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des zu verſchaffen, eine That, die man dann den Chriſten Schuld gab und die ſie in blutigen Verfolgungen buͤßen mußten, Nero zußerte einſt den Wunſch:„es möchten alle Meyſchen zuſammen nur einen Hals haben, damit er ſich das Vergnügen machen könne, dieſen einen Hals abſchlagen zu ſehen.,— Der milde Herr⸗ ſcher wußte ſich im Jahre 68 nicht anders vor ſeinem un⸗ dankbaren Volke zu keiten, als daß er ſeine Bruſt dem Dolchſtoße eines Sklaven öffnete. *
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In Waldeskühte liegt der Schäfer, ſein treuer Hund
hütet die Heerde, er aber ſtarrt gedankenlos gen Himmel,
gähnt, reckt und ſtreckt die Glieder.„Ach“— ſagt er ende
lich—„wenn du immer ſo ruhen könnteſt und di—
gebratenen Tauben flögen dir ins Maul— ach!—“ Soll ſeines Gleichen haben der Schäfer.
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„No, was ſimelirſt de, Nante?“ fragte ein Eckenſteher in Berlin ſeinen Collegen, der mit ſchmunzelnder Miene vor einem Röhrbrunnen ſtand und mit wonnetrunkenen Blicken das perlende Waſſer betrachtete.„Was ik ſimelir?— ent- gegnete Nante— hör' man Freundchen, ik wollte, dat Waſſerchen da wär' Bittrer!/„Nu aberſcht— fragte der andere wieder— wenn de denn ſatt Bitktern hätteſt, was wollt'ſt de denn, Nante?“„Immer noch e bisken Bittern“ erwiederte der Gefragte.— Die Ge— ſchichte ſoll nicht wahr ſein, gewiß aber gibt es Manchen, deſſen höchſter Troſt im Leben und Sterben der— Schnaps iſt.
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War da heute ein Taglöhner bei mir und holte ſich Lohn, denn er hatte mir Holz gehauen, getragen und auf— geſetzt. S mag in der harten langen Winterzeit dem Manne oft recht übel gehen und auch die Arbeit im Freien kann jetzt ſo ſehr ſüß nicht ſchmecken. Ich ſagte ihm das, als ich ihm ſein Geld gab und der Mann entgegnete mir: „o wenn ich nur immer Holz zu machen hätte, ich wollte dem lieben Gott dafür danken.“
Zu den angegebenen fünf könnte ich noch mehrere eigenthümliche Wünſche hinzufügen, aber es genüge an den bereits bemerkten. Nur eine Frage noch will ich mir er— lauben: welcher von den Menſchen, die ich dir ſo eben vor— geführet habe, ſcheint dir, mein lieber Leſer, der glücklichſte geweſen zu ſein?—
Kirchenbuchs-Auszug vom Juli 1845. I. Hungen.
Getraute:
31: Der hieſige Burger und Schreinermeiſter Johann Hein⸗ rich Kohlheyer, ehelicher lediger Sohn des verſt. hieſ. Bürgers und Schreinermeiſters Friedrich Kohlheyer und Anna Juliane, eheliche ledige Tochter des Ortsbürgers und Bäckermeiſters Johann Wilhelm Roos zu Echzell, Kr. Nidda.
Getaufte:
13. Dem hieſigen Bürger und Obermüller Heinrich Steller
ein Sohn, Louis, geb. den 18. Juni.
20. Dem hieſigen Bürger und Buchbinder Konrad Seibert eine Tochter, Getraude Suſanna Katharine Emilie, geb. den 5. Juli.
27. Dem hieſigen Bürger und Gehülfen auf dem Bureau des Gr. Steuercommiſſärs dahier Johann Georg Lang ein Sohn, Ludwig Konrad Philipp Heinrich Wilhelm, geb. den 7. Juli.
28. Dem hieſigen Bürger und Bezirksboten Ludwig Marx ein Sohn, Wilhelm, geb. den 30. Juni.
Beerdigte:
8. Maria, eheliche Tochter des hieſ. Bürgers und Lein— 1 Kempf, alt 5 Jahre, 8 Monate, 5 den 6. d. M.
19. Sibylle, Wittwe des verſt. hieſ. Bürgers und Schnei— ders Philipp Spengel, geb. Freimann, alt 64 Jahre, 5 Monate und 10 Tage, 1 den 17. d. M.
20. Konradine Henriette Karoline, eheliche ledige Tochter des weiland fürſtl. Solms-Braunfelſ. Pfarrers Johan⸗ nes Knoth zu Leun im Königreich Preußen, alt 68 Jahre, 10 Monat, 7 Tage, 7 den 17. d. M.
Programm des landwirthſchaftlichen Feſtes zu Grünberg am 7. Auguſt 1845.
Das unterzeichnete Feſt-Comité beehrt ſich hierdurch zur Theilnahme an den Feierlichkeiten dieſes Tages unter Mittheilung der nachfolgenden Feſtordnung ergebenſt einzu— laden.
§. 1. Das Feſt wird Abends vorher um 9 Uhr durch Böllerſalven angekuͤndigt, worauf auf dem Marktplatze von dem hieſigen Muſikvereine Inſtrumentalmuſik erfolgt.
§. 2. Am ßeſttage wird in der Frühe daſſelbe wie⸗ derholt.
§. 3. Um 7 Uhr verſammeln ſich die Theilnehmer im Rathhauſe und um 8 Uhr begeben ſich dieſelben in einem Feſtzuge durch die Stadt auf den nach Gießen hin gelege⸗ nen Schießplatz in folgender Ordnung:
Voran Jungfrauen und Junglinge, hierauf die Stadtfahne mit nachfolgender Muſik, hiernächſt die Preisvertheilungs-Commiſſion in Begleitung der Beamten des landwirthſchaftlichen Vereins und des Stadtvorſtandes.
§. 4. Der hieſige Muſikverein, welchem ſich der Ge— ſangverein mit der Fahne und alle diejenigen anreihen, welche Intereſſe für Förderung und Hebung der Landwirth— ſchaft haben.
§. 5. Mit Früchten geſchmückte Wagen.
§. 6. Sobald der Zug auf dem Feſtplatz ankommt, begrüßt der Singverein den feſtlichen Tag mit einem Feſt—
eſang.
g§. 7. Die Preisvertheilungs-Commiſſion wird hierauf nach deren Bekanntmachung die Beſichtigung des zur Preis⸗ bewerbung aufgeſtellten Viehs und hernach die Vertheilung der Preiſe vornehmen.
§. 8. Hiernächſt vereinigt man ſich in der Feſthalle zu einem Feſtmahle, während welchem die in§. 3. genannte Muſik aufſpielt.
§. 9. Beginnen nunmehr die Beluſtigungen der Jugend, und endlich erfolgt die Verlooſung von Vieh ꝛc.
§. 10. Abends 8 Uhr Ball im Flick'ſchen Saale.
Grünberg den 29. Juli 1845.
Das Feſt-Comité: Flick. Henricy. Kißner. Sudheimer.
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