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und verannern aber muß man hochdeutfſch verandeßxß,
Orthographie wetterauiſcher Woͤrter.
Wir haben in unſerer wetterauiſchen Sprache manche Wörter, von welchen Viele nicht wiſſen, wie ſie zu ſchreiben und hochdeutſch zu ſprechen ſind. Es iſt darum gewiß nicht uneben, wenn ich in dieſem gemeinnützigen Blatte, dem Intelli— genzblatte, von Zeit zu Zeit eine Anzahl ſolcher Wörter angebe, um ihre Orthographie und richtige hochdeutſche Ausſprache nebſt der eigentlichen Bedeutung zur Kenntniß zu bringen. Auf ſogenannte gelehrte Forſchung aber kann hier natürlich nicht eingegangen werden, da ſie fuͤr das Blatt nicht wohl paßt; nur ſo viel bemerke ich, daß das, was ich hier gebe, auf ſicherer Forſchung beruht.
1) Der Groppen, d. i. der aus Eiſen oder ge⸗ miſchtem Metall gegoſſene Kochtopf. Man ſchreibe nur nicht Kroppen, das iſt falſch. Eigentlich ſollte man Gropen ſchreiben mit einem p. In Niederdeutſchland ſagt man der Grapen, wie auch manche Dichter, als Johann Heinrich Voß, Johannes Falk ꝛc., in ihren Gedichten geſchrieben haben. Das Wort Gropen bedeutet urſprünglich(im Alt— deutſchen) die Röſtpfanne, den Tigel.
2 Die güldene Schnitte, d. i. eine breite Sem⸗ melſchnitte, welche in abgeklopfte Eier getunkt und in Schmalz gebacken worden iſt. So ſchreibt und ſpricht man hochdeutſch unſer wetterauiſches„die gealle Schnitt; bayeriſch ſagt man „das guldene Schnidle.“ Der Name güldene Schnitte kommt wahrſcheinlich daher, weil ſie Faſtenſpeiſe war und man z. B. die katholiſchen Quatemberfaſten auch die Gol d— faſten nennt. Wir pflegen in der Wetterau unſere Gäſte mit güldenen Schnitten zu ehren. Aehnlich iſt es auch weit von uns vor dem Böhmer Wald in Bayern; dort pflegt man, wen man ſehr ehren will, mit„guldenen Schnidlu⸗ und Branntewein zu bewirthen.
3) Die Ueſſel, d. i. die Funkenaſche, welche der Bäcker aus dem Backofen in die neben dieſem befindliche Kaute ſcharrt, welche daher die Ueſſelkaute heißt. Den einzeln auffliegenden Funken von der Bäckeraſche nennt man eine Ueſſel. Man ſchreibe ja nicht Iſſel und in der Mehr— zahl Iſſeln. Das Wort Ueſſel oder, wie man urſprüng— lich ſchrieb, Ueſel(Wir ſchreiben jetzt der ſcharfen Ausſprache wegen ſſ) iſt uralt und kommt ſchon vor tauſend Jahren vor, hat ſich alſo auch noch in unſerer wetterauiſchen Sprache erhalten, während es im Hochdeutſchen längſt nicht mehr üblich iſt. Wie ſchön ſang vor ſo langer Zeit einmal ein altdeutſcher Dichter:
„Die Wälder wurden Zu Aſche und Ueſel,
Er will damit ſagen: Die Wälder verbrannten und fielen theils als todte Aſche nieder, theils flogen ſie in die Luft als Funken.
4) Verandern, d. i. verheirathen(ſich mit jemand Anderm ehelich verbinden). Dieß iſt ſchon ein altes Wort und war zu Luthers Zeit ſehr im Hochdeutſchen üblich, wo man auch verändern in der Bedeutung von verheirathen ſagte. Nach unſrer wetterauiſchen Ausſprache„verahnern—
ſprechen und ſchreiben.
bedeutet eigentlich ein bewatbares ſtehendes Gewäſſer.
6) Das Hünkel, d. i. das Huhn, iſt ſchon vor faßt 0 Erasmus Alberug 0
Huhnz aber wir fühlen dieſe Verkleinerung ſo wenig, daß 0
tauſend Jahren im Gebrauch geweſen. 6 ſchrieb ſchon hünckel. Es iſt das Verkleinerungswort von
wir ſogar noch mehr verkleinernd ſprechen Hünkel chen Wer Hinkel ſchreibt, ſchreibt falſch.
7) Der Gückel, d. i. der Hahn. So ſchreibt eben
falls ſchon Erasmus Alberus 1540. Man darf nicht Gickel
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5 i e und deſſen ſchreiben. Das ſieht man auch ſchon aus den Nebenformen?. Veſea un
der Gockel, der Göckelhahn. Dieſe alle ſtimmen überein min dem franzöſiſchen Namen des Hahnes: le cog.
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7 ö 1 gen de 8) Der Al oder, wenn man die Dehnung des e machen da bezeichnen will, der Aal, d. i. der Zwinger oder Winke A erelag den 3. 30
zwiſchen Gebäuden. Das Wort kommt ſchon bei Erasmus Alberus in ſeinem Wörterbuche von 1540 aus unſerer 1 terauiſchen Sprache vor, der es Al ſchreibt. Es iſt die zu⸗ ſammengezogene niederdeutſche Form von einem im Hochdeut⸗ ſchen unüblichen, rheiniſch-deutſchen Worte Adel(urſprünglich ate), welches die Pfütze bezeichnet, die ſich als Abfluß aus den Viehſtällen bildet, und ſo bedeutet der Aal eigentlich den Abzugscanal für unreine Flüſſigkeit, Winkel zwiſchen Gebäuden häufig dienten.
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Es werden daber!
Zur Erheiterung.
Ein Reiſender ließ ſich im Gaſthofe einen Barbier holen. Dieſer trat ein und brachte einen ſchwarzen Pudel mit. Als der Barbier den Fremden einſeifte, ſtellte ſich der Hund plötzlich auf die Hinterbeine und fing an zu bel— len„Was fällt denn Ihrem Pudel ein?“ fragte der Rei ſende.—„Verzeihen Sie,“ erwiederte der Barbier,„wenn ich raſire, fällt manchmal ein Stückchen Backen ab, und das frißt er gern. Darum bittet er, denn er ſcheint heute gerade rechten Appetit zu haben. Er thut ſonſt keinem Menſchen etwas, aber Hunger thut weh.“— Der Reiſende war froh, als der Barbier fertig war, ohne daß der hung rige Pudel ein Stück von ſeinem Backen erhalten hatte.
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* Jemand wollte das Unglück, von dem er in kur⸗ zer Zeit durch Todesfälle heimgeſucht worden ſei, ſchildern und ſagte:„ja, es iſt gar zu arg, in drei Jahren ſieben Menſchen, ſieben Menſchen ſag' ich Ihnen und ein Tochter⸗ mann.
ta, Schuldverſche dert gegen Rückgab' i Beträge bis zum er ſſeiger Gemeindekaſſe
Men, indem von dieſe Feten Zinſen vergütet altenſtadt am 15
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