Ausgabe 
3.2.1844
 
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mit dem Eintreten der erſten Nachtfröſte(daher ihr Name) als Schmetterlinge wieder zum Vorſchein zu kom men, von welchen das Männchen mit breiten braungrauen Flügeln, das Weibchen hingegen mit zum Fliegen un tauglichen Stumpfflügeln verſehen iſt. Erſtere um ſchwärmeu mit einbrechender Nacht die nahen Baum ſtämme, um die alsdann am Fuße derſelben ihrer harreuden Weibchen aufzusuchen, welche nach hier erfolgter Begattung, vollends hinauf kriechen, um ſich ihrer zerſtörenden Brut auch für das folgende Jahr zu entledigen. Auf letzteren Umſtand gründet ſich das Umgürten der Baumſtämme mit etwa drei bis vier Finger breiten Papierſtreifen, welche mit dem Beginne der Nachtfröſte von Zeit zu Zeit mit einer klebrigen(in der Regel aus mit Leinöl zuſammen geſchmol zenem Kolophonium beſtehenden) Maſſe beſtrichen werden, an welcher das hinaufkriechende Schmetterlings weibchen hän gen bleibt.) Iſt ein Baum in dem Grade mit Spannen

meſſern(oder auch anderen Raupengattungen) überſät, daß

derſelbe, noch ehe ſolche die zur Verwandlung erforderliche Reife erlangt haben, vollig entblättert daſteht; dann hilft die Natur ſelbſt, indem ſämmtliche Raupen zuletzt völlig er mattet zur Erde fallen, ohne daß auch nur eine derſelben zur Verpuppung gelangt. Noch wird hierbei bemerkt, daß es zweierlei Arten von Spannenmeſſern gibt; eine größere, welche vorzugsweiſe die Kirſchbäͤume, ſo wie eine kleinere, welche die übrigen Obſtbäume, insbeſondere die Aepfelbäume, zumal die edleren Sorten derſelben, verwüſtet, während Birnbäume in der Regel weniger von ihnen zu fürchten haben.

Bei dieſer Gelegenheit glaubt Einſender dieſes noch die Obſtbaumbeſitzer darauf aufmerkſam mache zu müſſen, daß die zur Herbſtzeit, in der Größe und Geſtalt von Reißkör⸗ nern, unter andern auch an Obſtbaumſtämmen in reihen⸗ weiſer Ordnung angetroffen werdenden dunkelgelben, läng lichrunden Bläschen, welche, weil ſie aus todten Raupen hervorgehen, jeweilig fürRaupeneier(obgleich die Rau pen ſelbſt niemals Eier legen) gehalten zu werden pflegen, Larven von Schlupfwespen, den gefährlichſten Feinden der Raupen, ſind, welche, indem ſie mittelſt eines Stachels ihre Eier in lebendige Raupen legen, dieſe noch vor der Verpuppung tödten und folglich zur Fortpflan zung untauglich machen. Die hin und wieder gleichfalls an Baumſtämmen ſich befindlichen Eier der Stamm-(oder ſ. g. Krakel⸗) Raupe ſind dagegen rund wie Hirſenkörner und liegen, mit hellbrauner Wolle überzogen, klumpen⸗ weiſe beiſammen.

P l eam 12. Januar 1844.

H. C. F k.

(Cingeſendet.)

Auf mehrfache Weiſe hat ſich das Beduͤrfniß einer beſſern Volksbildung kund gegeben, darum man hie und da

) Anweiſungen, den ſchädlichen Froſtnachtſchmetterling zu vertilgen,

find bei M. Jung gratis zu haben. Die Red.

aufzuhelfen.

langer Zeit zu A., einem Flecken, in dem auch ein Geſang⸗

428 Veranſtaltungen getroffen hat, dieſem hochwichtigen Gegen⸗ ſtande unter die Arme zu greifen und ihm ſomit thatkräftig

Man hat z. B. Geſangvereine ins Leben gerufen, um die ſchlechten, oft die ſchändlichſte Unſittlichkeit enthaltenden, Volkslieder(Siraßenhauer) aus dem. Munde und dem Ge dächtniſſe des Volkes zu bringen. Dieſes iſt an vielen Orten nicht übel gelungen. Zwar mußte Einſender vor noch nicht

Verein beſteht, auf öffentlicher Straße ein Lied brüllen(denn ſingen konnte man das nicht nennen) hören, das wohl für wilde Cannibalen, aber für keine Chriſtenmenſchen paßte.

Hingegen in F. hat er die Freude, oft zu hören, wie der

Geſangverein, ſowohl in der Kirche, als auch in Concerten ſein Gelehrtes und Gelerntes dem Publikum zur überraſchen⸗ den Freude mit vielen Opfern darbringt.

Andere haben einen andern Weg eingeſchlagen. Der Verf. kennt einige Pfarrer, nicht fern von ſeinem eee, die es ſich zur Aufgabe gemacht haben, an einem oder meh⸗ reren Abenden in der Woche, je nachdem es Zeit und Um ſtände erlauben, ihre Pfarrkinder männlichen Geſchlechts zu ſich in ihre Katechiſirſtube kommen zu laſſen und ihnen

entweder etwas Nützliches erzählen, z. B. Reiſebeſchreibun gen oder auch aus einem geeigneten Buche vorleſen und geographiſche, hiſtoriſche oder ſonſtige Bemerkungen einſtreuen. Dieſes finden wir nicht unpraktiſch. Der Geiſtliche, oder auch der Schullehrer, wird dadurch mit ſeinen Gemeinde mitgliedern recht vertraut und hat wohl häufig Gelegenheit, manche pſychologiſche Bemerkung zu machen, die ihm viel⸗ den leicht Schlüſſel abgeben könnte, manchen Krebsſchaden zu entdecken, der ihn ſchon lange an ſeinem Seelſorgeramte hinderte.

(Schluß folgt.)

Localſection des Gr. Heſſ. Gee e fuͤr den Kreis Friedberg. Monatliche Sitzung Montags den 5. Februar, e

um 7 Uhr. Vortrag über das Feuerlöſchen. Mitthei lungen aus Journalen über die Prüfung der Soda auf

ihren. Natrongehalt eine neue Flinte Verbeſſerung an Thürſchlöſſern Glasröhren zu Brunnenleitungen

Talgbleichen Moſaikfußböden aus Thonſtückchen Vor⸗ zeigung der Unterſcheidung von Baumwolle in Wollen⸗ und in Linnengeweben. S dlden

Bitte.

Für den unglücklichen Simon Brauburger in Obererlenbach ſind eingegangen 30 kr. von W. A. S und 30 kr. von 1. a

Es ſind der Unterzeichneten über die wirklich trau rige Lage dieſes armen Mannes neue Mittheilungen zu gekommen, die ſie zu der wiederholten Bitte um milde Beiträge für denſelben veranlaßt. Möchte ſie doch

nicht unbeachtet bleiben! Die Redaktion.

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