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Intelligenzblatt
für
die
Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
M 65.
Mittwoch, den 23. Auguſt
1843.
Amtlicher Theil.
Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des
Kreiſes Gruͤnberg
an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.
Betreffend: Die Aufſtellung der Bevölkerungsliſten,
insbeſondere nach dem Stand der Bevölkerung im Monat
December 1843.
Da die Zeit herannaht,
wo die Bevölkerungsliſten aufgeſtellt werden
müſſen, ſo mache ich Sie auf
die ergangenen Höchſten Verfügungen vom 4. April 1833, 24. Maͤrz und 3. September 1834 und 31.
Juli 1837 aufmerkſam, und weiſe Sie
fkeit aufzuſtellen. fertigung unfehlbar bis zum 15. December bei
1833 gedrohten Strafen und Nachtheile dahier eingelangt ſein.
jeder Bedingung unzuläſſig iſt, können Sie aus den Die Ihnen nöthigen
Grünberg den 16. Auguſt 1843.
Die Zählung muß den 1. December l. J. beginnen, Vermeidung der in§. 3 der Inſtruction vom 4.
an, dieſelben hiernach genau mit größter Sorgfalt und Puͤnktlich⸗
und die Liſten in doppelter Aus— April Daß eine Erſtreckung dieſer Friſt unter
vorliegenden hoͤchſten Beſtimmungen ſelbſt ermeſſen.
Liſten werden Sie unter beſonderem Couvert erhalten.
Syrer.
Friedberg den 21. Auguſt 1843.
Geſtern wurde uns hier ein Kunſtgenuß zu Theil, wie er gewiß ſelten kleineren Städten geboten wird. Die Herren Hofſänger Cramolini und Hofmuſiker Al tfuldiſch, Bickel, Haller, Reitz, und Stautz von Durmſtadt hatten nämlich die Güte ein zu wohlthätigen Zwecken veranſtaltetes Conzert im freundlichen Saale des Herrn Trapp dahier durch ihre Mitwirkung zu verherrlichen. Der ſeelenvolle Geſang des Herrn Cram olini ſtand im Einklange mit dem ausgezeichneten Spiele der Herren Hofmuſiker, von denen Jeder Meiſter ſeines Juſtru⸗ mentes iſt. Dieſe fünf Herren ſind ſo trefflich ein⸗ geübt, daß ein beſſer beſetztes Quintett von Blasin⸗ ſtrumenten vielleicht in Deutſchland nicht zu finden ſeyn dürfte. Bei dem gemüthlichen Quintett unſers verehrten Landsmannes P. Müller(Pfarrer in Staden) glaubte man nur Ein Inſtrument zu hören, ſo verſchmolzen die Töne der fünf Inſtrumente in einander.
Erfreuend mußte es zugleich für uns ſeyn, die ausgezeichneten Leiſtungen eines gebocnen Friedber⸗
gers, des Herrn Candidaten Markel, im Clavier⸗ ſpiel bei dieſer Gelegenheit kennen zu lernen.
Alle Anweſenden ſtimmten nur in dem Wunſche überein, daß dieſer hohe Kunſtgenuß uns öfter be⸗ reitet werden möchte.
Die deutſchen Frauen).
Den Werth und das Andenken unſerer Männer in Ehren! Aber, was Großes und Herrliches in unſerer Geſchichte iſt,— die deutſchen Frauen haben Theil daran. Schlagt die Bücher der deut⸗ ſchen Volksgeſchichte auf! Jedes Blatt rechtfertigt jenen eigenthümlichen Grundzug des deutſchen Volks⸗ charakters, mit welchem ſich die romaniſche Galan⸗ terie nicht meſſen kann, die hohe Achtung des Frauen⸗ thums. Sie liegt in unſerm innerſten Weſen tief⸗ begründet, ſie ſpiegelt ſich klar und treu in unſerm alten Recht. Sie iſt nichts Zufälliges, wie es durch
*) Von Ed. Duller in deſſen neueſtem Werke: Maria Thereſia und ihre Zeit. 6—8 Hefte à 27 kr.


