Intelligenz-Olatt
für die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Mittwoch, den 8. Mai
Amtlicher Theil.
Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Muſterung für 1844.
In dem hieſigen Kreiſe wird die diesjährige Muſterung, keſo. Loosziehung, am 14.—20. Juni d. J. vorgenommen.
Am 14. Juni l. J., Morgens präcis ½8 Uhr, wen die Gr. Bürgermeiſter mit den Conſerintiondyflichtiaen ſit einzufinden aus den Bürgermeiſtereien:
Altenſtadt, Bönſtadt, Büͤͤdesheim, Aſſenheim, Bruchenbrücken, Fauerbach I., Beienheim, Burggräfenrod, Fauerbach II., Bodenrod, Butzbach, Florſtadt.
Au 15. Juni l. J., Morgens präcis ½8 Uhr, desgl. Friedberg, Hochweiſel, Höchſt, Großkarben, Holzhauſen, Ilbenſtadt. Heldenbergen,
n 17. Juni l. J., Morgens präcis ½8 Uhr, desgl. Kaichen, Melbach, Niederrosbach, Kirchgöns, Münſter, Niederurſel, Kleinkarben, Niedereſchbach, Niederweiſel, Langenhain, Niedermörlen, Niederwöllſtadt. Maibach,
Au 18. Juni l. J., Morgens präcis ½8 Uhr, desgl. Oberau, Oberrosbach, Oſtheim, Obererlenbach, Oberwöllſtadt, Petterweil, Obereſchbach, Ockſtadt, Pohlgöns, Okarben, Oppershofen, Rendel. Obermörlen, Oſſenheim,
um 19. Juni l. J., Morgens präcis ½8 Uhr, desgl. Rockenberg, Stammheim, Steinfurt, Rodenbach, Södel, Vilbel,
Rodheim, Steinbach, Wickſtadt. Rödelheim,
Die Prüfung der Excapitulanten, welche ſich zum Ein⸗ hen gemeldet haben, erfolgt ſtets an dem Tage, an wel⸗ gem die Conſcriptionspflichtigen ihres Ortes gemuſtert wer— den, und zwar vor acht Uhr, weßhalb ſie ſich frühzeitig ein—
zufinden haben. Die Entſcheidung über die Depotanſpruͤche, wobei die Depotanſprechenden ſich gleichzeitig unfehlbar ein— zufinden haben, erfolgt jedesmal nach beendigter Muſterung. . Am 20. Juni l. J. wird ſodann von den ſämmtlichen Conſcriptionspflichtigen das Loos gezogen und haben ſich die Großh. Bürgermeiſter ꝛc. mit den Conſcriptionspflich⸗ tigen präcis halb 8 Uhr Morgens dahier einzufinden.
Sie werden die Militärpflichtigen und ſich zum Ein⸗ ſtehen ſchon gemeldet habenden Excapitulanten Ihrer Buͤr⸗ germeiſtereien alsbald um ſich verſammeln, ſie von dieſen Anordnungen in Kenntniß ſetzen, ſich um deren Verhältniſſe
Schwrrdebaren Fehlern und Gebrechen, den Beſtimmungen im§. 10 Ziffer 6 und im F. 127 der Verordnung vom 30. April 1831 vollſtändig Genüge zu leiſten. Als vorzügliche Mittel zum Erweis dieſer oben be— nannten und andrer im Reglement vom 22. April 1834 (Regierungsblatt Nro. 42 von 1834) näher bezeichneten nicht erkennbaren Uebel gebe ich auch hier an:
u) Beſcheinigung der Phyſikatsͤrzte oder derjenigen Aerzte, welche die Dienſtpflichtigen behandelt haben, wenn letztere an Uebeln zu leiden angeben, die eine Folge überſtan⸗ dener Krankheiten oder Verletzungen ſein ſollen;
p) Atteſtate der Geiſtlichen und Schullehrer, deren Unter— richt der Militärpflichtige genoſſen hat, jedoch wird hier, ſo wie bei allen andern Zeugniſſen dieſer Art, er— fordert, daß ſie ſich genau darüber ausſprechen, zu welcher Zeit der Militärpflichtige an dem betreffenden Uebel gelitten hat, und ob es Ausſteller bekannt ſeie, daß daſſelbe noch jetzt(zur Zeit der Muſterung) fort— daure;
c) Zeugniſſe der Bürgermeiſter und Gemeinderäthe, wobei zu bemerken iſt, daß, wenn dergleichen nur von einzel⸗ nen Mitgliedern und nicht von der, zu einem geſetzli⸗ chen Beſchluß des Gemeinderaths(nach Vorſchrift der Gemeindeordnung) erforderlichen Anzahl derſelben, aus— geſtellt ſind, dieſelben nur dann volle Gultigkeit haben, wenn ſie eidlich vor Gericht abgelegt wurden;
d) Zeugniſſe unbeſcholtener Männer, insbeſondere der bis— herigen oder früheren Dienſt- oder Lehrherrn, Meiſter ꝛc. des Dienſtpflichtigen.— Es wird denſelben aber nur dann Beweiskraft beigelegt, wenn ſie eidlich vor Gericht abgelegt worden ſind.
Da, wo Ihnen die Fehler und Gebrechen ſchon be—


