Ausgabe 
10.8.1844
 
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Dar Varleguß

Intelligenz-BGlatt

für die

0 Provinz Oberheſſen im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

geleiteten

M 63.

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisraͤthe der Kreiſe Gruͤnberg und Friedberg an ſaͤmmtliche Großh. Bürgermeiſter dieſer Kreiſe.

Betreffend: Die Unterſuchung gegen Philipp Emmel von Friedens⸗ dorf im Fürſtenthum Schwarzburg⸗Rudolſtadt wegen Ver⸗ 1 kaufs von Medicamenten. cg. Uncle Wir weiſen Sie an, dem Rubrikaten, welcher ſchon ſeit 4 langer Zeit den verbotenen Medicamenten-Handel in der 8 dieſſeitigen Provinz betreibt, den Aufenthalt in Ihren Ge gu meinden nicht zu geſtatten, ihn vielmehr im Betreten arre denn aut tiren und anher einliefern zu laſſen. * Grünberg und Friedberg den 2. Auguſt 1844.

men f Ouvrier. J. V.: Krach, Gr. Kr.⸗Sktr. 5 e Signalement ic deer r des Philipp Emmel von Friedensdorf.

Alter: 33 Jahre, Größe: 6 1%¼, Haare: braun, ne, Stirne: frei, Augenbraunen: braun, Naſe: gerade, Mund: ale gewöhnlich, Bart: braun, Kinn: rund mit Bart, Geſicht:

an rund, Geſichtsfarbe: geſund, Statur: mittel.

0 1* Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

z Betreffend: Die Verabfolgung der Arbeits ven 9 1 A bei Entlaſſung derſelben aus den Ceutralſtrafanſtalten. Höchſten Orts iſt verfügt worden, daß den aus den Centralſtrafanſtalten entlaſſenen Sträflingen von ihrer Ar⸗ beitsverdienſtquote oder der ſonſtigen ihnen zuſtehenden Baar⸗ ſchaft inskünftige nur das zur Rückkehr in ihre Heimath nöͤthige Reiſegeld, welches von der Erſparniß aus dem Ar⸗ beitsverdienſt in Abzug zu bringen iſt, den Betrag von zwei Gulden jedoch nicht uͤberſteigen darf, behändigt werden ſoll, der übrige Theil der Erſparniß aus dem Arbeitsverdienſte aber den Bürgermeiſtern der Wohnorte der Sträflinge, oder,

wenn dieſe die Huͤlfe des Vereins zur Unterſtützung der aus den Centralſtrafanſtalten Entlaſſenen in Anſpruch nehmen ſollten, den Chefs der betreffenden Vereins⸗Bezirks⸗Commiſſio⸗ nen zuzuſenden iſt. Sie werden zu Ihrem Bemeſſen hiervon benachrichtigt. Friedberg den 28. Juli 1844. Küchler.

Verſchiedenes.

Der Stolz, obwohl einer, zeigt ſich doch in ver⸗ ſchiedenen Geſtalten, als Adelſtolz, als Gelehrtenſtolz, als Geldſtolz, als Bauernſtolz, als Bettelſtolz u. ſ. w. Wie der Stolz auch gefärbt iſt, immer iſt es um ihn eine thörichte, ſchlimme, unausſtehliche Sache. Es ſollte darum Jeder ſowohl ſeinetwillen, als auch Anderer wegen darauf bedacht ſein, auch die geringſte Regung des Stolzes zu unterdrücken, damit er nicht unvermerkt wachſe und den von ihm? ſſenen völlig knechte. Es kommt mir dabei eine Aeuß zaykowkis in den Sinn, die zu viel Wahrheit enthu, gaß ich ſie nicht herſetzen ſollte.Wenn ein⸗ mal da s enkorn des Stolzes in die Seele eines Men ſchen geſallen iſt, dann haftet es in ihm wie glühende Aſche und keine Kälte erſtarrt ſein Leben, keine Gluth verdorrt ſeine Wurzel! Wenn auch Liebe, Demuth oder andere Gefühle ihn auf einen Augenblick zurückdrängen, ſo wird er doch bei der erſten beſten Gelegenheit wieder emporſtreben und mit voller Gewalt ſich geltend machen.

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Ein Sattler in Cambrai, der in einem, von Verwal⸗ tungsbehörden eines Kavallerieregiments angeordneten, oͤf⸗ fentlichen Verkaufe einiges alte Sattelzeug erſtanden hatte, war nicht wenig erſtaunt, als er in einem alten Sattel, den er zerſchnitt, eine bedeutende Summe in Goldſtücken aller Länder Europa's fand. Nachforſchungen ergaben, daß der ehemalige Beſitzer des Sattels ein alter Regimentsquar