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den anweſenden Lehrern ein fur dieſen Act gedichtetes Lied vierſtimmig vorgetragen wurde, worauf ſodann Hr. Algeier über die Wichtigkeit der Erziehung ſprach, und den Saal mit recht geeigneten Worten einweihete. Zum Schluſſe wurde von allen Anweſenden das Lied 415 im Geſangbuch „Lobet den Herrn den mächtigen König der Ehren“ aus recht freudigem Herzen geſungen.— Neben einem ſchönen Schulſaal wird nun auch in der Kurze ein prächtiges Pfarr— haus in Oſtheim ſein, wodurch dieſe Gemeinde alsbald ihren eigenen Pfarrer wieder erhalten wird. 55
Bellersheim, 14. October.
Heute Vormittag um halb 11 Uhr wurden wir durch den Ruf„Feuer, erſchreckt. Es brannte nämlich in der hieſigen gräflich Degenfeld'ſchen Oberburg, und zwar im Dachwerke des Wohnhauſes. Da dieſes Gebäude iſolirt ſteht und mit einem Wallgraben umgeben iſt, ſo konnte daſ⸗ ſelbe mit der hieſigen und den aus der Nachbarſchaft ſchnell herbeigeeilten Feuerſpritzen umſtellt werden, und es gelang den von allen Seiten angewandten Bemühungen, die zwei unterſten Stockwerke dieſes Gebäudes zu retten, ſo daß nur das Dach und der dritte Stock ein Raub der Flammen wurden. Auch wurden die Mobilien des Bewohners, Pach— ters Carl, faſt ſämmtlich gerettet. Wir finden uns veran— laßt, den Bewohnern der benachbarten Ortſchaften für die uns geleiſtete ſchnelle und thätige Hülfe unſeren herzlichen Dank abzuſtatten mit dem Wunſche, daß der Himmel ſie und uns vor ähnlichem Unglück künftig bewahren möge.
(Grßh. Heſſ. Zeit.)
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Im zweiten Heft des„deutſchen Sängerſaales,, der bei Joh. André in Offenbach herausgekommen iſt, fin— det ſich ein„Soldatenlied,“ das, der Angabe nach, von Schiller verfaßt ſein ſoll. Die erſte Strophe lautet:
Es leben die Soldaten, Der Bauer giebt den Braten, Der Gärtner giebt den Moſt, Das iſt Soldatenkoſt. i
Einſender hat dieſes Lied bis jetzt unter den Liedern von Schiller nicht auffinden können. Da er daſſelbe„für Deutſchlands Männerchöre“ ganz unpaſſend hält und er ſeine deßfallſige Anſicht den Wetterauer Geſangvereinen vor— legen wollte, ſo liegt ihm viel daran, zunächſt die Stelle in Schillers Werken zu kennen, wo das Soldatenlied zu finden iſt. Er bittet deßhalb einen Leſer, dem dieſe Stelle vielleicht bekannt wäre, um gefällige Angabe derſelben in dieſem Blatte.
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Verſchiedenes.
Bei der jetzt leider ſehr allgemein verbreiteten Spielwuth dürfte es vielleicht Manchem nicht unintereſ⸗ ſant ſein, zu hören, was der große Reformator, Pr. Mar⸗
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tin Luther, von dem Spiele hielt. Er ſagt:„Es 10 Berlin fenbar, daß die Spieler des Gewinns halber ſpielen, erbat mit ihrer Begierde und mit ihrem Geize ſuͤndigen. Den i 1 1 ſind ſie auch Diebe vor Gott und begehren eines Aug fügte 0 e gage
Gut. Denn es ſpielt keiner mit dem Andern, daß erh Gala ſein Geld oder Gut geben wolle, ſo er es 1 wohl g möchte ohne Spielen. Item, er ſpielt nicht, daß er.
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lieren wolle, oder eines Fremden Nutzen als ſeinen z Cs legte Nutzen ſuchen. Alſo aber iſt Spielen allezeit wider die g Da ward und kommt aus Geiz; denn ein Spieler ſucht ſeinen Gu Du arme mit eines Andern Schaden oder zum wenigſten ſuch! Dein erſt
nicht eines Andern Nutzen, als ſeinen eignen Nutzen. 00 doch iſt ein Spieler nicht ſchuldig, das gewonnene 1 wieder zu erſtatten; denn er raubt nicht vor Meg fluchenbuchs und nimmt nicht fremdes Gut wider den Willen des. deſſelbigen Gutes, der mit Willen das Spiel iſt einge gen. Denn ſie ſetzen Beide mit gutem Willen das J auf und wagen es dahin. Darum, wer verſpielt, der 18 un ſpielt das Seinige mit ſeinem eigenen Wiſſen und Wi duns Denn es iſt höchſt billig, daß, wer Gefahr liebt, dau
6. August Mül
Schillinger, darin umkomme; es wäre denn, daß ſie betrüglich ga berg weiland hätten. Doch wäre es die beßte Strafe, wenn eie ledige Tochte
könnte, daß ſie dabei verlören. Denn es wäre ein
Recht des Spiels, dieweil ſie Beide, der Eine win 1, Von Aung Andere, mit ſeiner eigenen Gefahr ihren Geiz gegen. geb. am 21. Nächſten üben. Oder, es wäre auch gut, daß die dul keit ihneu Beiden den Gewinn nähme und legte ihn Bekauntmac
gemeinen Nutzen, weil ſie mit ihrem Spielen wider f 1 Gebot der chriſtlichen Kirche thun.“ ö J *
8 5. Deda
.(1360) du
Keine Havannah-Cigarren mehr! Vor ein Sa
Jahren machte man die Bemerkung, daß Cigarrenra Geſchwüre im Munde und an den Lippen bekommen beg und man ſchrieb dies der in der Havanna üblichen Nun tigungsart, wo die oft kranken Neger und Negerinnen Cigarren auf ihren bloſen Schenkeln rollen ſollten, Dem wurde ſpäter widerſprochen, allein jetzt verſichert geiſtreiche franzöſiſche Schriftſtellerin, die aus Havannn ig
Brod, Bre ter, Gerſte Leinkuchen, ſtenſtroh zu auf dem Wege zu vergeben, ſo w licher Lieferung rungen verſiegel betreffenden Lie bis längſtens de
bürtigte Gräfin Mulin, deren Glaubwürdigkeit nich ur, in das am Zweifel gezogen werden kann, in ihrem intereſſanten Wee 3 „La Havane,“ ſie ſei mehrere Male Augenzeugin gewſtg ber 19 5 5 daß Negerinnen die Tabaksblätter auf ihren nackten Stn—miſſonen in B, keln zu Cigarren rollten. Da möchte einem nun 0 5 7— Appetit vergehen, Havanna⸗Cigarren, wenigſtens ohne Muf) befahren entda
1 2 1 mittags ſtück, zu rauchen— und mit einem ſolchen raucht ing werden, auf de
kanntlich kein ächter Raucher,— denn wenn auch Butzbach del Hände der Bremer, Hamburger, Leipziger ꝛc. Wickelbuniſt wohl nicht immer die ſauberſten ſein mögen, ſo iſt das li
noch etwas ganz anderes, als der— Schenkel einer!“ Edi
gerin! Appetitlich iſt gewiß alles Cigarrenrauchen“(3c) ang Mundſtück nicht, und doch thun es täglich Leute, die 10 igen Arg nichts Unſauberes in die Hand, noch weniger aber in! Haber über Mund nehmen. baer en den gegangen bon bente an,
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ene Hypothek f


