Ausgabe 
21.9.1844
 
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r 298*.

Behutſamkeit mit dem Feuer anhalten? Namentlich ſollte dieſes, wie ja auch die Verordnung ſagt, bei den Streich⸗ feuerzeugen geſchehen. Man kann in dieſer Beziehung nicht ſtrenge genug ſein.

Heſſenbrückenhammer am 9. September 1844.

Verſchiedne Umſtände machten es nothwendig, daß die diesjährige Generalverſammlung des Mäßigkeitsvereines für die Kreiſe Grünberg und Hungen ſpäter als gewöhnlich anberaumt wurde, und ſo ward ſie durch den Vorſtand auf den heutigen Vormittag feſtgeſetzt.

Seit ſieben Jahren beſteht nunmehr dieſer Verein. Als er im Jahr 1837 zuſammentrat, ſtand er faſt vereinzelt da im deutſchen Vaterlande; doch heute ſind es viele Tauſende, welche die Grundſäͤtze theilen, die in den Mit⸗ gliedern jenes Bundes lebendig geworden ſind und es kommt gewiß bald die Zeit, da unſer geliebtes deutſches Volk, wie in allem Edlen, ſo auch in dem Streben Eins wird, die verderblichen Vorurtheile zu bekämpfen, die jetzt noch mit Rieſenarmen es umſchlingen und ſeine beßten Kräfte läh⸗ men. Ja! die Sache der Mäßigkeitsvereine wird einmal eine Sache des deutſchen Volkes, wie ſie die der Norweger, der Irländer, der Amerikaner bereits geworden iſt, wie ſie in einzelen Gauen unſres Vaterlandes, in Schleſien, in Hannover gewiß bald werden muß. Daß ſie es bei uns noch nicht geworden, liegt nicht allein in dem Widerwillen der eigentlichen Gegner der Mäßigkeitsvereine, ſondern nicht minder auch in den falſchen Vorſtellungen über das Wirken dieſer Geſellſchaften, das man bald durch Spott, bald durch offenbare Verunglimpfungen zu beeinträchtigen ſtrebt.

Von gar vielen Seiten vernimmt man den weiſen Rath:trinket den Branntwein nur mäßig, ſo wird er euch nicht verderblich ſein. Von einer gaͤnzlichen Verbannung aber dieſes Getränkes will man nichts wiſſen. Mit halben Maßregeln iſt jedoch nichts gethan; unſre Zeit bedarf einer durchgreifenden, das Uebel an der Wurzel faſſenden Hei⸗ lung. Geſtützt auf die Ergebniſſe der Geſchichte, belehrt durch die Wahrnehmungen der Gegenwart, ermuthigt durch die Aufklärungen der Naturwiſſenſchaften haben unſre Ver⸗ eine die Behauptung aufgeſtellt, nur eine völlige Abſtellung des Branntweintrinkens konne allen den verderblichen Fol gen dauernd vorbeugen, welche leider den Genuß gebrannter Waſſer zu begleiten pflegen. Kühn werfen wir den Fehde⸗ handſchuh Allen denen hin, welche in irgend einer Weiſe einem Gifte das Wort reden mögen, das alljährlich unzäh

liche Opfer fordert. Ihr gebt vor, den Gefahren einn

übermäßigen Hitze durch ein Glas des unſeligen Feuertrautz

zu begegnen! Wer gab dem römiſchen Krieger ein ſil⸗

ches Gegengift, wenn er durch die Wüſten Afrikas 5

Aſiens, mit ſchwerem Gepäck beladen, hinzog? wer

reichte es den Arbeitern, die unter der glühenden Sonne 0

Aegyptens jene Pyramiden erbauten, von denen, wie Nafo⸗ leon ſagte, vierzig Jahrhunderte auf unſre Zeit herch⸗ ſchauen? wer reichte ihn den Kriegern Alexanders, ſie

ihrem Führer durch alle Schrecken der Einöden folgten? Ihr behauptet, als Schutz wider die Strenge de* Winters bedürfe der Arbeiter eines Trankes, der Glut in cd daß

ſeine Adern gieße und ſeine Glieder vor der Erſtarrug g ſchütze! Fraget, um jedes andre Beiſpiel hier bei Seite zu 08,8 0

laſſen, fraget die erprobten, in Schreckenstagen geläuteren 1

Krieger, die dem Helden des Jahrhunderts nach Rußland gefolgt waren, wer am ſicherſten dem Froſte und allen

Elend jener Zeiten widerſtand; ſie werden einſtimug! 1 erklären:es waren die, welche ihren Durſt mit Waſer 6,05 löſchten, welche den Branntwein mit Abſcheu von ſich wie Aa ſen., Wir haben Männer unter uns, welche in jenen

Tagen in den glühend heiſſen Thälern Andaluſiens ge

kämpft, und Andre, die auf den Schneegefilden des Nun ch, 10014,

dens geſtritten und geblutet; wir ſchauen ihre Narben

mit Hochachtung an, wir lauſchen ihrer Erzählungen 10,, 10558,

unſre Zeit ſich Kraft eingieſſen will.. f(Schluß folgt.) 1

Für die Abgebrannten in Dierlammen iſt fernag 118, 135, U bei der Expedition dieſes Blattes eingegangen: Nichts!- 11186, 111

1 1

160323, 11338, 113 Er ſuſch en. 66865 11374, 113 1 44222, 14425, 11

Verſchiedene Vorfallenheiten veranlaſſen mich, hierng,

7, 11458, 114

Jedermann hier und in der Umgegend zu erſuchen, an keis 1485, 11493, 11.

nen Taubſtummen, namentlich nicht an den früher ſch tz

15

35, 11532, 1ʃ5 6, 11576, 11

einmal ſignaliſirten Jakob Zeiß von Hochweiſel, irgend e(2, 11644,

f a 190 15 was weder auf Bitten noch gegen Bezahlung zu verabreicheh Eu h

1, 11716, 11

wohl aber einen jeden bettelnden oder mit Geld verſeheu(1756, 11759, 11

Taubſtummen ſofort gefälligſt bei mir zur Anzeige brit

11766, 11707, . g 0 5 7(lslo, 1182, 11 zu wollen. Da dieſe Bitte im Intereſſe nicht allein einge 8

380, 11839, 1

ner Taubſtummen, ſondern der ganzen Anſtalt, ja auch eki 0 11886, 1.

großen Theiles des Publikums ausgeſprochen wird, ſo i. ich einer geneigten Gewährung zuverſichtlich entgegen. 1

Friedberg. Roller, Direktor. 1

Bekanntmachungen von Be⸗ ö am Schützenrain, Haingraben, Stadtſchreiberei ö

graben, an der Pfingſtweide und der Cheauſſee, theils in einzelnen Bäumen, theils in kleinen Partieen, öffentlich meiſtbietend verſteigert und der Anfang am hinteren Burgthor gemacht, dann aber am viereckten Weier, Seergraben, (1220) Donnerſtag den 26. Sept. l. J., und ſo fort die Verſteigerung fortgeſetzt wer⸗ den. Gegen Bürgſcheine wird Zahlungsfriſt

bis zum 1. Dezember gegeben.

Friedberg den 11. September 1844.

Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter

D. 5

hoͤrden.

S ιπιιειεε e νινσ

Obſt-Verſteigerung.

von Morgens 9 uhr an, ſoll ſämmtliches Obſt von den ſtädtiſchen Almeien, beſtehend in den beßten Sorten Aepfeln, Birnen und Nüſſen, als am Burgberg, viereckten Weier, Seergra⸗ ven, Wildkautsgraben, an der Ockſtädter Gaſſe,

71e Korn- und Gerſtenſtroh-Lieferung un

licher Betten in der hieſigen Reiter⸗Caſiil erforderliche Stroh, beſtehend in 1084 Gettuß Kornſtroh, à 16 Pfd., und 1290 Gellul Gerſtenſtroh, a 8 Pfd., auf dem Wege!! Soumiſſion an den Wenigſtnehmenden vu

ri tz. die Bedingungen auf dem bieſigen Mill

*

05

die Garniſon zu Buß bach, 1 (1223) Da das zum frischen Füllen ann, ba 12285, 4

ben werden ſoll, ſo ſetze ich hiervon die u(20 tereſſenten mit dem Anfügen in Kenntniß, d 1

10, 14914 11 32, 11941, 1 78, 11985, 11 00, 12010, 12 04, 12044, 15 2, 12063, 1 18, 12074, 15 100, 12106, 1 8, 12136, 19 12188,

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