Ausgabe 
14.2.1844
 
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Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisraͤthe der Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen an ſämmtliche Gr. Heſſ. Fürſtl. und Gräfl. Solmſ. Bürgermeiſter dieſer Kreiſe.

Betreffend: Legalisation von Urkunden,

Bürgermeiſter, deren Unterſchrift Demſelben unbekannt iſt, zur Legaliſacion eingeſendet werden, ohne daß ſolche von dem betref⸗

Da hierdurch Anſtände entſtehen, ſo werden Sie angewieſen,

n

ben einſchlögigen Fällen uͤber die Nothwendigkeit der vor⸗

den 6. Februar 1843. 5 tüchler. Ouvrier. Follenius.

Großherzoglich Heſſiſche Reudrath des Kreiſes Gruͤnberg

an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Betreffend: Die Landgeſtütsanſtalt nunmehr die Unterſuchung der als Beſchäler benutzt werdenden Hengſte von Privatperſonen für 1844.

Bei ſtattgehabter Unterſuchung derjenigen Hengſte, welche Privatperſonen im Jahr 1844 zum Bedecken benutzen zu wollen, erklärt haben, ſind die den nachbenaunten Pri⸗ vatperſonen gehörigen Hengſte:

1) des Johannes Fiſcher I. zu Hutzdorf im Kreiſe Alsfeld, B des Jacob Eigenbrod zu Oberwegfurth Kreiſes Alsfeld, 3) des Peter Herchenröder zu Metzlos im Landrathsbezirk

Lauterbach, i als hierzu tauglich, dagegen der des Andreas Müller auf der Helmrosmühle bei Angersbach im Landrathsbezirk Lau⸗ terbach, als hierzu nicht tauglich befunden worden. Indem ich Ihnen hiervon Nachricht gebe, beauftrage ich Sie, hier nach Bekanntmachung zu erlaſſen, und genau darüber zu wachen, daß außer den tauglich befundenen kein ſonſtiger Hengſt eines Privaten zugelaſſen, Zuwiderhandlungen viel⸗ mehr alsbald zur Beſtrafung angezeigt werden.

Grünberg am 7. Februar 1844.

Ouvrier.

Aufloͤſung des in Nro. 4 enthaltenen Rechenexempels.

Du haſt vielleicht, mein lieber Leſer, den von Freund Adam baar zu zahlenden Kaufſchilling ſchon berechnet; doch wirſt du nicht unwillig werden, wenn ich dir eine Auf⸗ loͤſung zeige, die ſo leicht iſt, daß ſie ein 10jähriges Kind verſtehen wird.

Adam ſoll nach Ablauf von 4 Jahren 480 fl. bezahlen oder gegen einen Nachlaß von 5 Procent ſeine Schuld ſo gleich tilgen. Da wir hier keine Zwiſchenzinſen in Rechnung bringen,) ſo iſt klar, daß Adam ein Kapital baar zu zahlen 1 755 das mit den einfachen 4jährigen Zinſen auf 480 fl.

teigt. 1 Die Zinſen des gedachten Kapitals betragen jährlich Hog oder ½ ſeines Werthes, in 4 Jahren alſo/ oder / dieſes Betrags; demnach ſteigt die Summe von Kapital

welches in 4 Jahren 480 fl. werth iſt, wie viel iſt dieſes

und Zinſen auf%% oderdes urſprünglichen Kapitals. Dieſe 2%, ſihd gleich 480 fl, alſo e iſt 4 fl. und das

ganze 1 von% o iſt 400 fl. Dieſe 400 fl. hat Adam zu zahlen.

Du magſt nun ſelbſt prüfen, ob beiden Theilen, dem Gläubiger, wie dem Schuldner, das zugeſtanden worden, was ſie rechtlich verlangen können; hegeſt du aber noch einen Zweifel gegen die Richtigkeit meiner Rechnung, ſo theile dein Bedenken der Redaction dieſes Blattes mit.

Zugleich lege ich dir folgendes Exempel zur Auſtöſung

vor: Ein Haus wurde zu 3861 fl. unter der Bedingung

verkauft, daß dieſer Betrag in 3 Terminen von 2 zu 2 Jahren abgeführt, daß alſo 1287 fl. in 2 Jahren, 1287 fl. in 4 Jahren, 1287 fl. in 6 Jahren bezahlt würden. 2 Der Käufer iſt aber auch bereit, gegen einfachen Rabatt

von 5 Procent ſeine Schuld baar abzutragen. Was hätte er zu zahlen F.

Anmerkung. Noch eine andere Berechnung der Aufgabe

in Nr. 4 unſeres Blattes iſt uns zugekommen, die bei aller Verſtändlichkeit der obenſtehenden, ihrer Ausführlichkeit wegen, doch vielleicht klarer iſt, als ſie. Wir laſſen ſie folgen:

Die Frage iſt eigentlich ſo zu ſtellen: Ein l

gegenwärtig werth, wenn man einfache) Zinſen zu 5%

5 1 2 20 rechnet?

100 Nennen wir das unbekannte Capital= X ſo iſt die⸗

4 ſes in 4 Jahren offenbar X 5 N eee

20 4 1 83 D X 2X 0 X X werth.

Folglich 5 X 2 480 fl. uud heilhach& 5 20 00 fl. N . Die Red.

*) Herr F kin P. hat gleichfalls eine Berechnung der fraglichen Auf⸗ abe eingeſendet, jedoch, als das Obige bereits geſetzt war. Wir Baden uns darum zu bemerken, daß auch Herr 8k bei Annahme einfacher Zinſen(natürlich) 400 fl. als gleich zu bezahlendes Kapi⸗ tal angegeben daß er aber die einfache Zinsberechnung und wie

uns ſcheint, mit Recht nicht als die richtige anerkannt hat, weil

3. B. bei öffentlichen Kaſſen die Zinſen gar nicht müßig liegen blei⸗ den dürfen. Dem zufolge wird nun das von Adam ſogleich zu

zahlende Kapital auf 394 fl. 53,83 kr. feſtgeſetzt und die Richtigkeit

der Berechnung ſelbſt durch angefügte Probe beſtätigt. Die Red

Kirchenbuchs-Auszug vom Januar 1844. Lich. Getraute:

16. Der hieſige des und Kupferſchmidt Chriſtian Gottlieb Zimmer, des hier geweſenen Bürgers und Kupferſchmidts Johann Heinrich Zimmer ehelich lediger Sohn und Anna Catharine Volz, des hier geweſenen Bürgers und Webermeiſters Andreas Volz ehelich ledige Tochter. 5

25. Der hieſige Ortsbürger und Oekonom Carl Ludwig Rehe, des hieſigen Bürgers und Fürſtlichen Pachtert Friedrich Rehe ehelich lediger Sohn und Maria Loui

Zimmer, des hier geweſenen Bürgers und Müllers Her

mann Philipp Zimmers ehelich ledige Tochter.

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