Ausgabe 
30.8.1843
 
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2) Sprachen: A. Aeltere Sprachen: 8 à) Lateiniſch in 6 Stunden fuͤr jede Klaſſe, b) Griechiſch in 3 Stunden fur die erſte Klaſſe; B. Neuere Sprachen: a) Teutſch in 6 Stunden für die Zte, in 4 für die 2te, und in 2 Stunden fur die Ite Klaſſe; b) Franzöſiſch in 4 Stunden für jede Klaſſe. 3) Mathematik: a) Arithmetik in 4 Stunden fur die Zte, in 3 Stunden für die beiden oberen Klaſſen; p) Geometrie in 2 Stunden fur die 2 oberen Klaſſen. ö 4) Geſchichte in 2 St. für die 2 oberen, in 1 St. für die Zte Klaſſe. 5) Geographie ebenſo. 6) Naturkunde ebenſo. 7) Künſte und Fertigkeiten: a) Schoͤnſchreiben in 4 St. für die Zte, in 2 St. für die 2 oberen Klaſſen; b) Zeichnen in 2 St. fur jede Klaſſe; c) Geſang ebenſo; d) Turnen und militairiſches Exerciren in meh⸗ reren Stunden.

Der Umfang dieſes Planes geſtattet uns nicht, über alle dieſe Lehrgegenſtände uns weiter zu ver⸗ breiten. Wir beſchränken uns daher auf folgende kurze Andeutungen über einzelne derſelben. Das religibſe Gefühl in unſeren Zöglingen zu entwickeln und zu ſtärken, eine edle Geſinnung in ihnen zu be⸗ feſtigen und ſie überhaupt zu höherer Sittlichkeit zu führen, haben wir fuͤr unſere erſte und heiligſte Pflicht erkannt, die wir nicht nur in den, dem Religions- unterrichte ausſchließlich gewidmeten Stunden, ſon⸗ dern überhaupt in unſerem ganzen Zuſammenleben mit unſern Schülern ſtets vor Augen haben werden. Unſere gemeinſchaftlichen Morgenandachten, ernſte, religibſe Geſaͤnge und der regelmäßige Beſuch des offentlichen Gottesdienſtes ſollen ebenfalls zur För derung dieſer wichtigen Zwecke dienen. Für den geſammten Sprachunterricht bildet der Unterricht in unſerer Mutterſprache die Hauptgrundlage, weßhalb ihm beſonders in den unterſten Klaſſen ein weiterer Umfang gegeben iſt. Auch wird dafür Sorge getra⸗ gen, daß Knaben, welche um ihres künftigen Berufes willen ſich etwa der Erlernung der alten Sprachen begeben ſollen, in den hierdurch eruͤbrigten Stunden noch beſondern Unterricht in mathematiſchen Disci⸗ plinen und in der franzöſiſchen Sprache erhalten. Auf den beſondern Wunſch der Aeltern wird auch gegen beſondere Vergütung Privatunterricht in der engliſchen Sprache von einem dahier anweſenden Engländer ertheilt. Der Unterricht in der Geo⸗ graphie iſt in der unteren Klaſſe mit dem der Ge⸗ ſchichte eng verbunden; jedoch findet auch in den oberen Klaſſen bei dem geographiſchen Unterrichte die Geſchichte möglichſte Berückſichtigung. Der Zeichenunterricht iſt Anfangs mit der Formenlehre

verbunden und erhebt ſich ſodann zum freien Hand, zeichnen. Penſionäre können auch Privatunterricht in der Muſik von tüchtigen Lehrern erhalten.

Zur Unterhaltung und Belehrung unſerer Zög⸗ linge ſollen auch dienen eine mit Sorgfalt gewählte Schulbibliothek, aus welcher woͤchentlich Bücher unter die Schüler vertheilt werden, Vorzeigung und Er⸗ läuterung intereſſanter Natur- und Kunſtgegenſtände, kleinere Reiſen beſonders in die nah gelegene Berg

ſtraße, den Odenwald, die Rheingegend und den

Taunus, ſowie Einführung in Werkſtätten, Fabrik, und Kunſtlocale. ö

In den Vorbereitungs- oder Arbeitsſtun den werden von den Zöglingen die aufgegebenen Arbeiten unter Anweſenheit und nöthigenfalls unter Beihülfe eines Lehrers gefertigt, ſo daß es mit dem Schluſſe der Schulzeit zugleich auch alle Schular⸗ beiten beendigt ſind und die Zöglinge, frei von Sor⸗ gen für die Schule, im Kreiſe ihrer Angehörigen, die Penſionäre aber in unſerem engeren Familien⸗ cirkel verweilen und durch Lecture, unterhaltende Spiele, durch Uebung auf dem Klavier oder anderen Inſtrumenten ſich nützlich beſchäftigen können. Letztere werden dabei nie ohne Aufſicht gelaſſen und ihre Beſchäftigung ſtets genau geregelt und uͤberwacht; jedoch ſuchen wir in dieſen Stunden ſie vor Allem durch freundlichen und herzlichen Verkehr mit den⸗ ſelben für die Entbehrung des eigentlichen Familien⸗ lebens möglichſt zu entſchädigen.

Die Erholungsſtunden ſind vorzugsweiſe der Ausbildung und Kräftigung des Körpers gewidmet und ſo vertheilt, daß in der Regel nie mehr als 2 Unterrichtsſtunden unmittelbar auf einander folgen. Auch fallen dieſelben meiſt für alle Klaſſen zuſam⸗ men, fo daß durch den gegenſeitigen Umgang der Knaben von verſchiedenem Alter ein wohlthäͤtiger Einfluß auf die Charakterbildung derſelben ſich er gibt und ein familiäres Verhältniß unter ihnen und zu den Lehrern auf ungezwungene Weiſe ſich geſtal⸗ tet. Während dieſer Erholungsſtunden finden in einem großen, freigelegenen Hofraume unter genauer Beaufſichtigung theils gemeinſchaftliche Spiele, theils Uebungen im Turnen und militäriſchen Exerciren ſtatt. Außerdem werden die Schüler abtheilungs⸗ weiſe von den Lehrern im Sommer zum Baden, im Winter zum Eislaufe geführt; auch treten bisweilen bei ſchönem Wetter botaniſche Excurſionen und ge meinſchaftliche Spaziergänge in die ſchöͤnen Wald⸗ anlagen der Umgegend an die Stelle der Lehr- und Arbeitsſtunden. Die weitere Ausbildung des Kör⸗ pers durch Tanz⸗, Reit- und Fechtunterricht empfeh⸗ len wir der Aufmerkſamkeit der verehrlichen Aeltern.

Wöchentlich werden auf den Grund des in jeder Klaſſe befindlichen Cenſurbuches genaue Zeugniſſe uͤber Betragen und Leiſtungen der Schuͤler in ihrem ſogenannten Sittenbuche ausgeſtellt. Durch dieſe erhalten wir uns in fortwährender Verbindung mit den verehrlichen Aeltern, deren ſchriftliche Bemer⸗ kungen über Charakter und häusliches Verhalten der Schüler wir ſtets mit dem größten Danke aufnehmen

ein inniges lern, eine Einheit in) zu erhalten. da ihnen n zur Seite ſt ſeine pädat Schulmanne längerer 3e glücklichem e prediget Dr. oberen Klaf licht, wahrt die franz feren Schi gümnaſtiſc

Die S Hundstage zu Weihna baſchraͤnken Zeitraum v Penſionäre in unſerer!

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