Ausgabe 
12.10.1844
 
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von Eſſen und Trinken, wo du den Himmel offen ſiehſt; wenn du liebſt und mußt fort, fort hinaus in die Welt zu

kämpfen und zu ſtreiten und läſſeſt daheim das, was du

für die beſſere Hälfte des eigenen Weſens hältſt, oder du ſelbſt bleibſt daheim und läſſeſt den Andern ziehen, ziehen auf viele, viele Tage, ziehen in große Gefahr, ſo daß du die Zeit nicht meſſen kannſt, bis wann der Schmerz der Trennung ſich in den Jubel des Wiederſehens wandelt, ſo daß du nicht weißt, ob das jemals geſchehen werde welche Qualen gleichen dann denen, die du empfindeſt? Liebesleid!

Wenn du gedenkeſt: morgen, ja morgen will ich auf ewig mich mit dem Gegenſtande meiner zärtlichſten Neigung verbinden, morgen, ja morgen ſoll mir das Leben anfangen einen rechten Werth, eine rechte Bedeutung zu gewinnen, morgen, ja morgen bin ich angekommen in dem Hafen ir⸗ diſcher Glückſeligkeit, nach dem ich ſo lange geſtrebt, den ich jetzt ſo nahe vor mir ſehe und es faßt dein Schifflein die Windsbraut und ſchlägt dich meilenweit von dem Hafen zurück und hindert auf lange Zeit deine Landung, ach dann ergreift deine Seele das bitterſte Wehe, wahnſinnige Gedanken umnebeln deinen Geiſt und du läſſeſt deine Arme ſinken, wie der Baum ſeine Aeſte, wenn der Blitz in ſeine Krone gefahren iſt Liebesleid!

Und nun haſt du den Bau deines Glückes vollendet, biſt ein König in deinem Hauſe, würdeſt die Luſt deiner Liebe nicht gegen Scepter und Krone vertauſchen, ja kannſt lächeln darüber, daß es Menſchen gibt, die einen andern Ehrgeiz haben, als durch Liebe ſelig zu ſein, ach! und während du ſo ſelig biſt und während du nur dann an die Möglich⸗ keit einer Aenderung denkeſt, wenn du Gott, den Herrn um Erhaltung des Friedens und der Ruhe deines Lebens an rufſt, gräbt eine unſichtbare Hand nach dem Grundſteine des Baues, in dem du wohneſt, und wo du meineſt, jetzt ſtünde der Bau am feſteſten, zieht eben dieſe unſichtbare Hand den Grundſtein heraus und du liegſt in Trümmern begraben; deine Freude und Wonne iſt dahin mit ſeiner kalten Hand hat der unerbittliche Tod dir das Liebſte von deinem Herzen geriſſen. Du weineſt und klageſt, du ringſt die Hände, du wollteſt, der Himmel ſtürzte über dich und die Trümmer deines Gluͤcks, kein Troſt vermag dich zu tröſten, keine Kraft kann dich ſtärken, dich hat der größte Schmerz des Lebens ergriffen Liebesleid!

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Liebesluſt und Liebesleid! Selten, daß ein Menſch nur die Luſt zu lieben empfunden und nicht zugleich auch oder ſpäter das Leid der Liebe erfahren hätte. Viel mehr, je inniger du die Luſt der Liebe empfandeſt, deſto ſicherer wird dich über kurz oder lang das Liebesleid ergrei fen, und auch, je größer die Liebesluſt geweſen iſt, deſto herber wird dir das Liebesleid erſcheinen. Und umgekehrt, je weniger du liebeſt und dich deiner Liebe freueſt, oder auch, je gemeiner und ſinnlicher deine Liebe iſt, um ſo weni⸗

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ger wird eine Störung in den Verhäͤltniſſen berſcbent beunruhigen denn Leiber findeſt du überall und üb wächſt, was der Sinnlichkeit zur Nahrung dient.

1. **

Wie? wäre es da nicht klug, in Zeiten an ſelbſt zu denken, nie in reiner Liebe ſein Herz dahin z geben, die Liebe nie zu potenziren, damit man um ſo gen, ſer dem Schmerze, den das Wehe der Liebe verurſacht, ea gehen könnte? Ach nein! ach nein! denn wie groß dz Liebesleid auch ſein mag, das einem Menſchen kann erleget werden, ſo reicht es doch nicht an die Luſt, die en reine Liebe gewährt, nein, es reicht nicht dran, denn hie das große Geheimniß: wenn des Menſchen Liebe ein reine, heilige iſt, die ſich von den Schlacken ze Sinnlichkeit frei gemacht hat, dann iſt auch 96 Liebes leid Liebesluſt.

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Darin, daß man auch im Liebesleide noch die Lie luſt empfinden kann, darin liegt ein unumſtößlicher Bez

für die Wahrheit des apoſtoliſchen Wortes:Die 1

hört nimmer auf.(1 Cor. XIII. 8.)

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dieſes Blattes in einer mir unangenehmen Sache noch

J) Nachdem Schubmacher, von Ul

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Ich muß um Entſchuldigung bitten, wenn ich die 1 geh erkannt worden

zu behelligen genöthigt bin.

Heute erſchien bei mir Heinrich Becker von Gel del und erklärte mir, ſein ſiebenzigjähriger Vetter Andre Becker zu Gambach habe nie den Gedanken gehabt, mich zu ſchreiben, noch weniger habe er wirklich an m geſchrieben. Ich legte darauf den in Nr. 78 d. Bl. u mir veröffentlichten Brief in Original vor. Er trägt un Poſtſtempel Butzbach. Heinrich Becker erklärte, d ſei die Hand ſeines Vetters gar nicht.

Demnach muß der mir zugekommene Brief das Mu

eines wie ſoll man ihn nennen? ſeyn, der die

Weg zu einer Myſtifikation wählte, die am unrechten On angebracht iſt.

Friedberg den 7. October 1844. Ph. Dieffenbach,

be Veri eigung,

In einigen Exemplaren der Nummer 80 dieſes Blu tes ſteht irrthümlichBevölkerungsliſte der Gemeinden den Kreiſes Hungen; man bittet ſolches inGrünberg abzuändern.

Alaſprüche machen kon e n eee Mond dg U. dahier zu liawidtwer gend von der Mal Ulrichſtein den

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Allgemeine Re

(1330 Cs wir Kenntniß gebracht terich in Lich zu Rentenanſtalt zu iſt, und daß bei! larien zu Beiteitt Stakuten, letzte empfangen werde

Zur Entgegen gen und Einlagen gelben können in November inel.

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(1335) Bei ſaosung des durg dimon Lind

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