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recht an mir erfahren, was unſer lieber Heiland mit den Worten ſagen will: trachtet zuerſt nach dem Reiche Gottes und nach ſeiner Gerechtigkeit, ſo wird Euch ſolches Alles zufallen— denn erſt heute wieder hat er ſeine milde Hand aufgethan und mich geſättigt mit Gnade und Wohl⸗ gefallen.
Nat h. Erzähle doch von den Wundern, die der Herr gethan und preiſe ſeinen Namen.
Jer. Du weißt ja, daß, als unſer geliebter Bruder Michael ſeines Glaubens willen von hier fortzog, um in fremden Lande um ſo eifriger dem Herrn zu dienen, daß ich ihm, weil er das Geld haben muß te, um geringen Preis die Früchte, die er liegen hatte, abkaufte. Die Früchte waren im Steigen und ich gedachte nach einiger Zeit einen ſchoͤnen Gewinn an ihnen zu machen, den ich zur Ehre deſſen, der uns mit ſeinem Blute erkauft hat, zu verwenden gedachte. Weil aber die Frucht nicht ganz getrocknet war, ſo— o es drohte mir eine große Heimſuchung des Herrn— ſo ward ſie auf dem Lager von Tag zu Tage ſchlechter und ſchon fing ich an, wie's dem Chriſten geziemt, mich unter Gottes gewaltige Hand zu beugen und den ganzen Vorrath für verloren zu geben. Da kam heute der Sohn des Mül— lers von N., ein Knabe noch, der den Schaden, den die Frucht gelitten hatte, nicht erkannte und ſie mir im vollen Werthe abnahm.— So hat der Herr die Verheißung ſeines Wortes an mir erfüllt und mir, der ich mit Eifer nach ſeinem Reiche trachte, ſolches Alles zufallen laſſen.(Wie— der ein nicht zu beſchreibender Blick nach oben.)
Nath. Und was gedenkſt Du nun mit dem gewon— nenen Gelde zu machen? wirſt Du deinem armen alten Vater wohl etwas zukommen laſſen?
Jer. O nicht doch, er iſt ſolcher Liebe nicht werth, denn er iſt harten Sinnes und verſtockten Herzens, auch Einer von den Lauen, die keinen Glauben haben und kein Chriſtenthum;— ich werde acht Groſchen— wenig zwar, aber der Herr wird es reichlich ſegnen— in die Caſſe geben, um dafür ſchriſtlich e Schriften unter dem Volke zu verbreiten und von dem Reſte werde ich, nach meinem Bedürfniſſe, mir nach und nach ein wenig Weines kaufen, um mich zu ſtärken und meine Kraft deſto länger für den Dienſt des Herrn zu erhalten. Alles zur Ehre des Herrn! und wie geſchrieben ſteht:„trinke nicht mehr Waſſer, ſondern brauche ein wenig Weines, um deines Magens willen und daß Du oft krank biſt./
Nath. Der Herr wolle es Dir geſegnen!
Jer. Und Dir gleichfalls, was Du in ſeinem Namen genießeſt. Leb wohl. Die Gnade des Heilands ſei mit Dir.
Nath. Und mit Deinem Geiſte. Leb wohl!
So ſprachen Nathanael und Jeremias und wähnten ſich unbelauſcht. Ueber ihren Häuptern aber war ein Fen— ſter und an dem Fenſter ſtand ein Mann, der Alles hörte und als ſie mit frommen Mienen weggiengen, der Eine dahin, der Andere dorthin, ſprach der Mann am Fenſter bei ſich ſelbſt: auswendig ſind ſie wie die Lämmer, inwendig aber ſind ſie reißende Wölfe. An ihren Früchten ſollt ihr erkennen.— Der Mann am Fenſter hat auch mir den
Vorfall erzählt und ich habe ihn Dir, lieber Leſer, als einen kleinen Beitrag zur Geſchichte einer vielbeſprochenen Zeiterſcheinung mitgetheilt. Welcher? brauche ich Dir nicht erſt zu ſagen.
Fleiſch⸗ Verkauf.
In Heldenbergen ſind im Jahr 1844 geſchlachtet worden:
13 Ochſen, 71 Kühe, 42 Rinder, 16 Kälber, 174 Schweine, 49 Hämmel und 31 Schaafe.
Wir wünſchen, daß alle Fleiſchbeſchauer der Orte der Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen dem Beiſpiele des Fleiſchbeſchauers Pauly von Heldenbergen folgten und uns eine Ueberſicht, wie die mitgetheilte, zur Veröffentlichung zukommen ließen. Nur müßten wir uns folche franco er—
bitten. Die Redaction.
Kirchenbuchs⸗Auszug vom Dezember 1844. Lich. Getraute:
Der hieſige Ortsbürger und Krämer Johann Konrad Koch, Wittſper, und Marie Magdalene Keck, des hieſigen Bürgers und Glaſernſei— ſters Hermann Philipp Keck, ehelich ledige Tochter.
4. Der hieſige Ortsbürger und Taglohner Johann Heinrich Findt, des Ortsbürgers und Ackermanns zu Staufenberg, Kreiſes Gießen, Georg Heinrich Findt, ehelich lediger Sohn und Friedericke Schmidt, des hieſigen Ortsbürgers und Zimmermanns Wilhelm Schmidt ehelich ledige Tochter.
5. Der hieſige Ortsbürger und Drehermeiſter Heinrich Chriſtian Meyer, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Drehermeiſters Philipp Fried⸗ rich Meyer, ehelich lediger Sohn und Anna Eliſabethe Jung, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Küfermeiſters Johann Georg Jung, ehelich ledige Tochter.
10. Der hieſige Ortsbürger und Oeconom Philipp Chriſtian Fiſcher II., des hieſigen Bürgers und Rothgerbermeiſters Johannes Fiſcher ehe⸗ lich lediger Sohn und Anna Marie Lotz, des hieſigen Bürgers und Bäckermeiſters Johannes Lotz, ehelich ledige Tochter.
20. Der hieſige Ortsbürger und fürſtlicher Koch Chriſtian Gottlieb Graul, des Bürgers und Einwohners zu Wörlitz, im Herzogthum Anhalt⸗ Deſſau Chriſtian Graul, ehelich lediger Sohn und Julie Katharine Eliſe Berkenbrück, des Bürgers und Weinhändlers zu Offenbach Carl Ludwig Berkenbrück, ehelich ledige Tochter.
27. Der hieſige Ortsbürger und Schloſſermeiſter Johann Sebaſtian
Meyer, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schloſſermeiſters Hein⸗
rich Chriſtian Meyer, ehelich lediger Sohn und Anna Eliſabetha Klöß,
des verſtorbenen hieſigen Ortsbürgers und Ackermanns Johann Georg
Klöß, ehelich ledige Tochter.
Getaufte:
1. Dem hieſigen Ortsbürger und Buchbinder Friedrich Ludwig Fiſcher ein Sohn, Georg Chriſtian, geb. den 17. Nov.
8. Dem hieſigen Burger und Gaſthalter zum Hirſch, Großh. Geometer, Ludwig Dieterich ein Sohn, Conrad Ludwig Theodor Marianus, geb. den 10. Nov.
20. Dem hieſigen Ortsbürger und Maurermeiſter Carl Friedrich Inſel,
eine Tochter, Anna Marie, geb. den 12. Dec.
24. Dem hieſigen Bürger Bäckermeiſter und ſtädliſchen Rechner Philipp
Jacob Zimmer ein Sohn, Jacob, geb. den 17. Dec. 26. Dem hieſigen Ortsbürger und Oeconomen Johann Adam Lißmann ein Sohn, Georg Heinrich, geb. den 3. Dee..
26. Dem hieſigen Ortsbürger und fürſtlichen Pachter, Karl Ludwig Rehe
ein Sohn, Ludwig Friedrich, geb. den 9. Dezember.
27. Dem hieſigen Ortsbürger und Schreinermeister Carl Friedrich Löſchen⸗
kohl ein Sohn, Ernſt Ludwig, geb. den 18. December. i 29. Dem hieſigen Ortsbürger und Bäckermeiſter Johann Heinrich Zim⸗ mer, ein Sohn, Johann Konrad, geb. den 21. Dec. Beerdigte: Wilhelm Strack, geweſener Kaiſerlich Oeſtreichiſcher Rittmeiſter im
Küraſſier⸗Regiment, Erzherzog Franz Nr. 2., gebürtig von Londorf Kr. Grünberg, alt 59 J, 6 M. und 25 T., F den 29. Nov.
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