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ſammen und Tauſende begleiteten die Bahre, auf welcher der Leichnam ruhte, zur Gruft. Voraus giengen die Die— ner des Hauſes, dann die anweſenden Geiſtlichen meiſtens in Amtstracht, dann der Kammerdiener des Verſtorbenen mit den Orden auf ſeidenem Polſter. Hierauf der Sarg. Nach ihm zunächſt, außer den beiden Erl. Brüdern des Hohen Verſtorbenen, die Durchl. Fürſten von Solms-Lich und Yſen⸗ burg⸗Büdingen und Se. Erl. der Graf von Solms-Laubach, dann die höchſten Beamten des Kreiſes Friedberg ſammt Allen, die theils die Freundſchaft, theils die Dankbarkeit, theils ihr Dienſtverhältniß mit dem Hingeſchiedenen verbunden hatte. Am Grabe ſprachen nach einander Herr Pfarrer Bornagius von Aſſenheim und Herr Dekan Thudichum von Rödelheim, Beide Worte voll tiefer Rührung, inniger Liebe und beruhigender Kraft.— Als man den Sarg hin⸗ unter ließ in die kalte gemauerte Gruft, und ich dachte noch einmal daran, wen man da begrabe, und ſah im Kreiſe herum und ſah unter den Hunderten, die da ſtanden, kaum ein Ange trocken und wiederum dachte ich daran, wie Viele, unter ihnen auch Einſender dieſes, dem Hohen Verſtorbenen zu heißem Danke verpflichtet ſeien, da Er ihr Lebensglück ſo oder anders hatte gründen helfen, da fiel mir unwill⸗ kührlich das zwar einfache, aber tief gefühlte Lied ein, das einſt ein deutſcher Dichter am Grabe ſeines Vaters ſang: Friede ſei um dieſen Grabſtein her! Sanfter Friede Gottes! Ach, ſie haben
Einen guten Mann begraben, Und mir war er mehr;
Träufte mir von Segen, dieſer Mann, Mio oin mildor Storn aus boſſern Welten! Und ich kann's ihm nicht vergelten,
Was er mir gethan.
Er entſchlief; ſie gruben ihn hier ein. Leiſer, ſüßer Troſt, von Gott gegeben, Und ein Ahnen von dem ew'gen Leben
Düft um ſein Gebein!
Bis ihn Jeſus Chriſtus hoch und hehr, Freundlich wird erwecken— ach, ſie haben Einen guten Mann begraben,
Und mir war er mehr.
Guſtav⸗Adolf⸗Stiftung. (Aus dem Kreiſe Grünberg.)
Nachdem das Decanat Grünberg ſchon vor längerer Zeit ſich dem oberheſſiſchen Zweigvereine angeſchloſſen hatte,
wurde durch die Geiſtlichen, auch die Theilnahme der Ge⸗
meindeglieder in erfreulicher Weiſe gefördert. So ſind in der Stadt Grünberg 411 Mitglieder aus allen Stän— den beigetreten, deren Beiträge die Summe von 136 fl. 50½ kr. erreichen. Auch in den kleineren Gemeinden Stangenrod, Lehnheim, Queckborn und Lauter hat ſich ein reges Intereſſe für die Sache des Vereines an den Tag gelegt*).
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auffallen, daß in vielen Städten z. B. auch in Butzbach, deſſen Bewohner doch erſt neulich durch das Conzert für Großlumda ihren
Verſchiedenes.
* Eben las ich gerade in der Bibel und zwar im Evangelium des Lukas Kap. 16. die Geſchichte von dem reichen Manne und dem armen Lazarus. Da ſteht u. A. im V. 21.„doch kamen die Hunde und leckten ihm(dem Lazarus) ſeine Schwären.“ Als ich noch las, ward ich gerufen zu einem Geſchäfte außerhalb des Hauſes. Ich ging
und kam an einer Schenke vorüber, in welcher viele Schub
kärrner einzukehren pflegen. Auch jetzt ſtanden vor dem Hauſe einige Schubkarren, mit Hunden beſpannt, von denen namentlich einer, der eine ſchwere Laſt hinter ſich zu haben ſchien, mit ausgeſtreckten Beinen auf dem Boden lag und vor Durſt und Erſchöpfung weit die Zunge aus dem Maule hängen ließ. Als ich gerade dem armen Thiere, das ſeiner Beſtimmung ſo ganz zuwider verwendet war und ſchon da— rum mein Mitleid in Anſpruch nahm, gegenüber war, trat
ſein Herr aus der Thüre der Schenke mit einem Kübel voll
Spülicht, Brodſchnitten und Kartoffelſtücken. Das Thier mochte ſchon lange nichts mehr gefreſſen haben, denn in gieriger Haſt ſprang es auf und, ſoweit es die Stricke, mit denen es an den Karren gefeſſelt war, geſtatteten, ſeinem Herrn entgegen. Aber ach! eben in ſeiner Haſt ſtieß der, Hund an den Kübel und der Kübel— den der Mann nicht recht feſt gehalten hatte— fiel auf den Boden.„So ſoll dich denn ein...“ ſchrie der Mann, trat mit ſeinem rech⸗ ten Fuße dem Hunde in die Weichen und ſchlug ihm mit der Fauſt zweimal auf den Kopf. Der Hund wimmerte und kroch unter den Karren. Er mochte jetzt auch die auf dem Boden liegenden Brocken nicht freſſen. Unter dem Kar— ren lag er mit gebrochenen Augen und wimmerte fort und fort. Ich geſtehe meine Sache: als ich dieſe Scene ſah, kamen mir die Thränen in die Augen; ich gieng nebenan in das Metzgershaus und kaufte dem Hund ein tüchtig Stück Wurſt, und den Blick, mit dem das Thier mich an⸗ ſah, als ich ihm die Wurſt vorwarf, werde ich nie ver— geſſen.— Aber ſage, lieber Leſer, möchte man die Hunde, die nach der Erzählung des Evangeliums dem Lazarus ſeine Schwären leckten, nicht beneiden um ihre Herzen für die Menſchen, die dem Schubkärrner, von dem ich eben er— zählt habe, gleich oder ähnlich ſind? Und wie viele ſind ihrer!!——
1. .*
Was ich dir von dem Hunde und dem Schubkär⸗ ner erzählt habe, das ſollte dich, lieber Leſer, nur zum Mit⸗ gefühle für die Freuden und namentlich die Leiden auch der Thierwelt ermuntern und den Entſchluß in dir wecken, nie, nie in deinem Leben durch muthwillige und rohe Mißhand— lung irgend eines Geſchöpfes den Schöpfer ſelbſt beleidigen zu wollen; es ſollte dich aber nicht mit einem Gefühle der Verachtung gegen das menſchliche Geſchlecht erfüllen, denn wiewohl gar Viele dem Schubkärrner ähnlich ſein mögen, ſo gibt es doch auch Viele anderer Art und anderen Ge— fühls. Zum Beweiſe dafür will ich dir eine Geſchichte er— zählen, die ich neulich wieder geleſen habe und die über— ſchrieben iſt: der todte Eſel. Ein deutſcher Bauer, dem zwei Söhne an den Blattern geſtorben waren, wallfahrtete, um(wie er meinte, auf die beſte Weiſe) Gott ſeinen Dank für die Erhaltung ſeines dritten Sohnes zu beweiſen, nach St. Jago in Spanien und legte die ganze Reiſe hin
chriſtlich proteſtantiſchen Sinn bewieſen haben, noch gar nichts für dieſelbe geſchehen iſt. Hoffentlich find es nur momentane Hinderniſſe, die den Anſchluß der Bewohner Butzbachs und vieler anderer größe⸗ rer Orte verzögern.— Auch in dem kleinen Orte Beienheim hat ſeit der zuletzt in d. Bl. gegebenen Nachricht der Guſtav⸗Adolf⸗Ver⸗ ein elf neue Mitglieder bekommen. D. Red.
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