Ausgabe 
31.1.1844
 
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verminder.

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Es ſind weniger als im Jahr 1842: 30 Pferde, 26 Foh len, 9 Bullen, 210 Ochſen, 432 Kühe, 409 Rinder, 1230 Schaafe, 1814 Schweine, 35 Ziegen und 25 Eſel. Eine gewiß bedeutende Abnahme!

Dirie n

Der Engländer Bulwer läßt die Frau Lobkins zu Paul Clifford ſagen:Lies deine Bibel und ſprich wie ein Petiſcht, die Leute gehn mehr nach deinen Redensarten, als nach dem, was du duſcht. Eine Nutzanwendung zu dieſer Stelle ſcheint nicht nöthig, wiewohl es nicht Wenige geben möchte, die ſich in ihr ſpiegeln konnten.

Der Pole Czaykowski ſagt:welche Luſt liegt in der erſten Zeit des Eheſtandes; der Kelch des Lebens iſt hier voll Süßigkeit, der Faden des Lebens ſpinnt ſich glatt und raſch ab; wie ein Blitz eilt die Zeit dahin und das glückliche Paar denkt nicht an das, was war, bekümmert ſich nicht um das, was ſein wird, es ſieht nur das und lebt nur in dem, was da iſt. Wenn ſich zuweilen die Worte der Eheleute nach der Vergangenheit verirren, ſo geſchieht es, um die Gegenwart durch Erinnerungen zu verſchönern; wenn ihre Gedanken zufallig einmal in das Labyrinth der Zukunft ſich vertiefen, ſo geſchieht es, um durch das Spiel der Phantaſie neue Luſt zu erzeugen. Dieß iſt ein para dieſiſches, ein himmliſches Leben. Das Volk hat dafür den Namen Honigmonat: o, wollte Gott, es folgte kein Pfef fermonat daranf, und doch iſt es gewöhnlich ſo auf dieſer Welt. Alſo es iſt in Polen gerade, wie bei uns, tout comme chez nous ſagt der Franzoſe. Woher das nur kommen mag? Das kommt daher, daß Viele ſich verhei rathen, ohne die Perſon, mit der ſie ſich verbinden wollen, und ohne ihre guten und ſchlimmen Eigenſchaften genau zu kennen, oder auch ohne dieſe Perſon ſo zu lieben, daß ſie im Stande ſind, uber ihren guten ihre ſchlimmen Eigen ſchaften zu vergeſſen und ſie zu tragen. Wollet ihr darum, daß auf den Honigmonat der Ehe kein Pfeffermonat folge, o dann übereilet den wichtigſten Schritt eures Lebens nicht und kettet Euch nie an Jemand, den Ihr nicht von ganzem Herzen liebet. Wahrlich! weder Reichthuum, noch Schön

17 heit, noch Ehre, noch Anſehen, noch Putz, noch ſonſt Etwas

kann den Pfeffer, wenn er da iſt, in Zucker und Honig ver wandeln.

Kirchenbuchs-Auszug vom Dezember 1843. Laubach. Getraute:

Der hieſige Bürger und Schuhmachermeiſter Johann Heinrich Kühn III., des hieſigen Bürgers und Metz germeiſters weiland Philipp Chriſtian Kühn hinterlaſ ſener, ehelicher, lediger Sohn und Maria Antoinette Roos, des Bürgers in Ellwangen in Würtemberg und Arbeiters in der Schram'ſchen Porzellanfabrik dahier weiland Johann Georg Roos eheliche ledige Tochter.

Getaufte:

8. Dem Bürger und Gärtner Johann Chriſtian Schnei der ein Sohn, Matthäus und eine Tochter, Eliſabetha, geb. den 1. Dezember.

Dem Buͤrger und Schuhmachermeiſter Johann Heinrich

Kühn III. ein Sohn, Heinrich Franz, geb. d. 13. Nov.

10. Dem Bürger und Gräflichen Jäger Georg Konrad Bötz eine Tochter, Maria Katharina, geb. d. 3. Nov.

26. Dem Bürger und Leinweber Johann Georg Rühl ein Sohn, Auguſt, geb. den 12. Dez.

27. Dem Bürger und Sattlermeiſter Georg Auguſt Thel lin eine Tochter, Katharina Margaretha, geb. den 29. Nov.

31. Dem Bürger und Schloſſer Chriſtian Gromm ein Sohn, Johannes, geb. den 13. Dez.

31. Dem Andreas Göbel, ledig, eine uneheliche Tochter, Eliſabetha Chriſtiana Wilhelmina, geb. den 7. Dez.

31. Dem Bürger und Schloſſermeiſter Johann Hartmann Jager ein Sohn, Wilhelm, geb. den 1. Dez.

10.

Beerdigte:

8. Chriſtian Kircher, des hieſigen Buͤrgers und Bäcker meiſters Konrad Kircher eheliches Söhnchen, alt 8 Mon., 1 den 54

15. Maria Spuck, des hieſigen Bürgers und Taglohners Balthaſer Spuck eheliches Töchterchen, alt 5 Jahre, 4 Mon. und 27 Tage, 7 den 12. Dez.

24. Maria Katharina Jochem, des hieſigen Bürgers und Sattlermeiſters Johannes Jochem Ehefrau, geb. Rebe, alt 56 Jahre, 9 Mon. und 16 Tage, 1 den 21. Dez.

Dez.

29. Martin Frenzel, Bürger in Kelſterbach und Arbeiter

in der Schram'ſchen Porzellanfabrik, alt 50 Jahre, 1 den 26. Dez.

ro

a. Oeffentliche Aufforderung.

Bekanntmachungen von Be⸗

hörden.

Bekanntmachung.

(86) Nachdem die Frau des Heinemann Bamberger von Bellersheim die Erklärung ge geben, daß ſie gemeinſchaftlichen Handel mit ihrem Manne nicht treiben und ſich damit ge gen die Theilnahme an ſeinen Schulden ver wahren wolle, ſo wird dieſes zur dienlichen Notiz veröffentlicht.

Hungen den 9. Januar 1844.

Gr. Heſſ. Fſtl. Solms⸗Bflsſches Landgericht

Hofmann.

(83) Johann Heinrich Schepp modo Hein⸗

rich Otterbein und 8 Conſorten zu Rupper tenrod, haben 53/106 1/7 16 Klafter Brauhaus bei der Kirche an L. Schmidt zu Ruppertenrod an Heinrich Thomas daſelbſt verkauft, ohne ſich deßhalb als Eigenthümer urkundlich ausweiſen zu können. Macht Je mand Cigenthums- oder ſonſtige Anſprüche an dieſes ſ. g. Brauhaus, ſo muß er ſie binnen 6 Wochen, von heute an, dahier anmelden, widrigenfalls dem abgeſchloſſenen Kaufe die gerichtliche Beſtätigung ertheilt wird. Grünberg den 2. Januar 1844. Gr. Heſſ. zum Landgericht daſ. geh. Patgcht. der Freiherrn von Riedeſel zu Eiſenbach Welcker. Thaler.

(877) Johannes Feuerſtein von Stangenrod hat gegen Johann Georg Münch Ilir von Haarbach die nachfolgende Klage erhoben. Ausweißlich das von dem früheren Gr. Bür germeiſter Wilhelm von Göbelnrod errichteten Protocolls vom 2. Sept. 1842 hat mir der Beklagte den Reſt eines baaren Darlebhns, welchen ihm Chriſtoph Loth von Haarbach im Betrage von 204 fl. kr. verſchulden ſollte, für die Summe von 149 fl. kr. käuflich abgetreten und ſich für die Richtigkeit dieſes Darlehns ausdrücklich haftbar erklärt. Ich habe ihm hierauf 40 fl. alsbald bezahlt, und bin ſofort gegen den Schuldner, weil er die Richtigkeit des fraglichen Darlehns nicht an erkennen wollte, klagend aufgetreten, indeſſen mit meiner Klage rechtskräftig abgewieſen