Ausgabe 
29.6.1844
 
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Butzbach und die Umgegend beſchloß. Am 24. April erklärte ſich der Verein für conſtituirt.

Die Sache der Guſtav-Adolf-Stiftung iſt Volksſache geworden und hat in allen Ständen Fleiſch und Blut ge⸗ wonnen. Dennoch hört man ſo oft die Antwort, wenn: Was ſollen wir thun? gefragt wird,Man ſchließt ſich einem größeren Verein an. Soll das Intereſſe für eine hohe Idee genährt und erhalten werden, ſo iſt vielmehr die Bildung von Localſectionen) nothwendig. Bei dem An⸗ ſchließen mehrerer Gemeinden zu einem Zweigverein dagegen ſollte man jetzt nicht mehr nach Dekanaten, Gerichts- und Verwaltungsbezirken nahgelegene Gemeinden trennen, ent⸗ legene vereinigen, ſondern die natürlichen Grenzen feſthal⸗ tend, ſolche Orte zum Mittelpunkt wählen, welche für be⸗ nachbarte Gemeinden nahe genug ſind, um die Verſamm⸗ lungen regelmäßig beſuchen zu können. Der hieſige Verein hält jährlich vier Verſammlungen; die erſte Quartalſeſſion fand am 3. d. M. im geräumigen Saal des Herrn Becker Statt; die Angelegenheiten des Vereins boten einen reich⸗ lichen und intereſſanten Stoff zur Mittheilung und Beſpre⸗ chung dar. Die Anzahl der Mitglieder betrug an dieſem Tage 214, welche 100 fl. und etliche Kreuzer unterzeichnet hatten. Jedenfalls werden unſere Verſammlungen ſtets flei⸗ ßig beſucht werden. Das Zuſammenkommen iſt freundſchaft⸗ licher Art, das Streben nach Einem hohen und reinen Zweck veredelt die Geſelligkeit und hält eine Lebensfriſche rege, die dem Herzen wohl thut.

Butzbach im Juni 1844.18

Schiller als Mitgründer der Saͤngerfeſte.

Herr Profeſſor Albert Schott ſagte unter anderm in ſeiner bei der diesjährigen Feier des Schillerfeſtes(welches bekanntlich jedes Jahr an dem Todestage des Dichters, 9. Mai, in Stuttgart ſtattfindet) vorgetragenen Rede:Auch dem jetzt ſo fröhlich gedeihenden Leben des Geſanges iſt von dem Augenblick an, wo es in unſerm Land ſich rührte, an den Tagen ſeiner(Schillers) Gedächtnißfeier, an der Thätigkeit für ſein Denkmal ein ſegensreicher Halt geworden, ſo daß wir Schiller, den längſtverſtorbenen, als einen Mitgründer der ſchönen Feſte rühmen dürfen, die durch Liederluſt und bunt⸗ wogende Fröhlichkeit goldene Faͤden in das Gewebe des Daſeins ſchlagen. Klein beginnt alles, was einſt in Kraft und Fülle ſich entfalten, was über Zeiten und Länder ſeg nend ſich ausbreiten ſoll. So auch iſt vor wenigen Jahr zehnten von den grunen ſonnigen Bergen des Appenzeller Hirtenlandes, über den Bodenſee her, und über den jugend lich brauſenden Rhein der Männergeſang nach Schwaben gekommen, hat hier, in andern Boden übergetragen, ſeine zweite geſegnetere Heimath gefunden, hat ſich von hier aus über alles deutſche Land verbreitet. Stadt und Dorf, Ge birg und Thal, Bürger und Bauern, Studenten, Geſellen und Kriegsleute haben ihre Gefangvereine; die ſchöne Kunſt wird ein weitverbreitetes Gut; was die Väter mühſam übten, das handhaben die Söhne wie einen leichten Beſitz; man wird es einſt nicht begreifen, nicht glauben wie allge mein die ſchwere Kunſt in unſern Tagen geweſen iſt. Viel⸗ leicht ſoll die Nachwelt von dieſer Pflanzung Früchte pflü cken, an die noch wenige denken. Die Muſik hat ſich auf ihrem hohen Fluge verirrt, und droht, wie Dädals kühner Sohn, mit gebrochenem Flügel ins Meer zu ſtürzen. Aber Künſte gleichen dem ſagenhaften Vogel der aus der eigenen

*) Was jedoch den Anſchluß an einen größern Verein, welcher im In⸗ tereſſe der Vereinfachung der Geſchäftsführung des engern Verwal⸗ tungsrathes in Darmſtadt in hohem Grade wünſchenswerth erſchei⸗

nen muß, nicht hindert. 5 Die Red.

Aſche ſchöner hervorgeht, und ſo ſcheint es die deutſche Tonkunſt ſei ins volle Herz des Volks, dem ſie zuerſt ent fprang, zurückgekehrt, wolle ſich dort verjüngen und bald

mit friſcher Kraft wieder ins Leben treten. Wie vor Zeiten

ſtolze Ritter zum Speerbrechen, in ſpäteren Tagen munter Bürger zum Armbruſt- oder Büchſenſchießen, ſo ſtrömen jetzt, wenn der Sommer ſiegreich eingezogen iſt, ſangluſtige Männer und Juͤnglinge von allen Seiten zur gaſtlichen Stadt, auf bunten Fahnen ſind die Wappenbilder wiede lebendig geworden, die in vergangenen Jahrhunderten diz Männer der Gemeinde zum Streit führten; mit neues Kraft feſſeln die alten Zeichen jetzt wieder die Herzen, ung ihre bunte Menge will uns mahnen, daß Eintracht ſtar macht, indem ſie die Einzelnen zur Schaar, die Schaares zum Heer ſammelt. Und wen ſein Schickſal über die Gränzen des Vaterlandes hinausführt, er findet, wie eit deutſches Wahrzeichen, auch dort wieder den ſchönen Dienſt, Die Jünglinge, die wir zu Tauſenden in Frankreichs Städte, nach Englands Küſten, nach Italien und Ungaru entlaſſen, es begrüßt ſie deutſcher Geſang; und lockendem Sinnenruf, undankbarer, entnervender Geringſchätzung des heimiſchen Weſens widerſtehen ſie leichter, wenn das Vaterland an ihr Herz durch die wohlbekannten Geſänge ſpricht. Ja ganze Stämme von deutſcher Zunge, dem Mutterland lang entfremdet, werden ſich auf dieſem Wege des früheren Bun; des wieder bewußt: Der Schweizer geſellt ſich zum Schwa ben, von dem ihn lange bitterer Haß geſchieden hat; der deutſche Belgier empfängt vom Deutſchen des Niederrhein die ſchönen Geſänge, und wie durch einen Zauber bedecken

Hunderte von Sanggenoſſenſchaften das altberühmte Flan,

dern; jenſeits der Elbe hat ein dankbarer Boden binneß weniger Jahre deutſche Liedertafeln von einem Ende der Herzogthümer zum andern in Menge geboren und an ihnet kraftvolle Bundesgenoſſen gefunden wider die Eroberungs gedanken der Dänen; im ſcandinaviſchen Norden vereinen die Söhne der Hochſchulen ihre Stimmen nach deutſcher Weiſe zum begeiſterten Geſang; Englands verwandte Her zen werden durch deutſche Chöre mächtig ergriffen, und ſehen in dieſen Herolden ſittlicher Wiedergeburt einen Dank für die Lehre Jeſu, die unſerm Vaterland vor mehr denn tauſend Jahren einſt durch Glaubensboten der brittiſchen Eilande gebracht worden iſt. So bewährt ſich hier wieder

eines von den großen Worten unſers Dichters: hoher Sint

liegt auch hier im ſcheinbar leichtem Spiel, und frohet ſiegreicher ſchalle bei dieſem Gedanken, überall wo Deutſche wohnen, des Geſanges Macht.

Ratten an den Kartoffelbüſchen.

Dieſer Tage bemerkte ich an meinen Kartoffeln, daß

ein Buſch nach dem andern verwelkte und fand bei näherer Unterſuchung, daß ſie in der Erde abgefreſſen waren. Ein Landmann behauptete, dies rühre von Ratten her, wa mich veranlaßte in der Apotheke ein Sälbchen mit Phos, phor bereiten zu laſſen, ſolches auf Brod zu ſchmieren An!

an die Stellen zu legen, wo die Kartoffeln abgefreſſen

wurden. Den folgenden Morgen fand ich das Urtheil des

Landmanns beſtätigt, indem eine Ratte todt auf dem Plaßz

lag. Leider ſcheinen aber die Ratten keinen Geſchmack meh an dem Brod zu finden; denn die Zahl der welkende! Büſche mehrt ſich mit jedem Tage. Wer ein zweckmäßige

Mittel kennt, die Ratten zu tödten oder von Kartoffeln ferne zu halten, würde ſich gewiß Viele zum Danke ven. pflichten, wenn er es durch dieſes Blatt veröffentlichen 0 5

wollte.

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