8 Intelligenz-Blatt
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für die
Provinz Oberheſſen
* im Allgemeinen,
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die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Amtlicher Theil.
125 Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg
a ämmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes.
in's Betreffend: Die Erlaſſung der Wieſenpolizei⸗Ordnungen.
oſſch und In obigem Betreffe haben nur ganz wenige von Ihnen a die dirch Verfügung vom 23. Auguſt d. J.(ſiehe Intel. 5%, t, Blett Nro. 08.) geforderte Vorlage bei mir gemacht. Ich an ſeht daher der Erledigung jener Auflage unfehlbar binnen 14 Agen entgegen.
ter!“ Friedberg den 1. October 1844.
tent Küchler.
Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg le, en ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes.
Baättffend: J. U. S. gegen Katharina Mohr von Ulrichſtein wegen einfachen Diebſtahls. * Ich weiſe Sie an, auf die Rubricatin invigiliren, ſie im Letretungsfalle arretiren, und anher einliefern zu laſſen. Grünberg am 9. October 1844. Su die.
» Liebesluſt und Liebesleid.
guard Liebesluſt!— Ja wohl iſt es eine Luſt zu lie— bau, wenn die ſtille Sehnſucht nach etwas Unbekanntem, wille das Herz des Jünglings— der Jungfrau— be—
wege, endlich Geſtalt gewonnen hat und das Weib— der
Mam— iſt gefunden, mit dem vereinigt man den Weg
duns Leben glaubt machen, das Glück des Lebens glaubt gumpen zu können, und der erſte gluͤhende Kuß brennt auf
den kippen, die erſte feurige Umarmung beſiegelt den Her⸗ —denlund zweier für einander geſchaffenen, von Gott ſelbſt
zuſammengeführten Menſchen.— Eine Luſt zu lieben iſt es, wenn nach Tagen, Wochen, Monden und Jahren der Trennung die frohe Stunde des Wiederſehens ſchlägt und du weideſt dich wieder am Anblicke deſſen, der dein Tag⸗ und Nachtgedanke geweſen iſt und der ſelbſt Mi⸗ nuten und Secunden gezählt hat, bis er das Rollen deines Wagens, bis er deine Fußtritte draußen auf der Treppe, draußen vor der Thüre der Stube vernahm.— Ach welch eine Luſt zu lieben iſt es, wenn du dann, nach langer Zeit des Glückes zwar, doch aber auch des Harrens, mit dem Weſen, dem du Liebe und Treue gelobt bis in den Tod, den Kirchgang hältſt, im Hauſe des Herrn dein Ge⸗ lübde unter heiligen Schauern wiederholeſt und um dich und den Andern, der neben dir ſteht, im Angeſichte des allwiſ⸗ ſenden Gottes das Band der Ehe, das heilige Band der Ehe, das der Tod nur löſen ſoll, ſchlingen läſſeſt; welche Luſt— nun ganz vereinigt zu ſein, nun ganz ſich anzu⸗ gehören, nun wechſelſeitig ſich in den Augen zu leſen und einander zu ſein und zu geben, was der Blick des Auges zu begehren ſcheint!— Und dann, wenn wieder ein neuer Stern am Himmel des häuslichen und ehelichen Gluͤckes aufgeht, wenn die Hoffnung entſteht und wächſt, du wer⸗ deſt bald ein Geſchöpf auf deinen Armen wiegen, Fleiſch von deinem Fleiſch, Bein von deinem Bein; wenn nach banger ſchmerzenreicher Stunde die Wehmutter ruft: Heil Euch, es iſt Euch ein Kindlein geboren!— wenn du, was der Herr gab, dem Herrn wieder weiheſt durch das Sacra⸗ ment der Taufe;— wenn du dich zum erſtenmale mit dem ſuüͤßeſten aller Namen, mit dem Namen Vater! Mut⸗ ter! genannt hörſt, o da iſt es eine Luſt, eine nicht zu beſchreibende Luſt zu lieben!—— ** **
Wenn du aber liebſt und du darfſt es nicht ſagen, meineſt, du dürfteſt es nicht ſagen;— wenn du liebeſt und naheſt dich mit gluͤhendem Verlangen und man ſetzt dir die kalte Ueberlegung des Verſtandes entgegen und redet dir


