Ausgabe 
18.12.1844
 
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ntelligenz-Blatt

für die dag Provinz Oberheſſen im Allgemeinen,

im die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

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0 8 fl. DasI peimal(Mittwochs und Samſtags) erſcheinen.

Jutelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen wird im Jahre 1845, ganz in derſelben Weiſe wie im Jahre 1844, wöchentlich

Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten tſt, beträgt bei mir, wie bisher, für 1 Jahr 1 fl. 12 kr.,

ir ½ Jahr 40 kr. Durch alle Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen iſt das Intelligenz⸗Blatt, nach einer Ferfügung des hochlöblichen Oberpoſtamts zu Darmſtadt, pr. Jahr für 1 fl. 24 kr. und pr. Temeſter für 48 kr. zu

eeziehen).

Taxe 5 Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Zeile 4 kr., für die zweite 3 kr, für die dritte und jede folgende 2 kr. 2 un Beleg wird mit 2 kr. berechnet. Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei mir eingehen, finden in dem und Buße Littwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche ich von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend erhalte, werden in aber en s Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen. Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen. Friedberg. C. Bindernagel.

2 6) Für denſelben Preis liefere ich das Blatt wöchentlich zweimal auch durch meinen Boten nach Melbach, Södel, Wölfersheim, Berſtadt, Ütphe, Inheiden und Hungen, und wöchentlich einmal nach Rodheim, Nidda, Salzhauſen, Geisnidda, Echzell, Gettenau,

Heuchelheim, Weckesheim und Beienheim.

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D.

Bildung (Schluß.) Es iſt wohl nichts Schöneres und Edleres im Leben,

s ein gebildeter Beamte. Er, mit Kenntniſſen und

bumanität ausgerüſtet, ſoll ein Gott ſein für ſeine Neben

nenſchen, und er kann es. Wenn grobes Auffahren, Eigen⸗ ſänkel, Stolz, Habſucht, Geiſtesbeſchränktheit die Anker des

Staatsſchiffleins regieren, dann wehe den Armen, die in

ſelche Hände fallen! Das Volk ſpricht: die Halbſtudirten,

ſo nennt es die, die auf keiner Univerſität waren

ären die Schlimmſten, und ließen am wenigſten mit ſich

den! Dieß wäre ein Triumph der Humanitätsſtudien und

en Wink, ſie nie und nimmer zu verſaͤumen, aber auch ein ingerzeig, ſich gediegene Bildung anzueignen, daß man

8 iman, menſchlich werde.

9* Ein gebildeter, menſchlicher Beamtenſtand iſt der Glanz es Staates; wo der iſt, da iſt gut ſein, da wird Redlich eit, Treue und Achtung walten. Es ſind aber nicht alle geamte gebildet, die in der Schule des Tanzmeiſters und in Jena geweſen ſind. Sie haben Etwas gelernt, aber jus Gelernte iſt nicht in den Geiſt eingedrungen, ſie belei⸗

ligen, wo ſie beruhigen ſollten; konnten ſie ihr Urtheil im Folke hören, würden ſie ſich anders geſtalten. Der gebil⸗ ſete Beamte iſt ein Engel, und Achtung und Liebe beglei⸗ et ihn durch das Leben; der rohe, brutale, der nur denen

Was

wohl will und ihnen reichliches Auskommen verſchafft, die ihm den Hof machen, wird bald finden, daß er die Beſſern gegen ſich hat; möge ihn das beſtimmen, ein Engel der Menſchheit zu ſein und nicht ihr Teufel.

Der gebildete Ch riſt iſt auch ein andrer, als der ge wöhnliche. Das Chriſtenthum giebt dem innern Menſchen die Weihe, dem äußern Leben ſeine wahre Bedeutung, und wo man einen Menſchen mit Gleichgültigkeit davon reden hört, da kann man ſtets auf Rohheit des Herzens ſchließen. Das Leben aber muß zeigen, ob Jemand etwas halte auf Chriſtenthum. Das Gemüth auf Gott gerichtet, Jeſum, dieſe edle, herrliche Erſcheinung, vor Allen zum Vorbild wählend, wer hat Etwas gegen dieſes Vorbild der Frei⸗ ſinnigkeit, des Fleißes, der Liebe, Demuth, Entſagung u ſ. w.? ſtets wandeln in dem Odem des allbelebenden Gottesgeiſtes, das will die Bildung des Chriſtenthums. Das kann der Proteſtant ſo gut, wie der Katholik, darum keine Religionsſtreitigkeiten; ſie ſchänden nur unſere Zeit, als eine Zeit der höhern Bildung.

Mögen obige Bemerkungen Etwas dazu beitragen, unſere Leſer zu heben, Ruhe, Ordnung, Beſonnenheit, Kennt niſſe, Einſicht und feine Bildung zu verbreiten. In Arg loſigkeit ſind ſie gegeben, mogen ſie eben ſo arglos aufge nommen werden; aus dem Leben ſind ſie geſchöpft; ſie wer den nicht verfehlen, in das Leben einzudringen.