Ausgabe 
30.10.1844
 
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r das Heil der Chriſtenheit durch die Ausſtellung der Lrier'ſchen Reliquie erzielten; ſo haben Sie doch eine dop⸗ Alte Schuld dabei auf ihr Gewiſſen geladen, von der Sie ih nicht reinigen können. Ein Mal iſt es unverzeihlich un Ihnen, daß Sie, wenn dem bewußten Kleidungsſtücke wirklich eine Heilkraft beiwohnt, der leidenden Menſchheit deſelbe bis zum Jahre 1844 vorenthalten haben. Zum Adern iſt es unverzeihlich, daß Sie Opfergeld von den Hunderttauſenden der Pilger nehmen, oder iſt es nicht mperzeihlich, daß Sie als Biſchof Geld von der hungern⸗ din Armuth unſeres Volkes annehmen? zumal Sie erſt Ar einigen Wochen geſehen haben, daß die Noth Hunderte Aufruhr und zu verzweifeltem Tode getrieben hat? Aſſen Sie ſich im Uebrigen nicht täuſchen durch den Zu kuf von Hunderttauſenden und glauben Sie mir, daß, wihrend Hunderttauſende der Deutſchen voll Inbrunſt 42) iich Trier eilen, Millionen gleich mir von tiefem Grauen und bitterer Entrüſtung über Ihr unwürdiges Schauſpiel füllt ſind. Dieſe Entrüſtung findet ſich nicht etwa blos hi einem oder dem anderen Stande, bei dieſer oder jener Nartei; ſondern bei allen Ständen, ja ſelbſt bei dem katho lichen Prieſterſtande. Daher wird Sie das Gericht eher eilen, als Sie vermuthen. Schon ergreift der Geſchichts ſhreiber den Griffel und übergiebt Ihren Namen, Arnoldi, die Verachtung bei Mit⸗ und Nachwelt und beze t Sie as den Tetzel des 19. Jahrhunderts!

ſteher, Kreis- und Landſtaͤnde, wohlan, wirken Sie durch dieſelben. Suchen Sie ein Jeder nach Kräften und endlich ein Mal entſchieden der tyranniſchen Macht der römiſchen Hierarchie zu begegnen und Einhalt zu thun. Denn nicht blos zu Trier wird der moderne Ablaßkram getrieben, Sie wiſſen es ja, in Oſt und Weſt, in Nord und Süd werden Roſenkranz⸗, Meß⸗, Ablaß⸗, Begraͤbnißgelder und dergleichen eingeſammelt und die Geiſtesnacht nimmt immermehr über hand. Gehen Sie alle, ob Katholiken oder Proteſtanten, ans Werk, es gilt unſere Ehre, unſere Freiheit, unſer Glück. Erzürnen Sie nicht die Manen Ihrer Väter, welche das Capitol zerbrachen, indem Sie die Engelsburg in Deutſch land dulden. Laſſen Sie nicht die Lorbeerkränze eines Huß, Hutten, Luther beſchimpfen. Leihen Sie ihren Gedanken Worte und machen Sie Ihren Willen zur That.

Endlich Sie, meine Amtsgenoſſen, die Sie das Wohl Ihrer Gemeinden, die Ehre, die Freiheit, das Glück Ihrer deutſchen Nation wollen und anſtreben, ſchweigen Sie nicht länger, denn Sie verſündigen ſich an der Religion, an dem Vaterlande, an Ihrem Beruf, wenn Sie länger ſchweigen und wenn Sie länger zögern, Ihre beſſere Ueberzeugung zu bethätigen. Schon habe ich ein anderes Wort an Sie ge

tet,) darum für jetzt nur dieſe wenige Zeilen. Zeigen Sie ſich als wahre Jünger deſſen, der Alles für die Wahr heit, das Licht und die Freiheit geopfert; zeigen Sie, daß

Sie ſeinen Geiſt, nicht ſeinen Rock geerbt haben.

Sie aber, meine deutſchen Mitbürger, ob Sie nal

cler fern von Trier wohnen, wenden Sie Alles an, baß iin deutſchen Namen nicht inger eine ſolche Sch 5 grhan werde. Sie haben rdnete, Gemeindevor

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

N N ππιιτινοονονοσ

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Edictalla dung. 5 50 Anſprüche aus der von Konrad ein und Chefrau Gertrudis zu Ockſtadt der igen Kirche im November 1798 errichteten Hepothek über 50 fl., die nach Anzeige des ſubigeriſchen Fonds abgetragen, jedoch ver⸗ hen gegangen iſt, ſind binnen 3 Monaten, zen hente an, hier anzuzeigen, widrigenfalls te Hypothek für erloſchen angeſehen und der de fallſige Eintrag im Hypothekenbuche geſtri

hn werden wird.

Friedberg den 9. Oktober 1844.

Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Nehverſicherungsanſtalt für den Kreis Hungen.

3735) Man bringt hiermit zur Kenntniß de Bewohner des Kreiſes Hungen, daß bei h Viehverſicherungsanſtalt dieſes Kreiſes ge Awärtig aus 17 Gemeinden Rindvieh ver⸗ ſdert iſt, und zwar mit einem Kapitalwerth n 192471 Gulden, obgleich die Anſtalt erſt it halbes Jahr beſteht. Der Quartal Beitrag erägt jetzt 1% Heller von einem Gulden Rſicherungs⸗Kapilal, und bei eintretenden Ferbfällen vergütet die Anſtalt alsbald drei prtheile des Werthes.

Aufnahmen finden regelmäßig alle Viertel ahr ſtatt, und es können auch einzelne Vehbeſitzer des Kreiſes Hungen ihr Rindvieh

Johannes Ronge, katholiſcher Prieſter.

Es iſt uns unbekannt, auf was der Verfaſſer hier anſpielt.

Die Red

verſichern laſſen, wenn h ſonſt aus dem Wohnorte derselben Niemand der Anſtalt bei treten will. Durch den Beitritt macht man

ſich nur auf ein Jahr verbindlich.

Hungen den 17. Oktober 1844. Der Director der Verſicherungsanſtalt

des Kreiſes Hungen: Hunſinger.

Nero ga nig

(1373) Im gerichtlichen Pfandbuche für Grunberg befindet ſich ein Eintrag vom 8. Januar 1819 über 300 fl. Kapital, aufgenom⸗ men von Johann Georg Römer, Schneider⸗ meiſter und deſſen Frau dahier, bei Handels leuten Eghinger und Weltz dahier, verzinslich zu 5 pCt. und es iſt ein Wohnhaus bei der Barfußergaſſe bezeichnet alt%s neu 86 verpfändet. Vom Bevollmächtigten der Dar leiher liegt Beſcheinigung über erfolgte Rück zablung der Schuld vor, die Schuldurkunde ſelbſt aber wird vermißt. Römer hat auf Löſchung des Eintrags im Pfandbuche ange tragen, und es wird dieſem Antrage entſpro chen, wenn hiergegen nicht binnen 6 Wochen begründete Einſprache dabier erhoben wird.

Grünberg am 26 September 1844. Großh. Heſſ. Landgericht

Welcker.

Obligations ⸗Verlooſung.

(1376) Bei heutiger Verlooſung wurden Nro. 11 und 32, jedes à 200 fl. Obligation des bei dem Handlungshauſe Herrn Simon Lindheimer negoclirten Anlehens, zur Rück⸗ zahlung auf den 1. Januar 1845 gezogen, was den Intereſſenten mit dem Bemerken bekannt

gemacht wird, daß es ihnen frei ſtebt, die Be. träge bei obigem Handlungshaus oder bei der Gemeinde-Caſſa dahier zu empfangen. Hohenſülzen, Kreiſes Worms, den 5. October 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Emmert.

Bekanntmachung. (1394) Die Gemeinde Melbach ſucht einige Hundert junge Birn- und Aepfelſtämm⸗ chen, ſ. g. Setzlinge, für ihre neu angelegte Baumſchule anzukaufen. Hierauf Reflectirende wollen ſich an den Unterzeichneten wenden.

Melbach am 23. Oktober 1844. Der Grßh. Heſſ. Burgermeiſter Keil.

Verſteigernng von Baureparakurar beiten.

(14010 Die für das Jahr 1844 an der Synagoge der iſraelitiſchen Gemeinde zu Nie derweiſel nöthigen Reparaturarbeiten, als: 1) Maurerarbeit, voranſchlagt zu 8 fl. 30 kr. 2) Spenglerarbeit 13 30 3) Dachdeckerarbeit 9* 30 ſollen Donnerſtag als den 31. October laufen den Jahrs, in dem Wirthsbauſe zum Löwen in Niederweiſel, an die Wenigſtnehmenden in Akkord gegeben werden. Die Steigliebhaber werden mit dem Bemerken eingeladen, ſich präcis 1 Ubr Nachmittags gefälligſt einfinden zu wollen. Oſtheim am 26. Oktober 1844. F. d. V.: In Auftrag C hottz.