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Wenn der Käufer den Kauſfſchilling ſogleich baar be— zahlen ſoll, ſo hat er ein Kapital zu geben, das mit den einfachen Zinſen,(die Zinſen von Zinſen werden nicht ge— rechnet) in 20 Jahren 1000 fl. werth iſt.— Daß dieſes Kapital 500 fl. beträgt, ſagt dir jedes Schulbübchen. Wie viel hat alſo Adam zu bezahlen?— Gefällt dir dieſes Exem— pel, lieber Leſer, ſo ſtehen dir noch andere Aufgaben zu Dienſten, die namentlich die Berechnung der Zinſen bei mehr— maligen Zielzahlungen betreffen. F.
Verſchiedenes.
* Beiſpiel von Genügſamkeit. Als einſtmals der Pfarrer N. ſpazieren ging, begegnete ihm der Taglöh— ner M.„Nun, M., wohin des Wegs?“ fragte der Pfarrer. „Auf den Acker, antwortete M., um ein Stückchen Brod für die Kleinen zu verdienen.“„Sagt einmal M., fuhr der Pfarrer fort, wie viel müßtet Ihr wohl haben, um ſo recht ordentlich leben zu können?“— Der Taglöhner be— ſann ſich einen Augenblick, dann ſagte er:„o, Herr Pfarrer, wenn ich jährlich ſechszig Gulden hätte, dann wollt' ich leben, wie ein Fürſt.“— Der war ein Narr! lacht viel— leicht Mancher, der kannte den Werth des Geldes nicht! Wenn man aber bedenkt, daß Ulrich Zwingli, der große Reformator in der Schweiz, nur einen jährlichen Gehalt von 80 Gulden hatte und es als einen Akt beſonderer Gnade anſah, daß man ihm einſtens an Büchern ein Ge— ſchenk von 40 bis 50 Gulden Werth machte, ſo wird man es doch begreiflich finden, daß ein Taglöhner in unſerer Zeit, obwohl 300 Jahre ſpäter als damals, mit ſechszig Gulden ſein und der Seinen Leben fuͤrſtlich friſten zu kön⸗ nen vermeinte.
A Leſſing ſagt:„Wohlthaten hören auf, Wohlthaten zu ſein, wenn man ſucht, ſich dafür bezahlt zu machen.“ Lies da dein Urtheil du, der du dich deiner Menſchenfreund— lichkeit ruͤhmſt, mit der einen Hand zwar gibſt, aber mit der andern, vielleicht doppelt, nimmſt. S. Matth. 6, 3.
V. Jahresbericht. Augen⸗Heilanſtalt des practiſchen Arztes Dr. Küchler.
Unter den Widerwärtigkeiten, welche die Thätigkeit meiner Anſtalt zu hemmen drohten, traf mich in dieſem Jahr eine ſchwere Krankheit, die mich 8 Monate lang auf dem Krankenlager hielt. Das Publikum mag eine Garantie für meinen Eifer und meine Thätigkeit für die armen Blin— den darin ſehen, daß dennoch meine Anſtalt nicht geſchloſſen worden iſt, und daß ich die Zimmer meiner eignen Wohnung eingeräumt habe, um die Kranken mir nahe zu wiſſen. Dankbar muß ich anerkennen, daß mich auch in dieſer Periode das Vertrauen der Pflegbefohlenen nicht verlaſſen hat, und daß auch in dieſem Jahre mein Wirken von ſchönen Erfolgen gekrönt worden iſt, wie die Überſicht der wichtigſten operativen Krankheits- fälle beweiſen kann, die ich mit den namentlichen Belegen der Redaction einzuhändigen die Ehre hatte.— Ich habe im Laufe des Jahres 1843 acht Staaroperationen an Armen ausgeführt, und zwar ſieben mit dem Erfolg völliger Wiederherſtellung und nur einen ohne Erfolg; des⸗ gleichen habe ich vier ganz Arme von der ſchweren Verbildung der Sta⸗ phplome der Hornhaut geheilt(eine in Heilung begriffen); zwei des⸗ gleichen vom Eiterauge; einen vom Krebs der Augenlider; vier vom Schielen; drei von dem Leiden der Thränenfiſtel,(eine in
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Heilung begriffen); einen vom Blutſchwamm des Augenlides; zwei!“
von Verbildung oder Verwachſung der Augenlider; andere von krebshaften Geſchwülſten und Warzen und von vielen andern mehr oder minder gefahrvollen Uebeln, darunter ſchwere Verwundung des Auges u. ſ. w.— Es wird mir zur Freude gereichen, auch ferner denen allen unentgeldlich Hülfe angedeihen zu laſſen, die ſich vertrauensvoll an mich wenden; die Bedingungen der Aufnahme ſind ganz die früheren.
Nachricht an die Herrn Geiſtlichen und Gemeindevorſtände.
Da manche Gemeinden ſo unbemittelt ſind, daß ſie auch die dürftige Pfleggeldvorlage für die Armen nicht entrichten können, ſo zeige ich Ihnen ergebenſt an, daß ich im Stande bin, auf Ihre Fürſprache hin, im Laufe des Jahres 8 bis 10 Blinde, Schielende oder dergl. operationsfähige Au⸗ genleidende ganz unentgeldlich verpflegen, verſorgen und behandeln zu laſ⸗ ſen. Auch werde ich mich zu Dank verpflichtet halten, wenn etwa mögliche Klagen über die Verpflegung in der Anſtalt zu meiner Kenntniß gelangen, damit ich Abhülfe leiſten könne.
Darmſtadt den 1. Januar 1844. Küchler.
Kirchenbuchs⸗Auszug vom Dezember 1843. Butzbach. Getraute:
17. Johannes Schember Bürger und Seifenſieder, des ver⸗ lebten Bürgers und Seifenſieders Johannes Schember nachgelaſſener ehelich lediger Sohn und Anna Eliſabeth Schmidt, des verlebten Bürgers und Häfners Johan— nes Schmidt nachgelaſſene ehelich ledige Tochter.
26. Philipp Conrad Cramerding, Bürger und Sattlermei— ſter dahier, des verlebten Burgers und Schloſſermeiſters Philipp Cramerding nachgelaſſener ehelich lediger Sohn und Maria Eliſabeth Schmidt, des verlebten Bürgers und Häfners Kaſimir Schmidt nachgelaſſene ehelich ledige Tochter.
Getaufte:
4. Dem Buͤrger und Kammmachermeiſter Johann Georg Lieberich eine Tochter, Margaretha, geb. den 23. Nov.
29. Dem Dr. philos. Chriſtian Juſtus eine Tochter, Eliſe Thereſe, geb. den 11.
29. Eine nneheliche Tochter Eliſabeth, geb. den 24.
31. Eine uneheliche Tochter, Mariane, geb. den 18.
Beerdigt:
4. Ludwig Seulborger, Bürger und Schuhmachermeiſter, + den 2., alt 58 Jahre und 11 Mon.
5. Joh. Georg Lieberich, Bürger und Schuhmachermeiſter, alt 58 Jahre und 10 Mon., f den 3.
9. Margarethe, des Bürgers und Lohgerbermeiſters Niko— laus Grüninger III. Ehefrau, geb. Winter, alt 30 Jahre, 4 Mon. und 7 Tage, 1 den 7.
14. Anna Chriſtina Wagner, des verlebten Bürgers und Seilermeiſters Chriſtoph Wagner nachgelaſſene ehelich ledige Tochter, alt 52 Jahre, 10 Mon. und 9 Tage, en 12
17. Friedrich Brömer, Bürger und Fuhrmann, alt 51 Jahre, 7 Mon. und 23 Tage, 1 den 15.
20. Margaretha Eliſabeth Strudel, des Bürgers und Schuh— machermeiſters Heinrich Strudel eheliche Tochter, alt 21 Jahre, 8 Mon. und 17 Tage, 1 den 18.
24. Mariane, des Jakob Steinhaußer III., Bürgers und Bäckers dahier, eheliche Tochter, alt 1 Jahr, 7 Mon. und 12 Tage, 1 den 22.
31. Jakob Schild, Bürger und Schuhmacher dahier, alt 46 Jahre, 1 Mon. und 2 Tage, f den 29.
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