Wie Einer vom Gicht an den Fuͤßen geheilt wird und hat dazu keinen Doctor gebraucht.“)
Zween Diebe hatten lange Zeit mit einander geſtohlen ünd allweg ehrlich, was ſie ſo bekamen, mit einander ge— theilt. Nun kamen ſie einſtmals in ein kleines Städtchen, konnten aber darin nichts beiſtecken, weil die Leute wach— ſam waren und die Polizei ſcharfe Aufſicht hielt. Da waren ſie's zuletzt überdrüſſig und wurden einig, hinauszugehen auf ein großes Dorf. Hier, ſagten ſie, kriegen wir eher etwas und wenigſtens ſo viel, als wir brauchen, um uns auszubringen. Aber auch da wollten ihre Geſchäfte nicht vorwärts kommen. Endlich erſah ſich der Eine einen Hau⸗ fen Nüſſe auf einer Hurde, zu denen er, Nachts gar wohl kommen konnte und die in dem Jahr gar nicht wohlfeil waren; der Andre hingegen fand einen Schafſtall im Dorf voll guter fetter Schafe und Hämmel, unter denen wollt er einen ſtehlen. Des Morgens wollten ſie Nuͤſſe und Häm⸗ mel in dem Städtchen verkaufen. Nun wußten ſie aber keinen ſicheren Ort im Dorf, dahin ſie ihren geſtohlenen Kram tragen möchten. Zum letzten beſannen ſie ſich auf das Beinhaus; das war ein Häuschen am Ende des Dor— fes auf dem Kirchhof neben der Kirche und war voll von den Todtenbeinen, welche die Leute ausgruben, wenn ſie ein neues Grab machten, wo ſchon ein altes geweſen war. In dieſem Beinhaus ſollte der, ſo am erſten mit ſeinem Diebſtahle fertig wäre, auf den Andern warten. Als es ganz finſter war, gingen die zween Diebe jeder nach ſeiner Waare. Der mit den Nüſſen war am erſten fertig und trug einen großen Sack voll in das Beinhaus auf die Tod— tenbeine. Der andere Dieb aber, ſein Kamerad, wurde, ich weiß nicht durch was, verhindert und konnte nicht zu dem Hammel kommen. Der im Beinhaus nun, damit ihm die Zeit vergieng, ſaß auf den Todtenbeinen und aß Nüſſe und warf die Schalen hin und her in dem Beinhaus, wo— von es nicht wenig rappelte. Was geſchieht? Im Dorf wohnte ein ſehr reicher Küſter, der lag hart am Gicht an den Füßen, und hatte zween ſtarke junge Knechte, die ihn pflegen mußten und ihn hin und wieder heben und tra— gen, denn gehen konnte er nicht. Auch mußten ſie für ihn läuten, Morgens um vier Uhr, Mittags und Abends, wie es ihm in ſeinem Amte vorgeſchrieben war. Wenn ſie aber läuteten, ſo mußten ſie hart an dem Beinhaus vorbei zu der Kirche. Nun war es vier Uhr Morgens und noch ſtich— dunkel. Da rief der Küſter dem einen Knecht, er ſolle läu⸗ ten gehn, es ſei Zeit. Der Knecht war geſchwind auf den Füßen und lief zu der Kirche. Als er aber an das Bein— haus kam und die Nußſchalen darin rappeln hörte, glaubte er, alle Todtenbeine wären lebendig geworden und klapper⸗ ten, und lief in großem Schrecken wieder nach Hauſe. An⸗ fangs ward der Küſter zornig; als ihm aber der Knecht das Gerappel im Beinhaus erzählte, ſchickte er die beiden Knechte mit einander hin. Doch das gieng gerade ſo wie
) Nach Jörg Wickram's Rollwagenbüchlein, vom Jahr 1555, aus welchem ſchon eine Erzählung in Nr. 24. des Intelligenzblattes mit⸗ getheilt wurde. W.
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vorhin; kaum hörten ſie das Rappeln, ſo liefen ſie alle hel Aeg und keiner wollte der Hinterſte ſein. Da ward der Küſſ aber ſehr zornig, denn geläutet mußte werden, und bet ſeinen Knechten, gute weiche Kiſſen auf eine Miſtbih r l (Miſtbahre) zu legen und ihn darauf in das Beinhaus 1 0, Peg tragen. Das geſchah alles nach ſeinem Befehl, und ſie 0 2
men zu dem Beinhaus. Der Dieb auf den Todtenbel ſah ſie kommen, konnte aber in der Dunkelheit nicht erkennen, was es war, und meint, ſein Kamerad käme. dem Hammel, und ſchrie von den Todtenbeinen her 1 „Thu' gemach! thu' gemach! ich will dir ihn helfen heben n Die Knechte vermeinten, es wäre der Teufel, ließen Küſter fallen und gaben halbtodt vor Schrecken Ferſengll Der Dieb rappelt über die Todtenbeine herab und pig ö mit leiſer Stimme, meint ſein Kamerad wäre da und hit gb dn t 5 den Hammel, und fragt:„Iſt er denn auch fett zum Schlat ten?“ Da ward dem Küſter ſo angſt, daß er das Git ganz vergaß, wie ein Wieſel auf die Beine ſprang u davon lief, als wär' er unſinnig. Aber der Dieb kam hi tennach, meinte, ſein Kamerad wollte den Hammel all behalten und ſchrie:„Halb Part! halb Part!“„Neil, ſagt der Küſter, und ward ihm noch viel mehr angſt,„ böſer Geiſt ſollſt keinen Theil haben!“ Sprach der Dich „So ſollſt du auch keinen Theil an den Nüſſen haben! Der Küſter ſagte:„O, ich will mich gern aller Nüſſe Bekanntma Ewigkeit entziehen.“ Item, was thut der Kuͤſter? Er ſchih
des Morgens nach allen Bauern, welche ihm einen Zehnte an Nüſſen zu geben hatten, und gab ihnen all die Ni 0 wieder, welche er von ihnen gezehntet hatte. Aber es wi güter ihm auch ſein Gicht an den Füßen vergangen, ohne daß e e 0
5 N De* einen Doctor gebraucht hat, und das war das Beſte h Finde dice Jin
Tocher, Emu
liſcher Guter, 0 N thellungen, vom an, findet in d halters Hieron
9 ſtatt:. Aufloͤſung der in Nr. 37 enthaltenen Aufgabe. 1 dane den zj) in der Baht Der Käufer hätte jährlich zu bezahlen o 0 1 89 142506 fl. d) in der Burg N 2 5 4 5 ahr 15 U
Für das erſte Ziel iſt er jetzt ſchuldig:
ken, worunt ken bei der I. Mittwoch der 3) in der Jauer 11 Morgen
0) in der Sta
137025 10
ein Kapital, das mit den einjährigen 4 pro— centigen Zinſen bis zu 142,506 fl. geſtiegen iſt. Alſo ſind% dieſes Kapitals gleich 142506 und es ſelbſt iſt
Für das zweite Ziel zahlt er ein Kapi⸗
ungefahr 1 worunter(J
Kraͤme tal, von welchem%% ſind 142506;— die⸗ kiebet de ſes Kapital iſt 131950 8
Für das dritte Ziel zahlt er ein Kapi⸗ 2 tal, von welchem 1, ſind 142506;— das 0040. 1 . 9 N 0 In de Kapital iſt alſo 127237/ ff mn de Für das vierte Ziel zahlt er ein Kapital, 0 1857 U
von dem%o betragen 142506; das Kapi⸗ tal iſt
122850 109 fung 1 0
5
ele gestellt
Summe= 519062 ½( unn. Eliſe Pracht in Grünberg— 0


