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Der Großherzoglich Heſſiſch⸗ Kreisrath des Kreiſes Hungen an ſaͤmmtliche Gr. Heſſ. Fuͤrſtl. und Graͤfl. Solmſ. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Muſterung und Conſcription im Jahr 1845.
Unter Bezugnahme auf mein Ausſchreiben vom 17. Januar 1842(Nro. 7. des Intelligenzblattes) fordere ich Sie auf, die Vorarbeiten für die Muſterung und Conſcrip⸗ tion pro 1845 unverzüglich vorzunehmen, ſo daß bis läng⸗ ſtens den 27. k. M. ſämmtliche Acten, als Ortsliſten, De⸗ potanſprüche ꝛc. dahier einlangen. Eine etwaige Nichtein⸗ haltung dieſes Termins würde die Abſendung von Wart⸗ boten zur Folge haben.
Bei Beurtheilung der Frage, ob die das Depotanſpre— chenden vermögend genug ſind, ſich Stellvertreter zu ſtellen, ſind nach Art. 36 des Geſetzes vom 19. Marz 1836, die Stellvertretung im Militärdienſt betrff., diejenigen als zur Stellung von Stellvertretern unvermögend anzuſehen, welche nicht die Aſſekuranzſumme von 9ö fl. zu beſtreiten vermögen, in welcher Beziehung ich Sie auf mein Ausſchreiben vom 28. Januar 1844, die Depotanſprüche betrff., in Nro. 4. des Amtsblattes aufmerkſam mache.
Die nachſtehend verzeichneten Leute ſind zur Muſte— rung für 1845 verwieſen und deßhalb in die Ortsliſten auf— zunehmen.
Das Formularpapier werden Sie gleichzeitig mit die— ſem Ausſchreiben erhalten. Sollten Sie noch mehr bedür⸗ fen, ſo können Sie ſich an den Kreisbureaugehülfen Funk wenden.
Hungen den 27. Dezember 1844.
Follenius.
Birklar: Walter Müller.— Dorfgill: Konrad Sames.— Eberſtadt: Philipp Konrad Bender.— Et— tingshauſen: Kloß Opper.— Freienſeen: Daniel Kon⸗ rad Dickel.— Gambach: Jacob Mült, Heinrich Ohly, Johann Jacob Wolf.— Griedel: Balthaſar Andreas Straßheim.— Holzheim: Heinrich Jung, Konrad Müller. — Inheiden: Liebmann Katz.— Langsdorf: Konrad Hofmann.— Laubach: Heinrich Helmich, Georg Friedrich Schaad, Georg Franz Steinmetz.— Lich: Johann Hein— rich Ludwig.— Münzenberg: Iſaac Metzger.— Ob⸗ bornhofen: Abraham Stern.— Ruppertsburg: Lud⸗ wig Gambach.— Traishorloff: Joh. Heinrich Schnei⸗ der.— Traismünzenberg: Johann Kaſpar Stärck.— Wölfersheim: Ludwig Philipp Brinck, Karl Schneider.
Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 38. von 1844.
I. Edict vom 18. Dec., wornach S. K. H. der Großherzog, au⸗ ßer den bereits als bleibende bezeichneten Mitgliedern des Staatsraths, für das künftige Jahr folgende Perſonen als außerordentliche Mitglieder berufen haben: 1) den Präſidenten wirklichen Geheimerath v. Arens, 2) den Präſidenten Weller, 3) den Geheimerath v. Grolman, 4) den Miniſterialrath v. Lindelof, 5) den Hofgerichtsdirector v. Hombergk, 6) den Miuiſterialrath v. Bechthold.—
IV. Abänderungen in der Arzneimitteltaxe für das Großher— zogthum Heſſen vom 1. Januar 1845 an.—
— VII. Dienſtnachrichten: Am 6. Nov. wurde dem Oberſtlieut. Schulz, Commandeur der Gensdarmerie, der Charakter als Oberſt er⸗ theilt; am 22. der prakt. Arzt Dr. Hauck zu Worms zum Phyſicats⸗ Wundarzt daſelbſt ernannt; am 25. dem Schulvicar Lang zu Heidelbach Die evang. Schullehrerſtelle daſ. übertragen und der von dem Herrn Für⸗ sten zu Löwenſtein⸗Wertheim und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schön⸗ berg auf die evang. Schullehrerſtelle zu Haingrund präſentirte Schulvicar Ingrund daß, für dieſe Stelle beſtätigt; dem Pfarrverweſer Baltz zu Bechtheim die evang. Pfarrſtelle zu Monsheim; am 29. dem Pfarrvicar Engel zu Leeheim die evang. Pfarrſtelle zu Allendorf a. d. L. übertragen;
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der Hofgerichtsadvocat Dr. Sundheim zu Gießen zum Syndleus der frommen Stiftungen der Provinz Oberheſſen ernannt; dem Probator bei der 1. Abtheilung der Juftiſicatur der Rechnungskamnier, Welker dahier, die Nebenſtelle eines Secretärs und Regiſtrators bei der Münzdeputation und bei der Collegialprüfungs⸗Commiſſton im Finanz⸗ und techniſchen Fache; am 30. dem Schulcandidaten Baldauf von Oberramſtadt die neu errichtete 4. Schullehrerſtelle(2. Knabenſchullehrerſtelle) daſ. und dem Schulcandidaten Schmidt von Oberſchönmattenwag die evang. Schul⸗ lehrerſtelle zu Siedelsbrunn, übertragen.
VIII. Dienſtentlaſſung: Am 29. Nov. der Oberbaudirections⸗ ſecretär Ewald dahier, auf ſein Nachſuchen, von der ihm übertragen ge⸗ weſenen etatsmäßigen Nebenſtelle eines Seer etärs bei der Münzdeputation und der Collegial-Prüfungscommiſſion.—
IX. Concurrenz für: die Stelle eines Steuercommiſſärs zu Bingen(binnen 3 Wochen bei der Oberfinanzkammer 1. Sect.); die ev. Knaben⸗Schullehrerſtelle zu Großzimmern, Kr. Dieburg, mit jährl. 394 fl. nebſt vier Stecken Eichen⸗Scheitholz zur Heizung der Schulſtube.
Dritte Generalverſammlung
des Vereins zur Unterſtützung und Beaufſichtigung der aus den großh. heſſ. Landes- und Provinzial-Straf⸗ Anſtalten Entlaſſenen, zu Mainz, am 11. November 1844. Gu vgl. Nr. 82 u. 83 d. Gr. Heſſ. Ztg. von 1842 u. Nr. 314 von 1843.)
Zweck und nähere Beſtimmungen der Statuten dieſes höchſt ge⸗ meinnützigen Vereines theilten die Blätter vom 23. und 24. März 1842, gelegentlich des Berichtes über die erſte Generalverſammlung deſſel⸗ ben, welche am 14. März jenes Jahres zu Darmſtadt ſtattfand, mit, ſo wie ſie unterm 12. Nov. 1843 über die am 21. Oct. v. J. zu Gie⸗ ßen ſtattgehabte 2. Gener alverſammlung und das gedeihliche Wirken des Vereines, wofür nun ſchon ſehr erfreuliche Belege vorlagen, ausführ⸗ lich berichten. Es liegt uns jetzt ob, auch der 3. Generalverſammlung näher zu erwähnen, welche, den Statuten gemäß, die jährlichen Wechſel der Verſammlung nach den 3 Provinzen des Landes vorſchreiben, dieſes Jahr in Rheinheſſen, und zwar am 11. Nov. zu Mainz ſtattfand. Die Reſultate ſind auch diesmal ſehr ſegensreiche und erfreuliche.— Der Prä⸗ ſident des Vereins, Gr. Geheimerath v. Kuder, eröffnete, den erlaſſenen Bekanntmachungen gemäß, Vormittags um 10 Uhr die Verſammlung im Regierungsgebäude, wo ſich die Mitglieder des Vereins aus Mainz und andern Orten der Provinz eingefunden hatten. Der von der Centralbe⸗ hörde erſtattete Rechenſchaftsbericht über die Wirkſamkeit des Vereins im Jahre 1843 wurde verleſen. Die geprüfte und abgeſchloſſene Vereinskaſſe⸗ Rechnung g. J. zeigt eine Einnahme von 5371 fl. 13 ¼½ kr., näm⸗ lich: Kaſſevorrath von 1842 1712 fl. ½ kr., aus milden Staatsfonds (der Hälfte der deßfallſigen Dividende der Münchener-Achner Feuerverſi⸗ cherungsgeſellſchaft) 1500 fl., Beiträge der Vereinsmitglieder 1676 fl. 25 kr.(aus Starkenburg 833 fl. 7, Oberheſſen 442 fl. 26, Rbeinheſſen 400 fl. 52 kr.), beſondere Gaben 172 fl. 36, wieder eingezogene Unterſtützun⸗ gen 310 fl. 14 kr.— Die Ausgabe 4641 fl. 39% kr. und zwar: Unterſtützungen 3980 fl. 18 kr.(221 fl. 41 weiter an 13 Pfleglinge die 1842 und 3712 fl. 35 kr. an 204, die 1843 eingetreten); Verwaltuugs⸗ koſten(Bureaukoſten 477 fl. 19, Honorar des Rechners 75 fl., Hebge⸗ bühren 54 fl. 12) 606 fl. 31¼8, uneinbringliche Beiträge 54 fl. 50 kr. — Einnahme und Ausgabe verglichen verbleiben Kaſſevorrath für 1844: 729 fl. 35% kr.— Unter den beſonderen Gaben ſind rühmlichſt und dankbar zu erwähnen 100 fl., welche Hr. Obergerichtsſchreiber Juſtizrath Germershauſen zu Mainz, und 25 fl., welche Hr. Hofgerichtsrath Dr. Nöllner zu Gießen als erübrigtes Honorar für literariſche Arbeiten dem Vereine ſpendeten.— Eine ſpecielle tabellariſche Ueberſicht wies nach, wie die 1842 angenommenen 45 Vereinspfleglinge fich bis Ende 1843 aufgeführt haben und wie ſolche theilweiſe weiter in dieſem Jahre und im Jahr 1844 nach Bedürfniß und Würdigkeit unterſtützt wurden. Es find hiernach von den 33 Pfleglingen, welche fich nach dem Rechenſchafts⸗ berichte von 1842 nach verbüßter Strafe und verabreichten Unterſtützun⸗ gen gut betrugen(ſ. S. 1555 der Großh. Heſſ. Zeitung von 1843), 26 forthin auf gutem Wege geblieben, 7 leider aber wieder abgefallen: dagegen haben ſich 5 von dem Reſte der 45, der ſchlecht bezeichnet gewe⸗ ſen, merklich gebeſſert. Zwei von den ſchlecht gebliebenen oder rückfällig gewordenen find geſtorben.— Von den im Jahre 1843 neu eingetretenen 258 Vereinspfleglingen, 237 männlichen und 21 weiblichen Geſchlechts, über deren Verbrechen, Strafen, Unterſtützung durch den Verein, Auffüh⸗ rung ꝛc., eine weitere Ueberſichtstabelle ſpecielle Auskunft gibt, find 20 im Lebensalter unter 20 Jahren, 77 von 20, 82 von 30, 43 von 40, 26 von 50, 9 von 60 und 1 von 70 Jahren und darüber.— Hiervon ſind 7 geſtorben und 2 ausgewandert; 178 haben bis jetzt auf rechter Bahn verharrt, 70 ſind bisher unverbeſſerlich geblieben und 1 hat ſich wieder auf beſſere Seite gewandt.)— Im Jahre 1844 wurden bis zur Zeit
Nach dieſen Angaben ſind alſo die zum Theil gänzlich falſchen An⸗ gaben zu berichtigen, welche auswärtige Blätter über die Wirkſam⸗ keit des Vereins brachten.
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