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Gelegenheit hatten, Sich ſeit dem Erſcheinen Ihres Arti— kels in Erinnerung zu bringen. Wenn Nr. 76 und 77 noch nicht eine Entgegnung brachten, ſo konnten Sie einige orthographiſche Schnitzer in Nr. 79 berichtigen. Sie konn⸗ ten z. B. bedauern, daß in einer muthwilligen Laune Ihrer kritiſchen Feder die ſeltſamen Schreibarten„Guſtaph, Eckel, überdrüßig, blos, Cabinete(man ſchreibt„Cabinet“, aber„Cabinettes, Cabinette) todtesſtarr ꝛc.“ eutfahren ſeien. Ihre Orthographie iſt auch ganz à la Leibnitz!— Späterhin hätten Sie bemerken können, daß der Ludwig J., den Sie unter den Männern nennen, welche auch zur An⸗ ſchauung gebracht werden ſollen, nicht Ludwig der Deutſche ſei; auch nicht Ludwig J., Landgraf von Thüringen, 1 1149 oder Ludwig I., erſter Landgraf von Heſſen, f 1343; oder König Ludwig von Baiern; ſondern Ludewig I., Begrün⸗ der des conſtitutionellen Großherzogthums, deſſen bei der nahen Verfaſſungsfeier das Volk der Heſſen dankbar geden⸗ ken wird. e
p. S. Da ich nicht weiß, ob ges für Sie von Intereſſe iſt, meinen Namen zu erfahren, ſo habe ich nur unterzeichnet, wie in Nr. 70. Doch kann Ihnen die löbliche Redaction den vollſtändigen Namen mittheilen.
An die Bewohner der Stadt Friedberg. Künftigen Mittwoch den 17. Dezember l. J. werden
es 25 Jahre, daß uns die Conſtitution(Verfaſſungs-Ur⸗ kunde) von des Höchſtſeligen Großherzogs Ludewigs J. Königlicher Hoheit zu Theil wurde. Dieſe Con ſtitutiou iſt das Fundamentalgeſetz, auf welchem der ganze Staat,
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andern auch ſeine Rechte, gibt ſie ihm die geſetzliche Freiheit, ſchützt und ſchirmt ſie gegen jede Willkühr und iſt gewiſſer⸗ maßen der Anker, an welchem Alle und Jede ſich feſt zu halten vermögen. Somit iſt ſie das größte Geſchenk des unſterblichen Fürſten; ſie iſt, wie vor 20 Jahren der da⸗ malige Staatsminiſter vor den verſammelten Landſtänden erklärte,„das Köſtlichſte, was von dem Throne aus dem theueren Vaterlande zufließen konnte.“—
Unſere Pflicht iſt es, zu zeigen, daß wir Alle die Größe und Wichtigkeit deſſelben anerkennen. Der Tag, an welchem vor 25 Jahren die Conſtitution gegeben wurde, ſei uns ein heiliger, den wir angemeſſen zu feiern haben.— Die unterzeichnete Commiſſion iſt von dem hieſigen Gemeinde— rath beauftragt, die nöthigen Anordnungen zur Feier deſſel⸗ ben in der Stadt Friedberg zu treffen. Indem ſie hiermit die Bewohner derſelben davon in Kenntniß ſetzt, gibt ſie ſich em Vertrauen hin, daß Alle die Bedeutung des Feſtes er— kennen, und Jeder, ſoweit es in ſeinen Kräften ſteht, das Seinige zur würdigen Feier des Tages beitragen werde. Nähere Beſtimmungen über die Art und Weiſe der Feier, werden wir, ſobald die nöthigen Anordnungen getroffen ſind, oͤffentlich mittheilen.
Friedberg den 1. Dezember 1845.
Die von dem Gemeinderath angeordnete Commiſſion: Bender, Bürgermeiſter.
wie das Wohl des Einzelnen beruht.
Sie macht alle Heſſen
zu Bürgern dieſes Staates und vereinigt ſie ſonach zu einem Ganzen. Indem ſie auf der einen Seite Jedem ſeine Pflich⸗
ten in dem Staate vorzeichnet, verleiht ſie ihm auf der
Bindernagel, Groß, Preußer, Simon, Wahl,
Gemeinderäthe.
Bekanntmachungen von Be⸗ hörden.
NN Verpachtung. (1631) Donnerſtag den 11. Dezember l. J., Vormittags 10 Uhr, wird in bieſigem Rath⸗ hauſe das in der Gemarkung Dornaſſenheim liegende, den milden Stiftungen dahier ge— hörende, 27 Morgen, 3 Piertel, 13% Ruthen haltende Gut, auf zwölf nach einander fol⸗ gende Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg am 24. November 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
4.800 fl.
(163% liegen bei der Kirche zu Höchſt an der Ndder zum Ausleihen bereit. Der Kirchenrechner Schäfer.
Edietalladung.
(1639) Forderungen jeder Art an das Ver⸗
mögen des concursfälligen Heinrich Winge⸗
felb von Bobenhauſen ſind im Termin Freitags den 13. Februar 1846,
8 Morgens 9 Uhr, een bei Meidung des ohne beſonderes Präcluſev⸗ Decret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe, anzuzeigen und zu begründen. Hierbei wird zur Nachricht für die Gläubiger bemerkt, daß das Vermögen ſo gering iſt, daß nicht einmal die Pfandgläubiger befriedigt werden können und daß ſonach für die Chirographar-Gläu—
biger nicht die geringſte Ausſicht iſt, eine Zah⸗ lung auf ihre Forderungen zu erhalten. Ülrichſtein, den 26. November 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſelbſt Zimmermann.
Heuverſteigerung zu Selgenhof. (1660) Freitag den 5. Dezember, Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen auf der Domaine Sel— genhof bei Ulrichſtein 100 bis 150 Centner gutgeerndtetes Heu, von bekannter ausgezeich— neter Qualität, entweder in Parthieen oder im Ganzen, je nachdem ſich Liebhaber finden, öffentlich zur Verſteigerung ausgeſetzt werden.
Gleichzeitig werden auch 30 Malter Hafer ausgeboten.
Schotten am 25. November 1845. Der Großh. Rentamtmann Prätorius.
Arbeits-Verſteigerung.
(16610 Donnerſtag den 4. Dezember l. J., des Vormittags 10 Ubr, ſollen die bei An⸗ legung eines Vicinalwegs von Niederrosbach nach Rodheim vorkommenden Planirarbeiten, veranſchlagt zu 590 fl. 33 kr., an Ort und Stelle an die Wenigſtfordernden verſteigert werden. Ober- und Niedeérrosbach den 29. November 1845. Die Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter daſ. Blecher. F. Bullmann.
Edictalla dung.
(1662) Loſt Korell und deſſen Chefrau, Eliſabetha, geb. Rühl, zu Köddingen und Jo⸗ hannes Obermanns Wittwe und deren Sohn,
Kaſpar Obermann daſelbſt haben mehrere in dortiger Gemarkung gelegenen Grundſtücke, worüber Grundbuchsauszuge bei den Acten und zu Federsmanns Einſicht offen liegen, ver kauft; können jedoch ihre Eigenthumsrechte daran urkundlich nicht nachweiſen, weßhalb man alle Diejenigen, welche dingliche oder ſonſtige Anſprüche an dieſe Grundſtücke zu haben glauben, zu deren Anzeige und Begrün⸗ dung binnen 4 Wochen, a dato, um ſo ge— wiſſer hiermit auffordert, als ſonſt die Kauf⸗ briefe beſtätigt werden. ulrichſtein, am 25. November 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann.
Kaicher Partialobligationen. (1663) Bei der diesjährigen Verlooſung hieſtger Partialobligationen iſt die Nr. 70 mit 100 fl. rückzahlbar geworden, was mit dem Anfügen bekannt gemacht wird, daß der ge⸗ dachte Kapitalbetrag zu Ende dieſes Jahres bei dem hieſigen Gemeindeeinnehmer in Em⸗ pfang zu nehmen iſt und daß von da an die Verzinſung dieſes Kapitals aufhört.
Kaichen den 22. November 1845 Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Hahn.
Edietal ladung. (16601 Jobs. plock und Frau zu Köͤddin⸗ gen haben nachbenannte, in dortiger Gemar⸗ kung liegenden, Grundſtücke, als:
10 1064/15 XVI/69 144 UIKlftr. Wieſe in der Langenwies,
2) 108% 1 XVI87 207[IKlftr Wieſe in er Süßeneck,


