Ausgabe 
14.8.1844
 
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O, ihr Backer und Metzger, ihr Schuhmacher und Schneider ꝛc. ꝛc. wundert euch nicht, daß die Meßrechnungen nicht eingehen, aber eben ſo wenig klagt uber ſchlechte Zei ten, ſondern klagt uber ſchlechte Haushalter!

cher lei hen.

In unſerer Zeit lieſt Alles, ja ſogar es ſoll Alles leſen, weil das Leſen ein mächtiger Hebel der Bildung iſt. Nicht Jeder aber hat Bucher zum Leſen, er muß ſie darum von Andern leihen und da iſt es vielleicht ſo übel nicht, hier unten eine Stelle uͤber das Bücherleihen mitzutheilen, die auf einen großen Mißſtand in dieſer Angelegenheit aufmerk ſam macht und die wir einem größern Aufſatze in den rheini ſchen Blättern für Erziehung und Unterricht, herausge geben von Dr. F. A. W. Dieſterweg 1844, 3. Heft, ent⸗ nehmen:

Leihen oder Borgen der Bücher. Iſt es eine Verleumdung der Menſchheit, wenn man ſagt: leichtſinniger als leichtſinnig, ja gewiſſenloſer als gewiſſen los? Kann man unter zehn Bücherborgern bei einem mit Sicherheit auf Zurückgabe, auf dankbare Zurückgabe, auf unbeſchmutzte Zurückgabe zu rechter Zeit rechnen? darauf rechnen was doch bei einem fühlenden Menſchen ſchlecht hin ſollte vorausgeſetzt werden dürfen daß er das fremde Buch beſſer hütet als das eigene? deß gewiß ſein, daß er, wenn er ſo unglücklich iſt, eins zu verlieren, z. B. einen Theil aus einem bändereichen Werke, ohne Weiteres auf Erſtattung ſaͤnne? es nicht für unmöglich halten, aus den Händen gebil deter, feiner Leute beſchmutzte, auf die roheſte Art(z. B. durch Kaffeetaſſen, Häringsſchwänze u. dgl.) verunreinigte und en canaille behandelte Bücher zurückzuerhalten? es als die Seltenheit der Seltenheit erleben, daß das nicht erfolgte Zurückliefern vor Monaten oder leider Jahren geborgter Bücher, was man ſchwarz auf weiß beſitzt, ſchlechtweg in Abrede geſtellt und ſo der gütige Verleiher in's Angeſicht düpirt wird? Alles nein! Es kann einen zur Verzweiflung bringen, veranlaſſen, Fremden die Bibliothek, die man be ſitzt, die einzigen Schätze, zu denen man es auf dieſer Erde gebracht hat und jemals bringen wird, nur aus der Ferne zu zeigen und den Schränken, wie ich das einmal geſehen, die Worte großgedruckt aufzuſetzen: Ich verleihe nichts. Dieß iſt auch in der That, ſo weit ich ſehen kann, das einzige, ſichere Mittel, ſich gegen jene Arten grober Miß handlung ſicher zu ſtellen. Probatum est; ich nehme es nach jenen Erfahrungen keinem übel, der ſich zu dieſem Radicalmittel ohne Weiteres entſchließet. Iſt es doch nichts Unerhörtes, daß Leute, die einen groß darauf anſehen, wenn man zu erkennen gibt, daß ſie Einiges in Betreff derHon nettetät /, wie die Berliner Anzeigen ſagen, zu wünſchen übrig laſſen, die entliehenen Bücher heimlich an Antiquare um Spottpreiſe verkaufen! ja zu unſrer Schande muß es geſagt werden ſich dieſes Verbrechen eher gegen öffent

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liches als gegen Privateigenthum erlauben auch ein zwar kleines, aber ſignificantes Zeichen unſeres Sinnes fuͤr daz Gemeinſame!/

0 0 10 konnen. 1 15 nit mum Zur Erheiterung.. ber dee 1 8 1 5 3 100 ober Ein Ehepaar auf dem Lande lebte in Unfrieden) 7 5 vegſt und jeder Anlaß wurde zu immer neuen Quälereien und U Vorwürfen benutzt. Einſt, als gerade die Frau nicht ganz gef nl. wohl war, ſtarb ein Kind, deſſen Leiche der Vater, da 5

Sitte des Ortes gemäß, zu Grabe begleitete, aber ohm auch uur eine einzige Thräne zu vergießen. Von ſolchg

Herzloſigkeit war die Frau, die am Fenſter ſtand, Zeuge ö und im höchſten Grade darüber entrüſtet, empfieng ſie den ulm Zatemde

heimkehrenden Gatten mit dem Liebesworte:jetzt ſag' noch einmal, daß du ein Herz im Leibe habeſt, du... 's iſt doch zu arg, ſein eigenes Kind zu begraben und nicht einen Tropfen Augenwaſſer zu weinen! du Klotz!,

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Aber wie hei 1 hredrich* w, Maſeſal, 17 a Aamkorunbarr

Ei, ſo heißt!

Ja, Ew. Ma

Ei, rief der Mann, begütigend und wild zugleich, ei, ich ie

hätt' gern geweint! aber hab' ich denn weinen können? du hatt'ſt mir ja kein Sacktuch in den Rock geſteckt!/

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* In einer Geſellſchaft von Damen und Herrn ſpielte man ein Pfänderſpiel. Ein Pfand ſollte durch das Her ſachen eines Gedichtes gelöſt werden. Es ergab ſich, daß ein junges Mädchen die Eigenthümerin des Pfandes ſei und als man ihr anmuthete, ein Gedicht vorzutragen, wei gerte ſie ſich deſſen und entſchuldigte ſich damit, daß ſie keined auswendig wiſſe.Nun rief ein Herr, der des Streiten müde war ſo ſagen Sie eins aus dem Stegreif.Ach! lieber Gott, entgegnete das Madchen, den Dichter kenn' ich ja nicht einmal dem Namen nach.,

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2Hör' Sepperl, ſagte ein ſparſamer Oeſterreicher zu ſeinem Bedienten, wenn du wos kaufen thuſt, ſo mußt d' immerſe biſſerl hondeln, damit doß D'es wohlfeiler kriegſt./ Sehr wohl, Ew. Gnoden, entgegnete Sepperl und kam überall der ihm auferlegten Pflicht mit der gewiſſenhafteſten Treue und in der Regel auch mit dem gewünſchten Erfolgs nach. Einſt hatte ſein Herr nach Wien geſchrieben und ihm den Brief zur Beſorgung auf die Poſt übergeben Sieben und vierzig Kreuzer! ſchnurrte der Poſtbeamte den Sepperl an.Können's nit für'n Zwonziger loſſen? fragte Sepperl.Sieben und vierzig Kreuzer! kam's hin ter dem Schalter hervor.Nu wiſſen's wos, ich geb' Ihnen ein und einen holben Zwonziger.Scheer' Er ſich zum Henker zürnte der Beamte, ſchlug das Fenſter zu und trat an ſeinen Pult. Als Sepperl ſah, daß hier nichts zu akkor diren wäre, klopfte er wieder und legte die verlangten 47

*) Gleiche Fälle ſollen ſich dem Vernehmen nach auch manchmal i Städten ereignen.

o Ein Bauer pfarrer begab f osten, und ſag den, mein Freu etwiederte der bene liebe Not

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