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X. Militärdienſtnachrichten: Am 7. Auguſt wurde der nach⸗ geſuchte wechſelſeitige Tauſch der Hauptmänner Keim vom 1. und Schwa⸗ ner vom 3. Inf⸗-Reg. genehmigt; am 14. der Hanptmann v. Kreß im 1. Inf.⸗Reg. auf ſein Nachſuchen und unter Ertheilung des Charakters als Major in den Ruheſtand verſetzt; am 17. der Rittmeiſter Frhr. v. Geyſo, Adj. Sr. Großh. Hoh. des Prinzen Emil von Heſſen, zum Major ernannt; am 18. dem Hauptmann Cameſaska, Adj. Sr. Königl. Hoh. des Erbgroßherzogs, mit Patent vom 21. Aug., der Charakter als Major ertheilt. Mit Patent vom 19. Auguſt wurde der Graf Adalbert zu Erbach⸗Fürſtenau zum überzähligen Lieutenant im 1. Inf.-Regt.; mit Patenten vom 21. Auguſt der Oberlieutenant Düring vom 1. Inf.⸗Reg. zum Hauptmann dabei, und der Lieutenant v. Lyncker von der Pionier⸗ compagnie zum Oberlieutenant im 1. Inf.⸗-Reg.; ſodann mit Patent vom 23. Auguſt der Lieutenant Faßig vom grßh. Artilleriecorps zum Ober— lieutenant dabei ernannt; am 23. dem Hauptmann Frhrn. v. Gerlach vom 3. Inf.⸗Reg., Adjut. Sr. Großh. Hoh. des Prinzen Georg von Heſſen, mit Patent vom 19. Auguſt der Charakter als Major; am 24. dem Miniſterialrath Zimmermann im Kriegsminiſterium der Charakter als Geheimerath ertheilt; am 25. der Generalmajor à Ia suite Graf zu Erbach-Schönberg zum Generallieutenant dabei ernannt; am 27. dem Generalmajor v. Carlſen, Commandant der Reſidenz, zum Beweis der allerhöchſten Anerkennung ſeiner 50jährigen treuen Dienſtleiſtungen, der Charakter als Generallieutenant verliehen. Zu Lieutenanten ſind ernannt worden die Cadetcorporale: v. Lyncker vom großh. Artilleriecorps dabel; Scriba im 4. Inf.⸗Reg., dabei; Schimpff vom großh. Artilleriecorps im 1. Inf.⸗Reg.; Gräff tm 3. Inf.⸗Reg., dabei; Glock im 2. Inf.⸗Reg., dabei; Simon⸗Günzer u. Wachter vom 1. Inf.⸗Reg. im 4. Inf.⸗Reg.; Hanneſſe vom 2. im 1. Inf.⸗Reg.; Clar vom 3. im 4. Inf.⸗Reg.; Schleußner vom 2. im 3. Inf.⸗Reg.; ſodann der Cadet v. Schauroth im Garderegiment Chevauxlegers in dieſem Regiment.(Die Patente da⸗ tiren ſich reſp. vom 21., 23., 25., 27., 29., 31. Aug., 2., 4., 6., 8., 10. September.)
XI. Dienſtentlaſſung: Am 9. Auguſt der bisherige Poſtexpe⸗ ditor Baumann zu Guntersblum, auf Nachſuchen.
Heſſenbrückenhammer am 9. September 1844. (Schluß.)
Wozu, ſprechen Andre, wozu ſollen Vereine dienen, um die Mäßigkeit zu fördern, die aus dem Innern des Menſchen, als die gute Frucht eines guten Baumes noth— wendig hervorgehen muß? Ja der berühmte Kanzelredner Klaus Harms erklärt ſich wider ſolche äußere Tugendmit— tel, da wir einen feſteren, einen heiligen Grund, das Evan— gelium, hätten. Recht gerne erkläre auch ich, daß es mir ſeltſam erſcheinen würde, wenn Chriſten noch beſonderer Vereine bedürften, um einem Laſter zu begegnen, wenn ſie ſich z. B. nur durch äußre Verbindungen wider Lug und Trug, wider Schwelgerei und Unzucht ſchutzen könnten.— Ganz etwas anders aber iſt es mit den Mäßigkeits vereinen. Sie kämpfen wider tief eingewurzelte Vorurtheile, welche gleich einem verborgenen Krebsſchaden am Leben des Vol— kes nagen, ſie wollen nicht ein einzeles Laſter beſtreiten, ſie wollen die Quelle verſtopfen, aus der endloſes Unheil hervorgeht, der unzählige Verbrechen aller Art entſtrömen. Sie ſind in Widerſtreit getreten nicht allein mit den Scla— ven der Trunkſucht, ſie haben auch Alle die wider ſich auf— gebracht, denen der Gebrauch des Branntweins irgend einen auſſeren Vortheil ſichert.— Bei ſochen Kämpfen aber iſt die Vereinigung der Gleichgeſinnten nothwendig. Das Wort, ja die Klage des Einzelnen verhallt vor dem Toben der Leidenſchaft, unter dem Jauchzen der rohen Luſt; die ernſten
Ermahnungen aber von Tauſenden, die kräftigen Walt 10 die nach allen Seiten wiederholt ertönen, finden zuletzt a 15 merkſame Hörer, die in ihrem Innern erſchüttert und. aal Erkenntniß der Wahrheit geführt werden. 10 3
Dieſe entſchiedene Ueberzeugung, welche ich unverhig 7 ausgeſprochen, fand ich denn auch bei allen Mitgliedernm 10 wre ſeres Vereines, welche, der Einladung ihres Vorſtandes ii 455
dagege! gend, heute in unſerm lieblichen Thälchen ſich zuuwal e niſe a fanden. Der Präſident des Vereines, Decan Koch, ef ruf ln atem 5 nete die Verſammlung mit einer energiſchen Rede. Mah b fn 1 hell a a0
freiem Blicke überſchaute er die Vergangenheit in ihren a l e hebenden Erſcheinungen und ihren niederſchlagenden dre en ee 1 niſſen;— mit jener Freimüthigkeit, die den Diener de 1 m* Evangeliums ſchmücken ſoll, rügte er die Gebrechen de len 1 Gegenwart, hieß die Mitglieder des Vereines in den eigſg buran. f Buſen greifen, und die Mängel ihres Wirkens aufſuchenz nbungend. doch hob er auch wieder alle die Wahrnehmungen hervor, d ies dagegen einen freudigen Blick in die Zukunft zu thun gebieten, uu ben, i k und weckte in der Verſammlung das erhebende Bewußtſih i fir den* für eine heilige Sache thätig zu ſein. Dieſer Rede, em g tüm Falle 0 aus der Tiefe des Herzens hervorſtrömenden Ermahnung ei kn dageget folgten ſämmtliche Anweſende mit ungetheilter Aufmerk am bauzung beider keit und Alle zollten dem Sprecher im Stillen ihren Daf enden, Anſtal für die warme Begeiſternng, mit der er geredet hatte.— Foatualitäten de Hierauf wurden intereſſante Nachrichten von verſchic anhigung zu e nen Vereinen Deutſchlands mitgetheilt, an welche eine Nei ſuzanſtalt nicht bedeutungsvoller, gewiß ſegensreich wirkender Beſchlüſſe ſſ lahältniſſen ni knüpfte.— Nachdem die Verſammlung geſchloſſen wa dauer ſeines eig durchſtreiften die meiſten Mitglieder, ohngeachtet hefig borſorge treffen Regenſchauer, unſer Thal und die es freundlich einſchließg ſmittelſt geſtattet den Hügel und beſuchten dann die verſchiedenen Gebauß zu vobeg eiche unſeres Hammerwerkes. Auch hier, wo man des Waſſch einer Rentenar und des Feuers Macht wirkſam verbunden ſah, wo ung ſpätern Lebens. des Hammers mächtigen Streichen ſelbſt die ſtarren Esa daß dieſe— maſſen ſich erweichen mußten, auch hier wurden Alle uf fänden und je Neue von der Ueberzeugung durchdrungen, daß gegen eig de Einlageſun hartnäckigen Feind nur ein unabläſſiger, ein wahrhaft ae erforderlichen N hender Kampf wirkſam ſein könne. Dieſe Ueberzeugung uu ſehr bedeutende moge einmal allgemein werden in unſrem deutſchen Wa, mögen, welche es moge ein jedes Glied des herrlichen Ganzen mä cz abzunehmen pf wirken zum Segen Aller, auf daß man erkenne die iin üchen Falle—
Bedeutung des alten Ausſpruchs:„ſtark im Verein.“— 1 nur in d F., da letzter fen 155 Erben
2 9 Möglichkeit Lebens verſicherungs- und Renten-Anſtaltegn ind woll Ne
Bekanntlich wird nach erfolgtem Tode eines M. ſahen Gewin
gliedes einer Lebensverſicherungs-Anſtalt an deſſen ad id voffung
ben diejenige Summe bezahlt, auf welche jenes Mitgl nenſchlicher de für die Dauer ſeines Lebens(gegen Entrichtung jährig nud, deſſen! ſtändiger Beiträge) ſich verſichert hatte. Je früher dun, uo beſſer, dieſer Tod eintritt, deſto vortheilhafter iſt die dd alt zu Da nutzung der Lebensverſicherungsanſtalt für die Erben l alen den Verſicherten, wahrend dagegen bei einem langen Leben„ e Goßherze Letzteren nicht nur nichts gewonnen, ſondern vielmehr, win cha füt ſch man die Zinſeszinſen berechnet, verloren wird,(obglh


