Ausgabe 
24.1.1844
 
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id Zutbach r 1844.

Intelligenz-Olatt

für die

Probinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Auszuͤge aus dem Regierungsblatte.

Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 3.

I. Verordnung Großh. Miniſteriums des Innern und der Juſtiz vom 20. Dez. 1843, welche zur Beſeitigung ent ſtandener Zweifel und Entfernung erhobener Anſtände, in Bezug auf die im§. 8 der Verordnung vom 19. Juli 1842, Verhütung von Unglücksfällen durch Fuhrwerke, Pferde und Zugvieh auf Straßen betr.(Nr. 26 des Reg.⸗Bl. v. 1842), enthaltene Beſtimmung nachträglich ver- fügt, daß in Fällen, wo Fuhrleute vor den Wirthshäuſern, in welchen ſie eingekehrt ſind, ihr Fuhrwerk die Nacht über auf der Straße ohne Laterne, oder ohne die Wagendeichſel gehörig aufgezogen und verwahrt zu haben, ſtehen laſſen, das einſchlagende Polizeigericht auf die deßfalls erhobene Denunciation die in dem§. 15 der erwähnten Verordnung angedrohte Polizeiſtrafe von 30 kr. bis 5 fl. jedesmal gegen den Wirth und nicht gegen den Fuhrmann zu erkeunen hat, daß jedoch dem Wirthe der Rückgriff gegen den Fuhrmann vorbehalten bleibt, zu welchem Behufe die Denuncianten an gewieſen werden, in vorkommenden Contraventionsfällen den Wirth und den Fuhrmann, ſobald als möglich, davon in Kenntniß zu ſetzen, daß die Denunciation erfolgen werde, damit der Wirth hierdurch Gelegenheit erhält, ſeinen Regreß gegen den Fuhrmann zu nehmen.

VII. Namens veränderung: Am 29. Dezbr. 1843 wurde dem Salomon Simon von Friedberg, Sohn des Schutzjuden Simon Simon daſelbſt, geſtattet, küͤnftighin die NamenSally Seymour Mallan zu führen.

VIII. Dienſtnachrichten: Am 29. Nov. 1843 wurde der Gensdarm Plock, dermalen zu Breidenbach, von dem Hrn. Grafen zu Solms-Rödelheim zum Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte Rödelheim ernannt; am 22. Dezbr. dem 2. Lehrer an der Realſchule zu Michelſtadt, Stein berger, die Director- und 1. Lehrerſtelle an derſelben über tragen; der Acceſiſt bei der Steuercontrole und Caculatur der 1. Sect. der Oberfinanzkammer, Krebs, zum Calcu tor und der Ortseinnehmer zu Beſſungen und Gehülfe bei jener Behörde, Schröder, zum Acceſiſten dabei ernannt; am 3. Jau. der Lehrerin Catharina Delger aus Mainz die kath. Mädchenſchullehrerſtelle zu Büdesheim übertragen; am 5. der Profeſſor der claſſiſchen Literatur und Philoſophie am oberen Gymnaſium zu Rotweil, im Königreich Würtem berg, F. A. Scharpff, zum ordentlichen Profeſſor an der

katholiſch-theologiſchen Facultät der Landesuniverſität Gießen ernannt.

X. Dienſtentbindung: Am 19. Dezbr. wurde die Reſignation des kathol. Pfarrers Leimbach auf die ihm ſeither übertragene Pfarrſtelle zu Neckarſteinach genehmigt.

XI. Verſetzung in den Ruheſtand: Am 23. Dez. der Schullehrer Volkmar zu Freienſeen.

XII. Geſtorben ſind: Am 27. Dez. der Salinen⸗ enſſier, penſ. Steuercommiſſͤr Pfannmüller zu Salzhau⸗ ſen; am 29. der Hauptzollamtsdiener Weidig zu Gießen; am 1. Jan. der penſ. Lehrer der franz, Sprache an der Realſchule zu Offenbach, Prof. Lendroy; am 5. der Kreis⸗ gerichtsbote Ringel zu Worms.

Die Menſchenfreunde in Amerika.

Ihr habt, geliebte Leſer, vielerlei Gerede über das Land gehört, in welches Manche euerer Bekannten ausge wandert ſind. Gutes und Böſes iſt euch von Amerika er zählt worden; man hat euch gewarnt oder ermuntert, euer Vaterland mit der neuen Heimath zu vertauſchen. Denket nicht, ich wollte heute zu euch reden, um die Auswan⸗ derungsluſt zu erwecken oder zu unterdrücken. Ihr habt vor Kurzem Einiges geleſen, was euren Beifall nicht erhalten konnte. Ich mochte euch auch etwas Schönes von Amerika erzählen, das der Beachtung und Nachahmung werth iſt. Es ſoll nämlich von Menſchenfreunden die Rede ſein, denen die Noth ihrer Brüder zu Herzen ging und die ſich mit Eifer bemühten den Unglücklichen ein Rettungsmittel zu verſchaffen.

Es herrſchte längere Zeit, ſo wird uns erzählt, eine gar gefährliche Krankheit jenſeits des Meeres, gegen welche kein Doctor ein ſicheres Mittel verſchreiben konnte. Groß war der Jammer, den ſie in vielen Familien hervorrief. Manchen Vater, der noch länger für Weib und Kind hätte ſorgen konnen, raffte ſie in der Blüthe ſeiner Jahre dahin. Verlaſſen ſtanden die Seinen und mußten bittere Thraͤnen vergießen. Ja, was das Schlimmſte war, die Krankheit, von welcher ich reden will, hatte viele Koſten verurſacht und faſt an jedem Orte Wittwen und Waiſen der Armuth Preis