in der Wetterau iſt: der Wolkebruch(d. i. hochdeutſch Wolkenbruch).— Wolkenbruſt iſt ein ganz gutes deutſches Wort, abgeleitet von altd. breſhan, breſten, woraus mit einer nicht ungewöhnlichen(im Niederdeutſchen oͤfter vorkommenden) Verſetzung des er unſer berſten gewor— den iſt. Bruſt iſt alſo hier ſo viel als„Bruch““) und ſonach von Bruſt als Theil des menſchlichen und thieriſchen Körpers ganz verſchieden. Uebrigens hat ſchon ein mittel⸗ rheiniſches Wörterbuch von 1469(„Ex quo genannt) wolken broſt, dagegen das Kölner von 1475.(Teutho— nista genannt) Wolkenborſt, woraus die Verſetzung des
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Vortheil bei jemand zu erlangen, ihn für ſich zu gewinnen; nach Dr. L. Diefenbach(wohl in der Gegend von Laubach) auch: jemanden hinhalten und dadurch täuſchen. So ſchreibt man unſer hie und da in der Wetterau vorkommendes Wort: flaje(ſprich fla-je mit langem a), ahm flaje,(d. i. einem fleien) bedeutet: einem ſchön thun, ahn flaje,(d. i. einen fleien) bedeutet: einen darch Schönthun für ſich einzunehmen ſuchen. Das Wort iſt aus Niederland zu uns eingedrungen; im Holländiſchen bedeutet vleijen ſchmeicheln, jemanden nach dem Mund ſprechen. Wir haben übrigens mehrere ſolcher niederländiſchen Eindringlinge, z. B. in der Gegend von Melbach, Södel ꝛc. worre?(im Gränzland am Vogelsberg wur re?) als Ausdruck für„nicht wahr?“)
— r alsbald erkenntlich iſt. 4* 39) fleien“), d. i. ſchön thun, ſchmeicheln, um einen der—— unſer wetter⸗„) Dieſes Bruſt(Bruch) iſt ein ſehr altes Wort. Schon vor 800 tt iſt auch Jahren ſagte man die erdpruſt für gähnender Abgrund, Erdſpalt,
Erdbruch.
den muß, ein.
) Wir Wetterauer biegen(conjugiren) das Wort wie folgt: aich flaje, dou flafkſt, hehn(mit ſtumpfem n) flajkt, m'r flaje, ihr flajkt, ſäi flaje(d. i. ich fleie, du fleigſt, er fleigt, wir fleien, 5 ihr fleigt, ſie fleien); aich flajkt'(d. i. ich fleigte); im Mittelwort der Vergangenheit geflajkt(d. i. gefleigt). Ueberall iſt hier lan⸗
drückt habe. Vor t tritt ein k, wofür hier hochdeutſch g geſetzt wer⸗
zuſprechen.
W.
6) 3. B. in einem alten Volksliede nach dem Vogelsberge hin:
„Aich ſain d'r herzegealle-gout,
Worre dou mir ahch?“
Ich bin dir herzegülden⸗gut,
Nicht wahr, du mir auch?
Herzegülden(herzgülden)⸗ gut d. i. herzinnig(gleichſam: herztheuer)
ges a und das i hört man kaum, weshalb ich es durch J ausge⸗ gut. Denn„gealle/ d. i. gülden ſagt der Wetterauer für: gar zu lieb, höchſt lieb(theuer).— Das n an„ſain“ iſt ſtumpf aus⸗
Bekanntmachungen von Be⸗
* e tte 5 den Daf, hoͤrden. cen und] em waſ⸗ 5 * Edietalladung. *(933) Gegen Jakob Wagner I. zu Fauer⸗ s Wort. bach I. hat Gr. Hofgericht der Provinz Ober
heſſen den förmlichen Concursproceß erkannt
mend roth und das unterzeichnete Landgericht mit deſſen
rut Leitung beauftragt. Es werden daber Alle,
K welche dingliche und perſönliche Anſprüche gegen
ud rothes denſelben geltend machen wollen, hierdurch in aufgefordert, ſolche im Liquidationstermin
Montag den 21. Juli d. J., Vor⸗ d über⸗ mittags 9 Uhr, bei Vermeidung des ohne beſonders Präclu—
Heir * ſivdecret erfolgenden Ausſchluſſes von der ner Zu⸗ Maſſe, dahier anzumelden und näher zu be— * gründen. . N Butzbach den 19. Juni 1845. ſo viel Großh. Heſſ. Landgericht daſ. nerbuch 3 In Erledigung der Landrichterſtelle cterbuch 3. Calmberg. Bekanntmachung. Lolkenbruch.(978) Montag den 7. Juli, Morgens um ran der 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe das An⸗ a liefern von ohngefähr 200 Centner Braun⸗ des Wort: kohlen und 3 Stecken buchen Scheitholz für e die hieſigen Schulen öffentlich wenigſtnehmend re verſteigert werden. e M. Friedberg am 28. Juni 1845. Der Grßh. Heſſ Bürgermeiſter Bender. * A f fo ede eng vi 1(986) Nachdem Heinrich Wolf J. dahier gum⸗ ſich der ſelbſtſtäydigen Verwaltung ſeines Ver—
mögens begeben hat, ſo werden alle diejeni—
57 welche rechtmäßige Forderungen an den⸗
elben machen zu können glauben, hierdurch
aufgefordert, ſolche bis zum 20. d. M. bei
deſſen Curator, Jacob Wolf, ſchriftlich oder
perſönlich anzumelden.
Rockenberg den 2. Juli 1845.
9 beg, In Auftrag:
Der Grßh. Heſſ. Buͤrgermeiſter Ste b.
2 Zur Nachricht. (973) Die Holzverſteigerung in dem Frei— berrlich von Died'ſchen Kirchwalde dahier, welche auf den 7. Juli angezeigt war, ſoll erſt Mittwoch den 9. Juli, Morgens 9 Uhr,
abgehalten werden. Ziegenberg den 30. Juni 1845. Kirchner.
Faſelochs⸗Verſteigerung. (9877) Montag den 7. Juli l. J., des Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll auf dem Ratbhauſe zu Reichelsheim ein der Gemeinde gehörender großer Faſelochſe, 6 Jahre alt, öffentlich meiſt— bietend verſteigt werden.
Reichelsheim den 1. Juli 1845. Der Herzl. Naſſ. Oberſchultheis Gros.
Bekanntmachung.
(988) Der Georg Schmidt von Niederurſel iſt von Großh. Heſſ. Hofgericht der Provinz Oberbeſſen der Verwaltung ſeines Vermögens entſetzt und unter Curatel geſtellt worden. Es wird dies mit dem Anfügen zur öffent— lichen Kenntniß gebracht, daß nur ſolche von Georg Schmidt abgeſchloſſene Verträge und vorgenommene Rechtsgeſchäfte Gültigkeit ha— ben, zu denen der gerichtlich beſtellte Curator ſeine Genehmigung ertheilt., Gleichzeitig wer— den alle Diejenigen, welche Forderungen an denſelben zu machen baben, aufgefordert, ſolche um ſo gewiſſer bis zum Mittwoch den 25. Juli, Vormit⸗ tags 9 Uhr, bei'm unterzeichneten Gericht anzuzeigen, als ſonſt bei der Regulirung des Schuldenweſens des Georg Schmidt keine Rückſicht darauf genommen werden wird. Rödelheim den 25. Juni 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Buff.
Oeffentliche Bekanntmachung.
(989) Heinrich Röders Eheleute von Ei— chelhain haben der hieſigen Spar- und Leih— kaſſe am 13. Juli 1843 die Summe von 200 fl. dargeliehen, worüber unter demſelben Da— tum ihnen ein Schuldſchein von gedachter Kaſſe ausgeſtellt worden iſt. Da dieſe Schuld—⸗
urkunde verloren gegangen ſein ſoll, ſo wer— den alle Diejenigen, welche Rechte irgend einer Art daraus herleiten zu können glauben, hier durch öffentlich aufgefordert, dieſelben ſo ge— wiß binnen 60 Tagen von heute an dahier zu begründen, als ſonſt ſie damit ausgeſchloſſen werden und die Urkunde für nicht mehr gül⸗ tig erklart wird. Laubach den 12. Juni 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht daf. Brumhardt.
Verſteigerung. (990) Donnerſtag den 10. l. M, Nach- mittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ haͤuſe von dem Speichervorrath des Auguſti— ner Schulfonds 20 Malter Korn zweimalter— weiſe öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Friedberg den 2. Juli 1845.
Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Arbeits-Verſteigerung. (9910 Montag den 7. Juli l. J., Nachmit⸗ tags um 4 Ubr, ſoll bei Herrn Gaſthalter Neiſel dahier die Pflaſterung des Schulhofs daſelbſt an den Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert werden.
Nach dem Voranſchlag beträgt die Pflaſter— arbeit 64 fl., ferner das Anfahren von 4 Cbklftr. Steinen und 2 Cbklftr. Uſakies.
Voranſchlag und Bedingungen liegen auf dem Buceau des Gr. Kreisbaumeiſters des Baubezirks Friedberg zur Einſicht offen.
Fauerbach II. den 2. Juli 1845.
Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Philippi.
Arbeits-Verſteigerung.
(992) Nächſtkünftigen Montag den 7. l. M., Vormittags 11 Uhr, ſollen zu Büdes⸗ heim verſchiedene Reparatur-Arbeiten in der
daſigen Kirche, als: N Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 42 30 Steinhauerarbeit,.„ 27 30 Maurerarbeit, 1 7 7 10
öffentlich in Accord gegeben werden, wozu die betreffenden Voranſchläge auf Gr. Bür— germeiſterei daſ. eingeſehen werden konnen. Budesheim den 1. Juli 1845. Der Kirchenvorſtand daſ.


