Ausgabe 
14.12.1844
 
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brüche zu zähmen, das iſt die Aufgabe, die wir zu loͤſen haben, und es iſt eine ſchwere; Viele ermatten, Viele ſinken in das Grab, von denen wir uns ſagen muͤſſen, ſie erfaß ten's nicht. Die Idee der wahren Bildung iſt jetzt geweckt; es wird beſſer werden, darum nur geſtrebt, daß die Sonne der Humanität den Erdkreis vergolde, daß die armſeligen Seelen verſchwinden, die in ihrer Halbheit Hinderniſſe ab⸗ geben für die wahre, gediegene Bildung!

Wenn wir wiſſen, was ein gebildeter Menſch iſt, werden wir leichter die Bildung eines Staatsbürgers beſtimmen können. Die Menſchheit hat Erziehung nöthig, und wo erzogen werden ſoll, muß Ordnung ſein, und wo Ordnung ſein ſoll, müſſen Geſetze gegeben und befolgt wer den. Das iſt alſo kein gebildeter Staatsbürger, der dem Geſetze und dem, der es handhabt, nicht gehorcht. Wir müſſen in den Verhältniſſen des bürgerlichen Lebens, in denen wir uns befinden, das ſein, was wir ſein ſollen. Der Eifer in unſerer Bruſt muß ein raſtloſer ſein, damit wir nicht der Geſammtheit zur Laſt liegen; und kann das ein Ehrenmann ſein, der nicht immer ſeine Kräfte anſtrengt, um ſich zu ernähren? Wer will ein Lügner und Tagedieb werden, der geſund iſt? Iſt da von Bildung die Rede? Gebildete Bürger ſind wir nur, wenn wir alle Kräfte dem Vaterlande zuwenden und den Unſrigen. Dem guten Für ſten, als dem Vater des Landes, treu ergeben ſein, die Kräfte des Geiſtes und des Korpers anſtrengen, zärtliche Sorgfalt fuͤr ſeine Familie hegen, ein ächter Freund ſeiner Freunde ſein, thätige Liebe gegen alle Mitmenſchen hegen, das iſt ächte Bildung! Daß viele Menſchen noch keine ge bildeten Staatsbürger ſind, wer wollte das in Abrede ſtel⸗ len? Der Staat trug wohl die Schuld, weil er nicht war, was er ſein ſollte, aber auch der Menſch, der in ſeiner Selbſtſucht und Armſeligkeit ſich nicht zu dem Gedanken eines allgemeinen Beſten erheben kann. Wenn es dem Einzelnen wohl gehen ſoll, muß ſich das Ganze wohl befinden, das müſſen wir bedenken!

(Schluß folgt.)

Die Lehrer der Muſterſchule zu Friedberg an ſaͤmmtliche Eltern, Vormünder und Pfle ger der Schulkinder.

Die Unterzeichneten haben in jüngſter Zeit faſt allge⸗ mein die freudige Erfahrung an ihren Schulkindern gemacht, daß die Eltern, Vormünder und Pfleger derſelben die Leh rer als diejenigen Männer anſehen, welche an Eltern Statt für das wahre Wohl der Kinder zu ſorgen, ſie zu frommen, braven und geſchickten Menſchen und Gliedern des Staates heranzubilden berufen ſind. Wo ein ſolcher Grundſatz all gemeine Anerkennung gefunden hat, da können die guten Folgen nicht ausbleiben, und wir dürfen eben darum auch verſichern, daß bei Weitem der größte Theil unſerer Schü⸗ ler durch Betragen, durch Fleiß und Ordnung im Schulbe⸗ ſuche uns und ſich ſelbſt Freude macht, daß weit weniger Strafen vorfallen, als ſonſt, daß ein innigeres Verhältniß zwiſchen Lehrern und Schülern Statt findet, als zu einer Zeit, wo die Eltern in den Lehrern ſo oft faſt nur Gegner der Kinder zu erkennen wähnten.

Indem wir zur Freude unseres Herzens ihnen zu gel

hier öffentlich bekannt machen, glauben wir uns auch hörd einer andern Mittheilung berechtigt. Indem wir in'* That nur das Wohl der uns anvertrauten Kinder gen 95

ſo wollen, wie die Eltern ſelbſt, möchten wir aber aug

der Wahl der Mittel mit ihnen einig ſein, und eben dan 380) 1 wünſchen wir herzlich, daß wir recht oft Gelegenheit da fee

möchten, uns hierüber mit den Eltern beſprechen zu kön ene! damit Keins von Beiden einen wichtigen Schritt ohne ea ec Andern Einverſtändniß thue. Namentlich wünſchen 9 70 über Einen Gegenſtand vorerſt uns mit ihnen zu beſpreceg 16710 bie diet! Wir ſind nämlich Alle der Ueberzeugung, daß die 3100

ſich auch in jugeudlicher Heiterkeit, und kindlichem Frohſim, un etewöthen! glücklich fühlen, daß darum auch zuweilen, je nach den a, e germ hältniſſen, beſonders nach gethaner Arbeit, den Kinn ul un Lewen eine Freude, eine Erholung zu Theil werden moͤge. n de dale man aber der Art Kindern zu Theil werden läßt, das u auch dem jugendlichen Alter angemeſſen ſein; es dürfen 0 Jugendfreuden, Jugendſpiele, Jugendvergnügungen ſigg aber ja keine andere, namentlich keine ſolche, welche ie guten Sitten nachtheilig ſind, die Unſchuld untergraben, g Hang nach Sinnengenuß nähren, die Zufriedenheit mit 9e een d Gegenwart verſchenchen ꝛc. ꝛc. Wir Lehrer haben uns u auen zeugt, daß der Beſuch der öffentlichen Tänze, Bälle, Tu Henze dis ei ter, Kirchweihen u. ſ. w. bei der Schuljugend mehr eg Friedberg über 4 minder alle dieſe nachtheiligen Folgen mik ſich fuͤhrtz J bone wir haben uns ſogar überzeugt, daß ſchon der Beſuch e Farm gewöhnlichen Tanzſtunden die Schulkinder flatterhaft n with Prauburg leichtſinnig macht, die Jugendſpiele und Jugendbeſchäftig IV. Bauauſſeher gen ihnen verleidet, ſo daß ſie in der Regel dadurch in 0 1 Unterrichtsſtunden unaufmerkſam und zerſtreut werden, 0 J Alen Schule und die Arbeiten für dieſelben für Nebenſachen 10

beürk, Straße

lingen.. 9 In Friedberg Fre

Vormittags um

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ten, das Streben nach dem Edleren und Höheren verliug V. Baugufſede und nichtigen und eiteln Dingen nachjagen u. dgl. m. ven bis Vile Wir halten es für unſere Pflicht, den Eltern Dies zu in der A denken zu geben. 1 d n f. Friedberg den 10. Dezember 1844. 10 ubr

Ph. Dieffenbach. K. F. Baur. 1 5

C. F. Lauckhard. A. Störger. iber afin

J., Deer Ramſpeck. 5) die Mbeiten

J. Bon Großmann. betsbezirk,

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Kirchenbuchs⸗Auszug vom November 184

b 2 Bauaufſehers Ulrichſtein. dab ae Ae Getraute: 7) In Lindheim g N J, Vormitta Keine. Koch die Arb

5 ſehersbeſitk, Getaufte: Lindheim un

10. Ein unehelicher Sohn, Balthaſer Heinrich.

10. Dem hieſigen Bürger und Wagner Conrad Keil ain Sohn, Johannes, geb. den 26. Juli d. J. 5

17. Dem hieſigen Großh. Heſſ. Landrichter Herrn En Ludwig Rayß eine Tochter, Liſette Friedericke Then Antoinette Maximilia Hermine Gabriele, geb. den. Auguſt. g

19. Dem hieſigen Bürger und Taglöhner Johannes Kin pel ein Sohn, Heinrich, geb. den 19. Sept.

Beerdigte:

5. Eliſa Joſt, des hieſigen Bürgers, Ackermanns un

Schuhmachers Heinrich Joſt, unverheurathete Tochtin 6

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alt 16 Jahre weniger 1 Monat, 7 den 2. Nov. N. une 23. Anna Margretha Rühl, des hieſigen Bürgers ung 75 Amit

Metzgers wie auch Schenkwirths Conrad Rühl Ehefrau, eine geb. Wingefeld, alt 43 Jahre, 3 Monate und 15

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Tage, 7 den 20. Nov. Wacle b el.