Ausgabe 
11.5.1844
 
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thun, was in ſeinen Kräften ſteht, daß das Lob, das die Stadt Friedberg vor 300) Jahren hatte, ſich von allen ihren Bewohnern ſagen laſſe, daß es jedem Einzelnen und ſomit auch dem Ganzen erworben werde und behalten N

Sonſt und Jetzt.

In einem alten, im Jahre 1595 zu Frankfurt am Main erſchienenen Buche finden wir über Friedberg fol⸗ gende Notiz:Friedberg iſt eine Stadt des Reiches, welche, wie ſie ſich nunmehr eines hohen Alters erfreut, ſo vormals wegen ihres vielfachen Verkehrs und wegen des Eifers ihrer Bewohner, altväteriſche Tugend treu zu bewahren, einen geachteten Namen behauptete. Gegründet ſoll die Stadt ſein nicht lange nach Chriſti Geburt. Nachmals, im Jahre des Heils 1211 wurde ſie mit den ausgedehnteſten Vorrech⸗ ten, königlichen Gnaden und Freiheiten beſchenkt, weil ſie vielfach eine große Gaſtfreundlichkeit gegen die Majeſtät des Kaiſers an den Tag gelegt hatte. Eben dieſer Gaſt⸗ freundlichkeit wegen ſollen die Kaiſer nicht ſelten in Fried⸗ berg ſich aufgehalten haben. Den Namen hat die Stadt von Kaiſer Friedrich dem Zweiten. Innerhalb und außer⸗ halb der Mauern der Stadt waren einſtens prächtige freie Plätze, die aber jetzt, wo Alles ſich zum Schlimmen kehret, gar Vieles von ihrem frühern Anſehen verloren haben. Und iſt dieß auch kein Wunder, da die ganze Stadt durch öftere, in kurzen Zwiſchenräumen auf einander folgende Feuers brünſte ſo ſehr zerſtört wurde, daß kaum irgend eine Hoff⸗ nung der Wiederherſtellung übrig war. Allmählich erholt ſie ſich wieder und fängt an, den durch die Feuersbrunſt zu⸗ gefugten Schaden zu verſchmerzen. Die Stadt liegt in fruchtbarem, fettem Felde, ſo daß nicht nur ihre Einwohner an den nöthigen Nahrungsmitteln Ueberfluß haben, ſondern auch fremde Völker reichlich damit verſehen können. Einſt hatte Friedberg eine berühmte Meſſe, deren ſich jetzt Frank furt zu erfreuen hat, durch die Verhältniſſe der Zeit und die Lage des Ortes begünſtigt. Das iſt bei dieſer Stadt hauptſächlich zu beloben, daß ihre Bewohner ſich durch Frömmigkeit in ihrem Verhalten, beides gegen Gott und gegen die Menſchen auszeichnen. Daß ſie in einem ſolchen guten Leumund verharre, wollen wir in gemeinſchaftlichem Gebete ihr erflehen.) Welch rei⸗ chen Stoff zu Vergleichungen zwiſchen Sonſt und Jetzt bie⸗ tet dieſe Stelle, namentlich auch die letzten Worte derſelben! Wir wollen keinem unſerer geehrten Leſer vorgreifen. Sollte aber vielleicht Einer oder der Andere auf den Gedanken kommen, gerade die Hauptſache das zuletzt Bemerkte betreffend, ſei es eben jetzt nicht beſſer, vielleicht aber ſchlim mer, als früher geworden, ſo wolle er an ſeinem Theile

) Für diejenigen unſerer Leſer, welche das Original vorſtehend überſetz ter Stelle zu haben wünſchen, bemerken wir, daß der vollſtändige Titel des betreffenden Buches iſt: parvum theatrum urbium sive urbium praecipuarum totius orbis brevis et methodica de- scriptio. Anthore Adriano Romano E. A. Francof. a. MDXCV. Uebrigens iſt das Buch ſehr ſelten und wir laſſen darum die Stelle ſelbſt folgen. Es heißt pag. 145. Fridberga urbs est imperii, quae ut vetustate nune gaudeèt, sic quondam ob commercia frequentia, virtutisque antiquae studium nobile nomen obti- nuit. Condita ea fertur non longe à nato Christo: postmo- dum anno dei hominis MCCXI. amplissimis privilegiis, re- galibus gratiis et immunitatibus, propter singularia hospita- Iitatis Caes. Majestati exhibita beneficia, donata: unde propter eandem hospitalitatem non raro Imperatores in ea divertisse leguntur. Nomen adepta est a Friderico II. Fuére autem olim hujus urbis pomeria largissima, sed nunc, ut omnia in pejus ruunt, valde accisa. Nec mirum, cum per incendia non semel, brevi temporis spatio iterata, tota civitas in cineres sit redacta, adeo, ut nulla spes salutis superesset: paulatim tamen nune repullulassit, illatumque incendio de- trimentum concopuit. Sita est in solo fertili, pingui, quippe, quae suis enatis frugibus non solum alimenta suppeditare necessaria, sed et exteros nationes ubertim alere posset. Habuit aliquando emporium celebre, quo nunc Francofurtum gaudet, propter et temporis et loi injuriam. Hoc laudandum in hac urbe, quod sit pietatis et erga Deum et erga hominis studiosissima. Ona in laude ut perseveret, communis oran- dum est precibus,

Auflöſung des in Nr. 20 enthaltenen Rechenexempels.

Es ſieht wohl Jedermaun ein, daß wir, um jene Auf⸗ gabe zu löſen, vier verſchiedene Exempel anſetzen müſſen, weil zwar die einzelnen Ziele gleich ſind, dieſelben aber doch in vier ungleichen Terminen entrichtet werden ſollen. Jedes Ziel iſt in unſerer Aufgabe 15939 fl.

Das erſte Ziel iſt nun nach einem Jahre fällig. Unſer jetzt zu entrichtendes Capital ſei im Allgemeinen eine beliebige Summe, ſo wächſt dieſe nach Verlauf jener Zei mit ihren Zinſen von 5 Procent um ss dieſer Summe, oder beträgt zuſammen /e derſelben. In unſerem Fall ſind nun dieſe% gleich 15939 fl./ iſt alſo und 0% oder das Ganze beträgt* πνs oder 15180 fl.

Das zweite Ziel iſt nach zwei Jahren fällig. Jetz iſt unſere Summe zu e angewachſen; dieſes iſt num gleich dem obigen Betrage von 15939 fl.,oo iſt demnach 558% und 1% ſind 188880% oder 14490 fl.

7110

Das dritte Ziel iſt nach drei Jahren zahlbar. Binnen

dieſer Zeit iſt unſere Summe zu sg derſelben geworden,

welches hier gleich iſt den 15939 fl., /o beträgt alſt Ae und 0 find s öder

Das vierte Ziel iſt erſt nach vier Jahren fällig. Nach Verlauf dieſer Zeit iſt unſere Summe mit ihren Ljäb⸗ rigen Zinſen zu e ihres Betrags angewachſen; dieſe betragen nun in vorliegendem Falle 15939 fl., /s iſt alſo * und 9 ſind 5 oder 1328255 fl.

Die vier Ziele heißen demnach:

Das erſte 15180 fl. Das zweite 14490 Das dritte 13860

Das vierte 13282 ½ Mithin ſind ſie zuſammen 56812 ½ fl. Chriſtoph Schmidt in Grünberg.

A, ef g d ee.

Eine ſehr bedeutende Domäne wurde zu 570024 fl auf 4 Termine von je einem Jahr verkauft. Aus verſchie denen Gründen wünſcht der Käufer den Kaufſchilling baqh zu entrichten und man kommt dahin überein, daß hierbel ein einfacher Rabatt von 4 Procent bewilligt werden ſoll

Was hat der Käufer baar zu zahlen?

Um die Leſer, welche an den früheren Aufgaben Il, tereſſe gewonnen haben, noch weiter auf die wichtigeren Es gebniſſe der Zinsberechnung aufmerkſam zu machen, wird nun Zeit ſein, ihnen Beiſpiele aus der zuſammengeſetzte Zinsrechnung vorzulegen. Damit auch hier ein Fortſchrel ten vom Leichten zum Schweren Statt finde, folge voreiſ

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nachſtehende Aufgabe.

Ein Kapital von 20,000 Gulden iſt zu 5 Procen angelegt. Am Ende eines jeden Jahres werden die Zinſel zum Kapital geſchlagen. Wie hoch belauft ſich die Summe von Kapital und Zinſen am Schluſſe des ſechſten Jahres!

F.

) Ueber die älteſten Zeiten Friedbergs handelt Dr. Dieffenbach: Zu Urgeſchichte der Wetterau. S. 182 208.

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