6) Petter 60) Vilbel

0 5

unter den bet denden Bedi, perſteigell ei

Holzbauſe In Auftrag del

alien la 19. jedoch die des, werden kennen ſietzet det Un

vermainen, a Hen 60 Tagen

Be (120) Ni Vormittags zu Fauerbac raithe, beſtel dor Kurzem ener halben

hoflichſt ein Jauerbe

2

(880) di Keſtrich babe die zu deſſen 1757 20 05

I/löe 9