Ausgabe 
27.9.1843
 
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Zuerkennung der landwirthſchaftlichen Verdienſtmedaille zweiter Claſſe. (Aus der landwirthſchaftlichen Zeitschrift.)

Auf den Grund der von den Großh. Kreis- und

Landräthen und den landwirthſchaftlichen Bezirksver⸗ einen erhobenen Notizen wurde die landwirthſchaft⸗ liche Verdienſtmedaille zweiter Claſſe zuerkannt:

1) dem vorhinigen Großh. Bürgermeiſter Hofmann zu Zell, Kreiſes Alsfeld,

der die landwirthſchaftlichen Intereſſen ſeiner Gemeinden nicht nur im Allgemeinen thätig förderte, ſondern deſſen Verwaltung ſpeciell auch ausgezeichnet iſt durch Unterhaltung guter Feld⸗ und Vieinalwege, tüchtiger Zuchtbullen, durch Abſchaffung des Reih⸗ umhaltens des Faſelviehes, ſo wie durch Handhabung guter Feld⸗ und Gartenpolizei.

2D dem Großh. Bürgermeiſter Fahz in Nied er⸗ eſchbach, Kreiſes Friedberg.

Derſelbe hat ſich weſentliche Verdienſte um die Landwirthſchaft dadurch erworben, daß er die Regulirung der Eſchbach bewirkte, eine vorzüglich gute Feldpolizei übt, und der erſte von allen Bürgermeiſtern im Kreiſe Friedberg war, der im verfloſſenen Sommer der verheerenden Plage der Feldmäuſe Einhalt that, deren er, noch ehe die deßfallſigen allgemeinen Anordnungen er⸗ folgten, bereits 90,000 Stück hatte einfangen laſſen.

3) dem Großh. Bürgermeiſter Lang in Wieſeck, Kreiſes Gießen, 5

der nicht allein in ſeiner Gemeinde einen guten Haushalt herge⸗ ſtellt, ſondern ſich auch dadurch ausgezeichnet hat, daß in Folge ſeiner Beſtrebungen, durch die Straßenanlage im Orte, Ver⸗ beſſerung der Brunnen ꝛc. Wieſeck gegenwärtig den ſchönſten Ort⸗ ſchaften des Kreiſes beizuzählen iſt. Er hat außerdem die an der Günzmühle gelegenen, verſumpften Gemeindewieſen entwäſſert und in einem hohen Grade verbeſſert. Ueberftüſſige Wege ſind aufgehoben und als nutzbares Gelände angelegt worden. Auch um die Waldkultur hat er ſich verdient gemacht, indem er ſtets den Ankauf geeigneter Grundſtücke zur Waldanlage gefördert.

4) dem Großh. Bürgermeiſter Wagenbach in Altenbuſeck, Kreiſes Gießen, 0 durch deſſen Beſtrebungen die Gemeinde Altenbuſeck ſchuldenfrei

geworden iſt, der beſonders aber durch den Ankauf des von Buſeckſchen Gutes die finanziellen und landwirthſchaftlichen In⸗

tereſſen der Gemeinde und der Ortsbürger ſehr gefördert hat, indem dadurch eine nicht unbedeutende Fläche, die ſeither pacht⸗ weiſe benutzt wurde, dem Oekonomiebetriebe der einzelnen Orts⸗ bürger überwieſen worden iſf. Die Verbeſſerung der Wieſen hat er ſich ſehr angelegen ſeyn laſſen, und erhobener Widerſprüche unerachtet durchgeſetzt. Auch für den Vicinalwegbau iſt er nicht unthätig geweſen.

5) dem Großh. Bürgermeiſter Binding in Geiß nidda, Kreiſes Nidda.

Derſelbe hat ſich in Verbeſſerung der Wieſen, Anlegung von Vicinalwegen, Erbauung von Gemeindebacköfen, Verbeſſerung

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kulturen ꝛc. rühmlichſt ausgezeichnet.

nur in der Wohnung eines ehrbaren und unbeſchol⸗

bleibt und keine ſchulpflichtigen Kinder hat, gehalten werden. Der Herr iſt verbunden, auf gute Zucht

der Obſtbaumzucht überhaupt, in thätiger Sorge für das Wohl der Gemeinde beſonders ausgezeichnet. Sein eigener Ackerbau iſt muſterhaft, und in dieſem Sinne ſuchte er ſowohl das Ge⸗ meindeeigenthum nutzbar zu machen, als auch den Vortheil der Einzelnen zu fördern.

6) dem Großh. Bürgermeiſter Deckmann in Ble chenbach, Kreiſes Nidda, N

durch deſſen Wirken die Vieinalwege und das Düngerweſen ver⸗ beſſert, und mehrere Morgen Waldgrund zu Wieſen angelegt worden find, der ferner der Luzerne in ſeiner Gemeinde Eingang verſchafft und ſich in Verbeſſerung der Obſtbaumzucht und der Gemeindegüter beſonders ausgezeichnet hat, überhaupt für das Wohl der Gemeinde in jeder Beziehung beſorgt iſt; auch hat er bewieſen, was in ſittlicher Beziehung ein Bürgermeiſter unter der Leltung eines würdigen Geiſtlichen wirken kann. g

7) dem Großh. Bürgermeiſter Gernhard in Bu⸗ ſenborn, Kreiſes Nidda,

durch deſſen Bemühungen eine der Gemeinde gehörende Viehweide von 500 Normalmorgen zu Wieſen und Aeckern angelegt, und der Stallfütterung und dem Kleebau immer mehr Eingang ver⸗ ſchafft wurde. Auch in der Unterhaltung tüchtiger Faſelochſen hat er ſich ausgezeichnet, und iſt für Waldkultur thätig geweſen, indem er Privatgüter für die Gemeinde ankaufte und ſie nebſt anderm Lande zur Bewaldung übergeben.

8) dem Großh. Bürgermeiſter Eifert in Lauter⸗ bach. ö

Derſelbe hat ſich durch gute Benutzung der Gemeindegüter, na⸗

mentlich Umwandlungen von Wüſtungen in vortreffliche Wieſen

mit ſehr zweckmäßigen Bewäſſerungen, wodurch der Stadt Lau⸗

terbach eine Einnahme von beinahe jährlich 1000 fl. zufließt, und

durch gute Handhabung der Feldpolizei, Unterſtützung von Wald⸗

Ma n ie i gene

Die herzoglich ſächſiſche Landesregierung in Mei⸗ ningen ſucht die Spinnſtuben nicht durch Verbote zu verdrängen, ſondern durch Beaufſichtigung und Förderung eines ſittlichen Betragens in denſelben und f durch Darbietung beſſerer Unterhaltung in nützliche Anſtalten zu verwandeln. Sie hat zunächſt die Aufſicht über dieſelben den Landjägern und Gensd'armen ent zogen und den Ortscommiſſionen zugewieſen und dieſe beauftragt, Jedem, dem ſie die Erlaubniß zum Halten einer Spinnſtube ertheilt, eine Spinnſtubenordnung zur Beachtung einzuhändigen. Spinnſtuben dürfen

tenen Hauspaters, der ſelbſt des Abends zu Hauſe

und Ordnung zu ſehen, und fuͤr ihr Betragen in ſeinem Hauſe verantwortlich. Unzuͤchtige Reden und Handlungen, Klatſchereien, rohes, wildes Toben darf der Spinnherr nicht dulden. Wenn ſeine Wort nichts fruchten ſollten, ſo hat er der Ortscommiſſion Anzeige davon zu machen, die alsdann die Schuldi⸗

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(1274) beabſchtig marfung beſteht un Gerichtsa Konrad! ihre Eige weiſen, n oder ſonſt deren Beg a dato a ſſge Contr. Ulrich.