Ausgabe 
20.1.1844
 
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zum Secretär bei dem Criminalgerichte zu Gießen; der Freiprediger Reuling dahier zum Hauptrechner der allge⸗ meinen geiſtlichen Wittwenkaſſe dahier, der Univerſitäts Rentamtmann Martin zu Gießen zum Rechner der allge⸗ meinen geiſtlichen Wittwenkaſſe in der Provinz Oberheſſen und der bisherige Schaffner der rheinheſſiſchen geiſtlichen Wittwenkaſſe Eſſelborn zu Alzey zum Rechner der geiſt⸗ lichen Wittwenkaſſe in der Provinz Rheinheſſen; am 19. der Geh. Oberfinanzrath Schenk dahier zum Director der 2. Section der Oberfinanzkammer, der Rechnungsprobator bei der 2. Abtheilung der Juſtificatur der Rechnungskammer Konzen zum Rechner der Criminalkaſſe zu Gießen ernannt; am 22. der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach auf die evang. Schullehrerſtelle zu Würzberg praͤſentirte Schul⸗ vicar Grünewald zu Schönnen, und der von dem Stadt vorſtande zu Alsfeld auf die 3. Knabenſchullehrerſtelle daſ. präſentirte Schullehrer an der dortigen 2. Mädchenſchule, Gundrum, für dieſe Stelle beſtätigt.

VI. Verſetzung in den Ruheſtand: Am 3. Oet. 1843 der penſ. Criminalgerichtsſecretär Merk zu Gießen, in ſeiner Eigenſchaft als Rechner der Criminalkaſſe daſ.

VII. Concurrenz für: eine Acceſſiſtenſtelle bei der »Calculatur und Steuercontrole der Oberfinanzkammer I. Sect., mit 500 fl. Beſoldung(binnen 14 Tagen bei der Oberfinanzkammer I. Seet.); die evang. Pfarrſtelle zu Allen⸗ dorf an der Lumda mit 598 fl.; die evang. Schullehrerſtelle zu Heidelbach mit 155 fl; die 1. Knaben-Schullehrerſtelle zu Griesheim mit 492 fl. 35 kr., einſchließlich der zu 25 fl. voranſchlagten 4 Stecken Holz zur Heitzung des Schul locals.

VIII. Geſtorben ſind: am 6. Dez. 1843 der Phy⸗ ſicats⸗Chirurg Keller zu Gießen; am 14. der penſ. Ober⸗ förſter Ewald zu Beſſungen.

Wetterauer Sagen. I. Die Sage von dem Schiffloch bei Unterflorſtadt. Zwiſchen Unterflorſtadté) und Wickſtadt iſt in der Nidda eine große Tiefe, welche das Schiffloch heißt. Warum es dieſen Namen hat, wird ſich ſchwerlich ausma

*) Der Name Florſtadt iſt verdorben aus dem früheren Namen Flo⸗ ſtadt(Fléstadt, im Jahr 1405); dieſer Name aber iſt verkürzt mit Verdunkelung des à zu 6 aus dem zwiſchen 1300 und 1400 verkommenden Namen Flanſtadt(Flänstad), wie auch unſer größ ter deutſcher Sprachgelehrter, Jacob Grimm, angibt. Flänstad end- lich iſt zuſammengezogen aus dem noch älteren Namen des Ortes: Flagestat. Was nun dieſes Wort bedeutet hat, iſt ſchwer auszuma⸗ chen; stat iſt zwar klar und bedeutet Ortſchaft(unſer Stadt), aber lage iſt ein altes Worte, welches in unſrer Sprache nicht mehr ge funden wird und auch nicht zu den bekannten Wörtern gehört. Ein Manns⸗ oder Frauenname iſt es nicht; vielleicht kann es aber de im Mittelalter(vor 500 Jabren) im Deutſchen gebrauchte Wort die vlage, flage ſein, welchesSturm bedeutet und noch im Hol ländiſchen vorkommt. Dann wäre Flagestat ſo viel alsSturm⸗ ſtadt. Ob dieß etwa auf die Sturmfluten der Nidda gehen könnte läßt ſich nun freilich nicht beſtimmen. a

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chen laſſen; aber die Leute ſagen, es ſei ſo tief, daß in ihm eine Kirche mit dem Thurm untergienge, wenn man ſie hineinſtellte. Von dieſem Schiffloch nun erzählten noch vor etwa vier und zwanzig Jahren alte Leute folgende Sage.)

Es war einmal ein kühner Schwimmer, der kam an das Schiffloch und ſprang hinunter und kam in das Tief. Schon dachten die Leute, er ſei verloren; da kam er wie der herauf und hatte unter jedem Arme einen Fiſch und

zwiſchen den Zähnen einen und brachte ſie ſo mit heraus an das Land. Die Fiſche waren alle von einer ungeheuern

Größe, wie man ihrer in der Nidda noch nicht geſehen. Dann erzählte er von der Tiefe und was ſich alles da unten fande, ſo daß die Leute voll Verwunderung zuhörten. unten wäre eine ungeheuere Menge Fiſche, alle von gewal tiger Größe, und ſie ſtünden da, wie hier oben die Ochſen an den Krippen. Aus den Fiſchen ſeien die von ihm ge

nommen worden, welche er mit herauf gebracht habe. Nicht

lange darauf kam dem Mann wieder die Luſt an, zu den Fiſchen in das Schiffloch hinunter zu ſchwimmen, um ſich noch mehr unter ihnen umzuſehen und neue heraufzuholen; aber da iſt er bei ſeinen Fiſchen unten geblieben und nicht wieder heraufgekommen.. W.

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Verſchiedenes.

Merke dir, was Leſſing, der große Dichter n res Volkes, ſagt:ein Freund, der uns alles unter die Augen ſagt, was er Anſtößiges an uns bemerkt, iſt jetz ſehr rar; man muß ihn nicht vor den Kopf ſtoßen und wenn er auch unter zehn Malen nur ein Mal recht haben ſollte. 5

Noch ein Wort Leſſings will ich dir heute zu bedenken geben, lieber Leſer:die Religion iſt eine Zierde fur alle Menſchen und muß ihre weſentlichſte Zierde ſein. Was kann unſere Seele mit erhabeneren Begriffen erfüllen, als die Religion? Und worin kann die Schönheit der Seele anders beſtehen, als in ſolchen Begriffen? in würdigen Be griffen von Gott, von uns, von unſeren Pflichten, von un ſerer Beſtimmung? Was kann unſer Herz, dieſen Sammel platz verderbter und unruhiger Leidenſchaften, mehr reinigen, mehr beruhigen, als eben dieſe Religion? Was kann unt im Elende mehr aufrichten, als ſie? Was kann uns 3 wahreren Menſchen, zu beſſeren Bürgern, zu aufrichtigeren Freunden machen, als ſie?

) Siehe Dr. Ph. Dieffenbachs Urgeſchichte der Wetterau S. 280281

Bekanntmachungen von Be⸗ hörden.

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Güter-Verſteigerung. (9) Auf Antrag der Erben der Wilhelm Weckerlings Wittwe ſollen Donnerſtag den 25. Januar, von Morgens 9 uhr an, in hieſigem Rathhauſe deren Güterſtücke, beſtehend in 60 Ruthen Garten in den Liebfrauengärten an

F. Windecker, 84 Ruthen Acker im Kleinwarth feld an Georg Lang, 91½ Ruthe in der Lach an Chriſtoph Weckerling, ſodann in der Ge markung Fauerbach II., 82 Ruthen Acker an der Wingertsgaſſe, 50 Ruthen an der Oſter luzey, 42% Ruthe obig dem Stadtweg an L. Sang, 90 Rth. an der Wüſtung neben E. Sang, 90 ¼ Rth. an der Töpfenkaut, 92½¼ Rth. am Entengraben an Balthaſar Mohr, 83 Rth. am Bachbornpfad, 114 Rih. in der alten Gewann an J. Neiſel, 87¼ Rth. an der Elach an Salzmann, 63 Rth. links der Dor⸗

heimer Hohl an G. Mengel, 71 ½ Rth. da

ſelbſt rechts an Gottl. Milde, 83½ Rth. allo

an H. Sang, 20 Rth. Baumgarten allda ah Joh. Neiſel, 108 Rth. obig der Pferdswieſ an G. M. Billaſch, 49 Rth. am Mainzerthor weg an Chr. Weckerling, 98½ Rth. daſelbſ an F. Zimmermann, 93 Rth. in der oberſten Elach an Mohr, 85½ Rth. am Hockenben an B. Sprengel, 89½ Rth. am Bauernheine Weg an M. Philippi, 52 Rth. Baumga rie un Mühlfeld 31% Rth. Wieſe an der Mühl fall, 59½ Rth. im Holz an Friedrich Zim,

60 Die Uhr, werden ein ſcen Be z) im Diſtrte 5 3 SE.

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15 4 5) im Diſttn,

1500 gewischt 1100 Ging Die Jus der Querſch! Ochſtad.

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