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Die Anklage, daß ich in der Schlacht Reißaus genommen, wird dadurch ganz lächerlich, wenn ich nachweiſe, daß ich in gar keiner geweſen bin, ſon⸗ dern mehrere Stunden vorher mich ſo viele Meilen rückwärts dahin gezogen habe, wo mich unſere Leute, ſobald ſie geſchlagen wurden, nothwendig treffen mugten. Zu keiner Zeit iſt ein Ruͤckzug in groͤßerer Ort nung und vollkommener Stärke zu machen, als eben vor dem Treffen.
Meine Tapferkeit durch Vernunftſchlüſſe beweiſen. große Galen, daß Thiere, an denen die hinteren Parthieen vorwiegend ausgebildet ſeien, ſchuͤchtern wären. So brauchte ich mich nur umzuwenden vor dem Feinde, um ihm zu zeigen, daß es mir dort an Fleiſch— nicht an Heldenſinn fehle.— Fleiſchſpeiſen machen muthig, ja grauſam. Ich kann nachweiſen, daß ich hierin keinem Offizier nachſtehe, der bei dem Speiſewirth nicht nur große Bratenrechnungen macht, ſondern auch ſtehen laßt, um zu jeder Stunde dem Feinde(dem Wirth) zu zeigen, daß er das Seinige
könnte ich ſchon ganz einfach So ſagt z. B. der
gegeſſen.
Noch eine Geſchichte ſei genug, um zu beweiſen, wie lächerlich die ernſthafteſte Vorſicht, bei allem innern Muth, oft äußerlich dem Pöbel erſcheint. Reiter kennen die Gefahren auf einem durchgehenden Pferde längſt. Mein Unſtern wollte, daß ich in Wien auf ein Miethpferd zu ſitzen kam, das zwar ein ſchöner Honigſchimmel war, aber alt und bart⸗ mäulig, wie der Satan, ſo daß die Beſtie in der nächſten Gaſſe mit mir durchging, und zwar leider blos im Schritte. Kein Halten, kein Lenken ſchlug an. Ich ſchrie endlich von dem Streitroß herab: Haltet auf ihr Leute, um Gotteswillen aufgehalten, mein Gaul geht durch. Aber da die einfältigen Men⸗ ſchen das Pferd ſo langſam gehen ſahen, wie einen Reichskammergerichtsprozeß, ſo konnten ſie ſich durch⸗ aus nicht in die Sache finden, bis ich in heftigſter Bewegung wie beſeſſen ſchrie: haltet doch auf ihr Pinſel, ſeht ihr denn nicht, daß ich die Mähre nicht mehr halten kann? Jetzt kam den Faulpelzen mein hartmäuliges ſchrittlings ausziehendes Pferd laͤcher⸗ lich vor. Halb Wien bekam ich hinten nach, und der General, der beſte Reiter, hielt an, um mir zu folgen. Ich ſelber ſaß und ſchwamm wie Treibeis auf dem Honigſchimmel, der Schritt vor Schritt durchging. Ein Briefträger gab rechts und links ſeine Briefe in den Häuſern ab, und kam mir ſtets mit ſatyriſchen Geſichtezügen wieder nach, weil der Schimmel zu langſam auszog. Ein Mann der mit einem Faß Waſſer durch die Straßen fuhr und mit⸗ telſt eines ledernen langen Schlauchs zur Kuͤhlung. die Steine begoß, fuhr uns nach, und feuchtete während ſeiner Pflicht von hinten Roß und Reiter an, obgleich ich des kalten Schweißes nicht bedurft hätte. Ich gerieth auf meinem hölliſchen Pferd in eine Wiener Vorſtadt, und endlich in den Prater. Dort mußte ich noch ſpät am Abend auf dem fa⸗ talen Schimmel umher reiten, und hätte vielleicht gar auf ihm übernachtet, wenn nicht mein Schwager,
der Dragoner, mich geſehen und noch feſt auf dem durchgegangenen Gaul gefunden hätte. Er machte keine Umſtaͤnde, fing das Vieh, und that die luſtige Frage, warum ich nicht voltigirt hätte, ob er gleich recht gut weiß, daß dazu ein hölzerner Gaul gehört, der ſteht. Er holte mich herab und ſo kam ich un⸗ beritten und unbeſchädigt nach Hauſe.
Bekanntmachungen von Behoͤrden. NN Hofraithe-Verſteigerung.
(193) Dienſtag den 4. April, Morgens 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe, die Hofraithe des Ludwig Hoffmann, beſtehend in Wohnhaus, Anbau am Haus und Hausplatz, an Ernſt Falk und Heinrich Falk
gelegen, oͤffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 13. Februar 1843. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: der Beigeordnete Bender. Eichen Bauholz„Verſteigerung. (231) Montag den 20. Marz d. J., des Vormit⸗ tags um präcis 10 Uhr, ſollen in dem hieſigen Ge⸗ meindewalde, die Jungemark genannt, 36 Stück elchen Bauſtämme von vorzüglicher Schönheit und Güte, worunter ſich Stämme von 200, 300, 400, bis 548 Cubikfuß und bis zu einer Länge von 68 Fuß be⸗ finden, oͤffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Die Gr. Bürgermeiſter werden erſucht, vorſtehende Bekanntmachung, im Intereſſe der Bauluſtigen und Handwerkeleute, in ihren unterhabenden Gemeinden publiciren zu laſſen.
Langgöns am 22. Februar 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Freſenius.
Güter ⸗Verſteigerung. (267) Die Verpachtung der Ludwig Keim'ſchen Güterſtücke vom 26. Februar l. J., wurde, Folge eingelegten Nachgeboten auf mehrere Grundſtücke,
ausſchließlich einer Parzelle, nicht genehmigt.
Es werden daher dieſe Güͤterſtüͤcke Mittwoch den 15. März, Morgens um 9 Uhr, in hieſigem Rath⸗ hanſe nochmals einer meiſtbietenden Verpachtung ausgeſetzt.
Friedberg den 6. März 1843. Der Beigeordnete Bender. Frucht verkauf. (280) Donnerſtag den 16. März d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen in Burggräfenrode, bei Herrn Wirth Traband, von dem daſigen Gräflich Solms⸗ Rödelheim'ſchen Speicher, etwa 140 ir 81 18427 Gewächs oöͤffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden Aſſenheim den 9. Marz 1843. Gräflich Solms ⸗Röͤdelheim'ſche Fruchtverwaltung.
Gaſthaus- und Güter ⸗ Verpachtung. (281) Donnerſtag den 16. d. M., Vormittags 10 Uhr, will Frau Iſaac Still Wittwe, das Gaſthaus ium goldnen Stern dahier, wie es unten näher be⸗


