Ausgabe 
31.7.1844
 
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die Taſche, als ob er ſich vor lauter Mitleid und chriſt⸗ her Liebe nicht helfen könnte, und zieht eben ſo ſchnell den keldbeutel heraus.Das iſt mir ein Mann, ruft Jeder, u ihn ſieht, bei dem klopft Keiner vergeblich an. Kaum ber, daß du ſo denkſt und wendeſt eine Sekunde nur deine lüicke von dem Mitleidigen weg, ſo fliegt der Beutel wieder die Taſche und mit dem frömmſten Geſichte von der gelt ſagt der Barmherzige zu ſeinem armen Bruder: Gott lf, mein guter Freund! Was gibt's aber da zu lachen nd zu ärgern? Ich lache, daß der Kautz ſo thörigt iſt d meint, man merke nicht, was für ein Kautz er ſei, nd ärgere mich, daß der Kautz ſo ſchlimm iſt und mit dem bmen ſogar ſein heuchleriſches Spiel treibt.

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1 Neulich hab' ich'nmal den A. und den B. mit⸗ mander disputiren hören. Der A. ſagte: auch die Geiſen ben Wolle, der B. ſagte: nicht doch, die Geiſen haben Zare. Der A., der immer was Rechtes ſein wollte und tien Widerſpruch vertragen konnte, ward immer hitziger unerlich und im Geſichte röther. Endlich rief er: ei was, nie verſtehen nichts, Sie ſind ein Eſel, ich ſage Ihnen die eiſen haben Wolle und damit Baſta! Als er das ge gt hatte, war der Streit zu Ende, denn B. wendete ſich

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ſtand. Zu dieſem ſagte er:wer in einem Wortwechſel ſchimpft, der gibt damit immer zu erkennen, daß er entweder ganz Unrecht hat oder wenigſtens die Gründe, mit welchen er ſein Recht vertheidigen könnte, entweder nicht kennt oder nicht vorzubringen verſteht. In beiden Fällen lohnt es ſich der Mühe des Streitens nicht. Zudem ſind Schimpfworte die Waffen der Gemeinheit, gegen welche ein ehrlicher gerader Mann nicht kämpft. Nur ſchützen muß man ſich gegen ſie und das geſchieht damit am beſten, daß man dem, der ſie führt, ſeine volle Verachtung beweiſt. Mich dünkt, der Mann hatte Recht.

Kirchenbuchs-Auszug vom Juni 1844. Ulrichſtein.

Getraute: Keine.

Getaufte:

9. Dem hieſigen Bürger und Ackermann Johannes Alt eine Tochter, Anna Eliſa, geb. den 21. Mai.

30. Dem hieſigen Bürger und Ackermann Joh. Heinrich Lipp ein Sohn, Heinrich, geb. den 4. Juni.

Beerdigte:

19. Katharina Koller, des hieſigen Bürgers und Strumpfwebers Georg eine Geborne Fink von Helpershain,

eg von A. zu einem Dritten, der hinter ſeinem Stuhle

Koller nachgelaſſene Wittwe, eit g alt 20 Jahre, 2 Monate und 28 Tage, kt den 16. Juni.

Zekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

cc Oeffentliche Aufforderung. 963) Gr. Heſſ. Hofgericht der Provinz kberheſſen hat über das Vermögen der Ge⸗ tüder Markus und Liebmann Heß zu Einarts⸗ huſen den förmlichen Concursprozeß erkannt nid das unterzeichnete Gericht mit deſſen Lei⸗ ung beauftragt. Es werden daher alle die⸗ migen, welche an das Vermögen der genann⸗ n Gebrüder Heß irgend Anſprüche bilden koͤnnen vermeinen, hiermit aufgefordert, beſelben um ſo gewiſſer im Termin Mittwoch den 14. Auguſt l. J., Vormittags 9 Uhr, tutweder in Selbſtperſon oder durch mit geeig ten Vollmachten verſehene Vertreter anzu⸗ igen und zu begründen, als ſie ſonſt ohne rgängige Erlaſſung eines Präcluſiv⸗Dekretes s ſtillſchweigend von der Maſſe ausgeſchloſſen erden angeſehen werden. Zugleich ſoll im vorbeſtimmten Liquidations- zermin zur Beilegung des Gantes die Güte ugelegentlichſt verſucht, im Entſtehungsfalle der zur Wahl eines Maſſe-Curators, Gläu⸗ gerausſchuſſes und der Feſtſetzung der dem etzteren zu ertheilenden Befugniſſe geſchritten zerden, weßhalb alle nicht perſönlich erſchei ende Gläubiger bei Ausfertigung der ihren Nandatarien auszuſtellenden Vollmachten hier⸗ uf gehörige Rückſicht zu nehmen haben. Laubach den 2. Juli 1844. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht daſ. 6 Brumhard. Bekanntmachung. 960 Die hinterlaſſenen Kaspar Schepp's Ander und ihr Stiefvater Kaspar Aff II. zn Veitsberg beabſichtigen zum Behufe der Erbauseinanderſetzung eine Uebereinkunft, durch zelche das ihnen gehörige Gut mit den vor

zandenen Schulden zur Theilung gebracht wer⸗

den ſoll, und haben um öffentliche Aufforde rung der Gläubiger gebeten.

Es werden deßhalb diejenigen, welche irgend Forderungen an die Contrabenten oder deren Gut über deſſen Beſtandtheile ein Grundbuchs auszug in der Regiſtratur des unterzeichneten Gerichts zur Cinſicht vorliegt, zu bilden haben, hiermit aufgefordert, ſich im Termine

Donnerſtag den 29. Auguſt d. J.,

i Vormittags 8 Uhr, ſogewiß dabier anzumelden, widrigenfalls ſie bei der Erbvertheilung und deren gerichtli⸗ chen Beſtätigung keine Berückſichtigung finden können.

Grünberg den 9. Juli 1844.

Großh. Heſſ. Landgericht daſ.

Welck er.

Oeffentliche Aufforderung. (965) Die Grundbeſitzer der Gemarkung Flenſüngen beabſichtigen die dem Haupt⸗ mann Ludwig Ernſt Karl Freiherrn Schenk zu Schweinsberg auf der Sorge zuſtehenden Grundrenten im geſetzlichen Geld anſchlage von 158 fl. 28 ½ kr. nach Maas lor des Geſetzes vom 26. Juni 1836 abzu

loſen.

Es werden daher in Folge der Requiſition Grßh. Kreisraths des Kreiſes Grünberg alle bekannte oder unbekannte Betheiligte bei der Ablöſung vorerwähnter Grundrenten hierdurch aufgefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche binnen 2 Monaten von heute an bei hieſigem Gerichte ſogewiß anzuzeigen, als ſonſt die Aus; zahlung des in 2852 fl. 33 kr. beſtehenden Ablöſungskapitals an den genannten Berech⸗ tigten geſtattet werden wird.

Grünberg den 5. Juli 1844.

Großh. Heſſ. Landgericht Welcker. Edietalladung. (992) Die Ablöſung der Grundrenten in den Gemarkungen Bettenhauſen, Bellersheim und Muſchenheim, insbeſondere der der Fa milie Gremp zu Freudenſtein zuſtehenden.

Nach den vorliegenden Adminiſtrativacten iſt die Erlaſſung gerichtlicher Edictalien ver⸗ fügt und darauf hingewieſen worden, daß der in neueſten Bezug befindliche Theil als der vorläufig berechtigte aufzuführen ſeie.

Als ſolcher erſcheint die Familie Kees, be⸗ ſtehend aus der Frau des kur fürſtlichen Pfar⸗ rers Bode zu Wachenbuchen, einer gebornen Kees, dem Oberförſter Kees zu Treppſtadt in Rheinbaiern, und dem Chriſtian Kees zu Gelnhauſen.

Die Grundrenten beſtehen:

1) in der Gemarkung Bettenhauſen, in einem geſetzlichen Geldanſchlag von jahrlich 595 fl. 41 ¼ kr.,

2) in der- Gemarkung Bellersheim in einem gleichen Anſchlag von 6 fl. 8 ½ kr. und

3) in der Gemarkung Muſchenheim in einem ſolchen von 7 fl. 51 kr.

Wer bei dieſer Ablöſung ſich betheiligt er achtet, wird nach Artikel 23. des Ablöſungs geſetzes, ohne Rückſicht ob der Anſpruch bereits bekannt oder noch unbekannt iſt, hiermit auf⸗ gefordert, ſogewiß binnen zwei Monaten, nach dem öffentlichen Erſcheinen dieſer Aufforde rung ſich dahier auzumelden und ſeinen An⸗ ſpruch anzuzeigen, als ſonſten die Auszahlung der Ablöſungs-Kapitalien an die bezeichneten Berechtigten, oder deren Weiſung verfügt werden wird.

Hungen den 11. Juli 1844.

Gr. Heſſ. Fuͤrſtl. Solmſ. Landgericht. Hofmann.

Edictalladung. (990 ueber das äuſſerſt geringe und ſehr bedeutend uͤberſchuldete Vermögen des Wag⸗ nermeiſters Heinrich Kötter dahier, hat Gr Hofgericht zu Gieſſen den Concurs erkannt, Und unterzeichnetes Gericht mit deſſen Leitung beauftragt. Demgemäß fordert man alle die jenigen, welche Anſprüche irgend einer Art an den Gemeinſchuldner haben, auf, ſolche ſo ge wiß im Termin Dienſtag den 17. September, Vorm. 10 Udr