N
Indem man dieſen Beſchluß zur Kenntniß des land— wirthſchaftlichen Publikums bringt, bittet man, Beſtellungen ſpäteſtens bis Ende Februar d. J. um ſo gewiſſer hier⸗ her gelangen zu laſſen, als ſpäter auf deren Effectuirung mit Sicherheit nicht mehr gerechnet werden könnte.
Gießen, den 5. Januar 1844. a 8
Der Präſident des landwirthſchaftlichen Vereins für Oberheſſen. v. Firnhaber-Jordis.
Das Großh. Heſſ. Landgericht Gruͤnberg an die ſaͤmmtlichen Großh. Buͤrgermeiſter des Land— gerichtsbezirks.
Betreffend: Das gerichtliche Erekutlonsverfahren bei gepfändeten Mobilien.
Ich habe hin und wieder bemerkt, daß die am Schluſſe meines, in rubrizirtem Betreffe an Sie erlaſſenen, General— ausſchreibens vom 28. Mai v. J.(Beilage zu Nr. 43 des Intelligenzblattes) vorgeſchriebenen Friſten für Einſendung der Verſteigerungsprotokolle nicht pünktlich eingehalten und hierdurch Erinnerungen und Strafverfügungen nothwendig werden.
Um Sie daher vor Nachtheilen zu bewahren, mache ich Sie auf den Juhalt des erwähnten Generalausſchreibens unter dem Anfügen hierdurch wiederholt aufmerkſam, daß den Säumigen ohne weitere Erinnerung die Ordnungs- ſtrafe von 30 kr. treffen muß.
Es iſt ſodann in neuer Zeit an manchen Orten zur Gewohnheit geworden, bei Pfandverſteigerungen nicht zu bieten. Die dieſem Nichtbieten zu Grunde liegende Abſicht, die Schuldner zu ſchonen, wird nicht erreicht, vielmehr er— wachſen den letzteren durch das Verbringen und Verſteigern der Pfänder an anderen Orten ſehr bedeutend vergrö— ßerte Koſten.
Wenn Sie dieſem Umſtand, ſowie den nachtheili— gen Einfluß auf den Credit des ganzen Orts Ihren Gemeindeangehörigen pflichtmäßig vorſtellen, ſo wer— den die Pfandverſteigerungen in Zukunft gewiß überall um ſo günſtigeren Erfolg liefern, als keine anderweite Gründe zum Nichtbieien vorliegen.
Grünberg den 20. Januar 1844.
W
Zur wetterauer Chronik.
Am 17. Januar d. J. Nachts zwiſchen 11 und 12 Uhr wurden die Bewohner von Obererlenbach, Kreiſes Fried— berg, durch den Schreckens-Ruf: Feuer! aufgeweckt. gemeinſchaftliche Scheuer der beiden Ortsbürger Simon Brauburger und Kaspar Borig ſtand in hellen Flam— men. Bei dem ſchnellen Umſichgreifen des Feuers konnte trotz der ſchnell herbeigeeilten Einwohner Nichts in der Scheuer gerettet werden. Ein ſchmerzlicher Verluſt traf ins— beſondere den Simon Brauburger. Derſelbe verlor durch den Brand nicht nur ſeine ſämmtlichen Futterkräuter, ſon⸗ dern auch 2 werthvolle Kuͤhe, 2 Rinder, 2 Ziegen, 1 Wa⸗ gen und alle Ackergeräthſchaften wurden ein Raub der Flammen.) Durch den ausgezeichneten Eifer der Einwohner,
7.. f N F
Kurzem auch durch den Verlust ſeiner Frau, die ihm eine zahlreiche Familie zurückgelaſſen hat, heimgeſucht worden iſt, ſo liegt hier ein
Die
30
38. und durch die dankenswerthe Thätigkeit der Löſchanſtalten wurden größere Verheerungen des Feuers abgewendet. Die ganz in der Nähe ſtehenden Gebäude wurden größtentheils gerettet, und in kurzer Zeit wurde man des verheerenden
Elementes Meiſter. 1 5 Möge die göttliche Vorſehung ähnliches Unglück von allen Menſchen ferne halten! N.
Die Uſinger Gamaſchen.
(Ein offenes Sendſchreiben an den Herrn Redacteur dieſer Blätter.)
Verehrteſter Herr! Wie gewiß jeder Ihrer vielen Abon— nenten, ſo ehre ich die gemeinnützige Tendenz Ihres Intel— ligenzblattes und da Sie ſo gütig waren, mir zu erlauben, zu den Bewohnern der Wetterau ein freundliches Wort zu reden, ſo mache ich auch diesmal von Ihrer Güte Gebrauch.—
In unſerm Herzogthum Naſſau ſtehen die Gewerbe wohl um ein halbes Jahrhundert hinter denen des Großherzog— thums Heſſen zurück. Wir haben keinen Gewerbverein, wir haben keine Gewerbſchulen, wir haben keine Induſtriehallen.—
Ein großer Theil der naſſauiſchen Bevölkerung ſehnt ſich
nach dieſen nützlichen Anſtalten, deren Vortheile Heſſen ſchon
ſeit langen Jahren empfindet.— Die Mehrzahl der Fabri ken namentlich im Amt Uſingen ſchmachtet ohne Ausſicht auf beſſere Zuſtände.— Unſere Nagelſchmiede zu Schmitten und Reiffenberg, welche bis in die neueſte Zeit viel Waare in die Wetterau geliefert haben, klagen entſetzlich, daß ſie unter dem Drucke der neuen Nagelmaſchienen zu Nieder— urſel und Bockenheim nicht beſtehen können, aber ſie hoffen, daß man die Unbrauchbarkeit der Maſchienennägel bald allenthalben wahrnehmen werde.— Nur ein Induſtriezweig hebt ſich gewaltig und auf's erfreulichſte in unſerer Gegend und das ſind die berühmten„Uſinger Gamaſchen.“—
Ich muß es unbedingt dem wohlthätigen Einfluſſe Ihres
geehrten Blattes zuſchreiben, daß dieſelben ſeit einigen Jah—
ren in der Wetterau und im Vogelsberg ſo großen Abſatz finden und allmählich dort zur Landestracht werden.—
Man ſollte es kaum glauben, aber dennoch iſt es reine Wahr⸗
heit, daß allein im Amt Uſingen 20,000 Paare dieſer treff—
lichen Waare in vorigem Jahre gefertigt und durch Hauſie— rer verkauft wurden. Dieſe Fußbekleidung iſt ſehr wohlfeil, dauerhaft und ſehr ſchön; ſie gewährt Schutz gegen Näſſe und Kälte und eignet ſich vortrefflich für Jaͤger, Bauern, Bergleute c.— Das Emporkommen dieſes nützlichen Ge— werbszweiges wäre ein großes Glück für unſere Gegend und um zu vermeiden, daß den Pfuſchern in dieſem Ge— werbe keine Gelegenheit gegeben werde, den Ruf der Waare zu untergraben, ſo empfehle ich, wie früher zu größeren und kleineren Beſtellungen die Herrn Fabrikanten Ohli zu
Uſingen, Peter Eul zu Eſchbach und Chriſtoph Rupp
zu Pfaffenwies bach.
Fall vor, wo thätige Liebe nothwendig iſt. Die Unterzeichnete er⸗ bietet ſich daher, milde Gaben für den Simon Brauburger in Empfang zu nehmen und ſie an den Ort ihrer Beſtimmung gelan— gen zu laſſen; ſie wird jedes ihr zugekommene Geſcheuk am Ende
dieſes oder des nächſten Monats im Int.⸗Bl. quittiren. Die Redaction.
unte
**
Güte
Montag 30,0% 91 um
baten 75 ſhelt üs,„ 15 15.
Gulet
(660 uf freiwi Frau Johannes Montag den 5. bon 9 Ubr al, il Güterſtücke, als
0 Rib. Garen an Rib. Gatten bor. Steuertommiſsar,“
an Wilhelm Holl kaulsgraben, 3 feld an Junge daſelbſt an daſeſbſt a feld 3 N. 33 Mil Friedr. Kauz 1 Malen im Groß Kth., an Dein Dachspfad an der Horn 1M. 1 5 an Heinrich Her Walt Witwe! 2 V. J Rib, 2 N. 11 Alb, 1 2 fh, an Alkmannſperger 2 alter Helmolt iuſer 1 U


