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die Wiederholung vereinzelter ähnlicher oder über⸗ einſtimmender Erſcheinungen ſich gibt; dieſe Letzteren ſind nur Wirkungen einer und derſelben Urſache, Blüten aus einem Samenkorn. Als die Teutonen in der Schlacht bei Aquà Sertiä, bei aller Urkraft und Tapferkeit, der römiſchen Kriegskunſt erlagen, erwürgten ſich ihre auf der Wagenburg gefangenen Weiber, weil die Sieger die Bitte: ihie Keuſchheit zu ſchonen, nicht gewähren wollten. Als die Kimbern auf den raudiſchen Feldern erſchlagen waren, kämpf⸗ ten ihre Frauen noch fort und erdroſſelten lieber ihre Kinder und ſich ſelbſt, als daß ſie Knechtſchaft er⸗ tragen hätten. Wie erhaben ſteht Thusnelda, die der eigne Vater den Römern überliefert, das Kind ihres Gatten unter'm Herzen, ſchweigend und thrän⸗ nenlos vor dem Sieger, den ſie durch ihre ſittliche Würde zur Ehrfurcht zwingt! Als der edle Bataver Claudius Civilis den Freiheitskampf gegen die Her⸗ ren der Welt erhob, war es Veleda, die begeiſterte Jungfrau der Brukterer, die von der Zinne ihres einſamen Thurmes die Gauvölker weckte und er⸗ muthigte; in heiliger Ehrfurcht nahten ihr die Ge— ſandten, die Sprüche der Seherin zu vernehmen. Als zum erſtenmahl die weltgeſchichtlichen Loſungen: „Hie Welf! hie Waiblinger!“ erſchollen, überwand die Klugheit der treuen Weiber von Weinsberg den trotzigen Männerwjllen und erzwang's, daß man ein Königswort nicht drehen ſolle und deuteln. Wie ſinnig hat die Volksſage die milde Hingebung einer Fürſtin für's Volk verklärt! Sie verwandelt das Brot, das der keuſche Fürſtenmantel der heiligen Eliſabeth bedeckte, in duftende Roſen; und noch heute iſt der Duft dieſer Roſen nicht verflogen, die hehre Bedeutung der Sage nicht verloren für's Verſtänd⸗ niß des Volksgemuths. In anderer Weiſe, nicht min— der herrlich, ſtralt deutſche Weiblichkeit im roman⸗ tiſchen Zauberglanze der Sage vom Sängerkrieg auf der Wartburg; da deckt die Landgräfin Sophie den bürgerlich gebornen unterliegenden Ofterdingen mit dem unverletzlichen Mantel gegen die ſiegenden rit⸗ terlichen Dichter, und der Umkreis, ſo weit ihr Odem reicht, iſt unantaſtbar heilig, wie die Freiſtatt der Kirche. Mit vollem Recht aus voller Bruſt ſang Walther von der Vogelweide das Lob deutſcher Zucht und deutſcher Frauen hundert Jahre vor dem Mei— ſterſänger Heinrich Frauenlob, den die Mainzer Frauen zu Grabe trugen. Jahrhunderte ſeither bis zu den Tagen, da ein neuer Frauenlob— Schiller— die Würde der Frauen ſang, und bis heute hat jenes Lob in Hütten wie auf Thronen immer neuen Stoff ge— funden.„Meinen armen Unterthanen muß das Ihrige werden, oder bei Gott: Fürſtenblut für Ochſenblut!“ ſo ſprach die verwittwete Gräfin Katharine von Schwarzburg beim ernſten Fruͤhſtück im Rudolſtädter Schloſſe 1547 zu dem Herzog von Alba. Zwölf Jahre ſpäter, als Holſtein und Dänemark den freien Dithmarſchen Bauern dle Fehde ankündigten(ſchon 1500 hatte ihnen eine wehrhafte Jungfrau aus Hoch⸗ wörden die Fahne vorgetragen im Kampf gegen die däniſche Uebermacht), da waren es die Weiber, welche
die Maͤnner zur Vertheidigung der Freiheit ermahn⸗ ten und in Mannskleidern und Harniſchen voran⸗ fochten. Als der erſte König von Preußen den Grund zu einer norddeutſchen Macht legte, deren moraliſche Bedeutung für Geſammtdeutſchland der große Kur⸗ fürſt Friedrich Wiltelm vorbereitet hatte, war es ſeine Gemahlin, Sophie Charlotte, die Freundin des großen Leibnitz, welche das geiſtige Saatkorn in Grund und Boden des neuen Königthums legte. Und wer hat jene andere Preußenkönigin Louiſe ver— geſſen, deren ſittliche Groͤße in den Tagen von Preußens Noth und Deutſchlands tiefſter Erniedri⸗ gung die Wiedergeburt des Staates durch das Volk vorbereiten half? War es nicht ihre reine verklärte Geſtalt, die dem Landſturm voranſchwebte im heili⸗ gen Krieg, wo deutſche ungfrauen die Schlachten der Männer mitſchlugen? So lange man die Namen der großen Geiſter nennen wird, welche am Vorabend des Weltereigniſſes, das die morſche politiſche Form Deutſchlands zertümmerte, das Erwachen des Volkes im Reiche der Ideen erwirkten und durch das Ver— ſtändniß der Schönheit das der Freiheit vorbereite— ten,— ſo lang wird auch Amalie von Sachſen⸗ Weimar genannt werden. Und ſo lange die Huma⸗ nität das Wort„Kleinkinderbewahranſtalt“ kennt, wird dae Andenken Paulinens von Detmold geſeg⸗ net werden.— Ja, deutſches Frauenthum iſt von den urälteſten Zeiten bis zur neueſten ſich treu und gleich geblieben in ſeiner eigenen Art, immer inner⸗ halb des heiligen Kreiſes der Zucht und Milde, aber aus demſelben heraus mächtig einwirkend auf Nahes und Fernes,— wo Männerkraft fehlte, für Män⸗ ner einſtehend, oder jene ergänzend und ſtärkend durch jenen ſittlichen Nachhalt, deſſen weder Weis— heit noch Muth entbehren kann, wenn gutem An⸗ fang gutes Ende entſprechen ſoll.
Ferner iſt für die Brandbeſchädigten in Bromskirchen bei mir eingegangen: von S. aus F. 1 fl. C. Binder nagel. Für die Brandbeſchädigten zu Vromskirchen ſind bei Un⸗ terzeichnetem ferner eingegangen von St. B. B. 1 fl. 45 kr. Bu ß.
Bekanntmachungen von Behoͤrden. Aufforderung. (1104) Forderungen an die Concursmaſſe des Heinrich Krill von Oberrosbach ſind Mittwoch den 30. d. M., Vormittags 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheil des ſtillſchweigend eintre⸗ tenden Ausſchluſſes von der Maſſe anzuzeigen. Friedberg den 3. Auguſt 1843. Großherzogl. Heſſ. Landgericht Hofmann. Löw.
Edictalla dung. 0 (1111) Der Gr. Schullehrer Buri zu Crainfeld hat ein, in Altenhainer Gemarkung belegenes, Grundſtück,
70% 1528 190 UKalfter am Trinbacker neben. Heinrich Gotta und Heinrich Rahn gelegen, verkauft, kann aber ſeine Eigenthumsrechte daran
ch nic uublich mi 2 an 2 gaben, 0 g f dato u nach Ablauf u wird. wal 0 6 11020 De Frau 50 11 Flurbuct „1 S. At f 334/10 100 2b 40/18 VI 30% 30% 303/3b L 37⁴⁸ 363 J 17,9044“
verkauft, kd daran, noch theken verſſch 1 100 fl. am 29.
9 80 fl. be der jun. contrahir Ufundlich na auf das vert Darlehn An werden, ihre vier Wochen die Kaufbrieſ Darlehn halb betrachtet wei
Ulrichſte.


