Ausgabe 
3.2.1844
 
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Intelligenz-Olatt

für die

N Provinz Oberheſſen

Sdlacht im Allgemeinen,

zen die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

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Sonnabend, den 3. Februar

Das Intelligenzblatt wird wöchentlich zweimal ausgegeben, und zwar Mittwochs und Samſtags. Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag

drechbar Morgen bis den Sonntag Abend bei mir eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche ich von dem den rat. Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend erhalte, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.

Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei mir, wie bisher, für 1 Jahr 1 fl. 12 fr., für

% Jahr 10 kr. Durch alle Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen iſt das Intelligenzblatt, n nach einer Verfügung des hochlöblichen Oberpoſtamts zu Darmſtadt, pr. Jahr für 1 fl. 24 kr. und pr. Semeſter für As kr. zu beziehen. 0 * Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, fur die geſpaltene erſte Zeile 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr. beef. Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet. für Beſtellungen auf das Intelligenzblatt pro 1844 bitte ich nicht direkt bei mir, ſondern durch die betreffenden Großh. Poſtverwaltungen nen gefälligſt zu machen. Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen. ne Friedberg. Carl Bindernagel. Dabe geworden 1830 Froſtſchmetterling Schlupfwespe. keit) überziehen, welche dem(aus anderen Urſachen erſt mit

1 Das in Nro. 3. des Int.⸗Bl. v. 10. Jan. d. J. be⸗ ſchriebene und daſelbſt mit dem NamenMairaupe be zeichnete Inſect ſcheint kein anderes, als die Raupe des Froſtſchmetterlings Phalaena geometrica brumata) ä zu ſein, welche, wegen der Art ihres Fortbewegens, auch ae, unter dem NamenSpannenmeſſer bekannt iſt und n Orig. unter allen Raupen den größten Schaden anrichtet. Es Vändel ſſt dieſelbe indeſſen keineswegs ein Erzeugniß des ſ. g. Honig i un f. 2 thaues, ſondern vielmehr des genannten Schmetterlingweib zungen chens, welches in der Nähe der Blüthenknospen ein Häuf lein röthlicher Eier, etwa von der Größe eines Hirſenkorns, legt, aus welchen gegen das Frühjahr kleine, zur Zeit faſt wie Maden ausſehende, Räupchen hervorgehen, welche alsbald nach den einzelnen Knospen ſich zerſtreuen, ſolche durchfreſſen) und zugleich mit einer klebrigen Feuchtig

*) Anmerkung. Herr M. Jung von hier hat gleichfalls eine Beant wortung der in Nro. 3. dieſes Blattes enthaltenen Anfrage einge ſendet. Ueber die Entſtehung der betr. Raupen hat er mit dem Verf. vorſtehenden Aufſatzes einerlei Anficht. Was aber die Stiche

1 in den Blüthenknospen betrifft, ſo meint er, dieſelben rührten von dem gefährlichen Rüſſelkäfer her, der im verfloſſeneu Frühjahre ein der Gegend Frankfurts ſich in großer Anzahl vorgefunden habe.

Er zeige fich mit dem Eintritte der Saftbewegung, das Weibchen

dohre mit dem Rüſſel ein Loch in die Knospe, und lege da hinein

tal ein Ei, aus dem ſofort ſich eine Larve bilde, welcher die Knospe der wild zur Nahrung diene, bis ihre Verwandlung zum Käfer ſtattgefunden

g habe. Als Mtttel den Käfer zu vertilgen gibt Jung das Gürteln

48 f der Bäume an, wie es in der landwirthſchaftlichen Zeitung Nro.

38. und in unſerm Blatte Nro 77. von 1843 angegeben ſei, wie

er ſelbſt es auch an allen ſtädtiſchen Bäumen in Auftrag des Stadt⸗

beginnendem Sommer jeweilig ſich erzeugenden) Honigthaue nicht unähnlich ſieht. Unter dieſen Umſtänden fällt zumal den Blüthenknospen es ſchwer ſich zu entfalten, und wenn die ſes zuletzt geſchieht, ſo kommen nur durchſtochene, ſchon bei dem Aufbrechen halb abgeſtorbene, Blüthen zum Vorſchein, welche dem Baum ein trauriges Anſehen bereiten. In der Folge werden auch noch dieſe nebſt den ſie umgebenden Blättern, ſo wie den allenfalls hin und wieder noch ſich anſetzenden Früchten, in ſo weit ſolche nicht ohnehin bereits verwelkt und abgefallen ſind, aufgezehrt; ſo daß der betreffende Baum iu der Regel ſchon gegen Ende des Mai's völlig entlaubt daſteht. Es laſſen alsdann jene Verwüſter mittelſt eigends hierzu von ihnen geſponnenen Faden zur Erde ſich nieder, kriechen in dieſelbe und verpuppen ſich, um

rathes vorgenommen habe(dabei iſt zu bemerken, daß das Um⸗ gürteln der Bäume in Friedberg wahrſcheinlich zu ſpät erfolgte und daß darum wohl ſchwerlich im nächſten Frühjahre ſchon ein vollgültiger Schluß auf die Zweckmäßigkett dieſer Maasregel, die übrigens ſchon anderweit außer Zweifel geſtellt iſt, gemacht werden kann), oder auch das Schütteln der Bäume früh Morgens, um die Käfer, die ſchon bei leichter Bewegung herabfielen, auf untergebreiteten Tüchern einzufangen. Wir ſind zu wenig ſachver⸗ ſtändig, um uns für die eine oder die andere der angegebenen Mei nungen zu entſcheiden und haben ſie darum zu weiterer Prüfung und Beſprechung neben einander geſtellt. Die Red.

) Anmerkung. Dieſe klebrige Feuchtigkeit erklärt Jung ſo: ſie ent⸗ ſteht durch den Stich der Rüſſelkäfer, weil nun die Ausdünſtung des Baumes durch die Löcher(beſonders bei ungünſtiger Witterung) ſich auf die Blüthenknospen ergißt. Aber oben iſt ja geſagt, der Käfer bohre ſein Loch eben in die Knospe und nicht in den Baum, liegt darin nicht ein Widerſpruch? Die Red.