Ausgabe 
31.8.1844
 
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Es konnte unter dem ſeit 1823 an die Spitze des hieſigen Schulweſens getretenen Perſonal Viel geſchehen, nachdem daſſelbe durch einſichtsvolle Verwaltung die Einkünfte des Kugelhauſes erhöht hatte. Während dieſer Zeit wurde aus der Clermontiſchen Stiftung, resp. den zur Mahlzeit be⸗ ſtimmten Ueberſchüſſen der Grund zu einer Bibliothek fuͤr die Geiſtlichen, für Lehrer und Schuͤler, der Clermontiſchen

Bibliothek, gelegt; die Mädchenſchulen wurden in Freiſchulen

verwandelt, in den Elementarklaſſen wurden dke Geſchlechter vereinigt, ein Unterricht im Zeichnen angeordnet. Das ge⸗ ſammte Lehrer⸗Perſonal hatte 1830 und die folgenden Jahre durch allmälige Ertheilung von perſönlichen Zulagen Gehalts Verbeſſerung erhalten. Ein Schulhaus fur den fünften Lehrer fehlte noch. Das im Jahr 1818 für die erſte Mädchenſchule übernommene Köhleriſche Haus wurde niedergeriſſen und an deſſen Stelle in den Jahren 183%, für zwei Schulen ein neues ſtattliches Gebäude hergeſtellt, deſſen Baukoſten zwiſchen 12000 und 13000 fl. betragen.

Das Werk des vergangenen Jahrhunderts bedurfte neuer Begründung; mit Ende des verfloſſenen Jahres trat eine neue Einrichtung des Schulweſens ins Leben. Nach einem neu⸗ gearbeiteten Plan wurde jeder Klaſſe ihr Ziel, jeder päda⸗ gogiſchen Kraft ihre Gränze beſtimmt, als Tendenz der neuen Schulverfaſſung aber Bildung aller Bürgerklaſſen durch tuͤchtigen Elementarunterricht ausgeſprochen, und in dem Streben nach dieſem Schulziel ſollen alle Lehrer eine innigere Vereinigung finden. So geſchieht der Volksſchule im engſten Sinne des Wortes ihr Recht; zugleich aber geſtaltet ſich auch eine Vorklaſſe für Gymnaſien, Real- und Militairſchulen. Die Anzahl der Kinder iſt ohngefähr 360, welche von 5 Lehrern in 6 Klaſſen die eigentliche Ele mentarſchule hat zwei ſelbſtſtändige Abtheilungen unter⸗ richtet werden.

Die Beſoldungs⸗Verhältniſſe der Lehrer ſind ſo gere gelt, daß dieſelben drückenden Nahrungsſorgen entnommen, ihre volle Kraft, ohne ſie durch mühſame Nebenbeſchaͤftigungen zu zerſplittern und ſich zu ihrem heiligſten Werke abzuſtum pfen, ihrem Amte zuwenden können.

Unſren Schulanſtalten ſteht noch eine anſehnlichere Er weiterung für die Zukunft bevor.

Ein Theil der Confirmirten hat bisher die Gelegen heit, welche die Liebe ihres Seelſorgers darbot, ihre Erkennt niß auch in den Jahren nach dem Schulbeſuch zu erweitern und zu befeſtigen, nicht unbenutzt gelaſſen. Der Plan zur Gründung einer Kleinkinderſchule beſchäftigt gegenwärtig unſern Gemeinderath. So ſorgt man für die nicht mehr und die noch nicht ſchulpflichtige Jugend. Schule und Leben nähern ſich mehr und mehr.

Der Repräſentation unſerer Bildungsanſtalten nach Außen fehlt es noch an einigen Räumlichkeiten. Der erſte Lehrer beſitzt nicht einmal einen eigenen Schulſaal; zwei andere Lehrer haben ſehr dürftige Wohnungen; für eine größere Schulfeierlichkeit, namentlich für eine Schulprüfung, fehlt durchaus ein paſſendes Lokal. Doch ſind bereits Schritte geſchehen, dieſem Mangel abzuhelfen. Geſtützt auf die treffliche Kreisverwaltung wird unſere Localbehörde auch

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hier das Richtige treffen. Für Beider Einſicht und Thätigg 1 10

zeugen manche bleibende Denkmale, indem ſie Unternehmm 1 b Kone, gen ausführten, welche vor 30 Jahren kaum unter e N frommen Wünſche gehörten; mit einem finanziellen Hine niß werden ſie bei den glänzenden Mitteln des Kut hausfonds nicht zu kämpfen haben. Curtmann äußert ih e dn nad in ſeiner gediegenen Schrift:Könnte der Staat zu f 100 hie ech Lehrern einmal ſagen: Siehe, ich habe das Meinige gethan an ſelbſt, the ihr Unzufriedenen, nun thut Ihr das Eurel, Hier kön 1 auderen es, glaube ich, bald geſagt werden. 1 Site gleiche Butzbach im Sommer 1844. g K de Base g 5 Behüt' Vor N Zur Erheiterung. 275

Man ſprach in einer Geſellſchaft, wie das ja 0 geſchieht, von den wichtigen Geſchäften des Eſſens un Trinkens. Der Eine bemerkte, daß er es mit einer tüct gen Mahlzeit halte, während der Andere dem Trinken g Aemand Vorzug geben wollte. Man ſtritt lange hin und her.un dae der Führer: wie halten Sie's denn? fragte endlich Einer aus der 0e us Melanchel ſellſchaft einen wohlbeleibten Mann, der bisher in behagliche aug, mein Her! Ruhe dem Streite mit angehört hatte, ohne ein Wort z ſprechen.Ich, erwiederte dieſer ſchmunzelnd, ich ſſ nicht wenig, trinke dafür aber deſto mehr, herngege

(hingegen) will ich auch meine ordentliche Ruh' haben!»Jcham weißt du, wel * ** Beknnntmad * Man redete in einer Geſellſchaft davon, was war 0

am liebſten trinke und der Eine entſchied ſich für Wein, zu Andere für Bier, der Dritte für Waſſer.Nein, lib da ein Vierter an, das muß ich ſagen, wenn ich gut 1055 Waſſer hab', dann laß ich das beſte Bier ſtehen und tri ee Wein., nung des Gaſt Candgerichtsbez

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Wenigſtnehmend

Ein Mann trug in ſeiner Köͤtze, in der er vv Friedberg d

ſchiedene Dinge hatte, oben darauf auch ſein kleines Kind 1

Es dauerte nicht lange, ſo wurde durch die Bewegung di Beke Gehens das Kind aus der Kötze herausgeſchnellt und ff e auf den Boden. Der Vater verlor auch nicht im Gerinp machung vom ſten die Faſſung, ſondern hob das Kind auf, hockte es w 1 8 1 der in den Tragkorb und ſagte lächelnd:die Jugend ul

getobt hunn!

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der Streitenden behauptete, daß viele Leidenſchaften dieſg eee Namen nicht verdienen, ſondern reiner Inſtinkt wäre, 1. wobei man Beiſpiele aufſtellte und im Laufe des Discouß

ſes öfters das Wort Inſtinkt erwähnte. Nachdem man ſſh Sdafp eine Zeitlang geſtritten hatte, kam ein im Zimmer ſitzendnn(lug) zr Oeſtereicher hinzu und redete die Streitenden an: Mein mag un 1

bee g l J kale 5 od Herrn! nehmen's nit übel, i konn Ihnen mit G'wißhen mung,

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