Hauſe. Wahr iſt's, man mag ſich hinwenden wo⸗ hin- man will in fremde Erdtheile und Länder, über— all wird man Deutſche antreffen. War Das ſchon fruher der Fall, als durch manchfache Hinderniſſe das Reiſen noch erſchwert war; wie viel häufiger geſchieht es jetzt, wo es ſo leicht iſt, von Einem Orte zum andern, von Einem Land in das andere, ja von Einem Erdtheile in den andern wohlfeil und ſchnell und ſicher zu reiſen! Nehmen wir nun Ein Städtchen, und wahlen wir dazu unſer Friedberg; wo iſt eine Gegend, in welcher ſich nicht Friedberger befinden? Es wäre in der That eine intereſſante Aufgabe, bei den einzelnen Familien nachzuforſchen, wohin ſich Glieder derſelben all zerſtreut haben. Schon die Briefpoſt würde, wenn man das Recht hätte, einmal ein Jahr lang alle Orte aufzuzeichnen, aus welchen Briefe von Friedbergern in die alte Heimath gelangen, den Beleg liefern, daß ſie in alle Theile der Welt ſich zerſtreut haben. Da ge— langen, um nur Beiſpielshalber Eins und das An— dere anzuführen, heute Briefe aus Paris— von Wem? Von Friedbergern. Morgen kommt eine Nach—
richt aus dem ſüdlichen Fraukreich— von einem
alten Friedberger. Ein Dritter ſchreibt aus Rom, er habe bei einem Friedberger eine freundliche Auf— nahme und deutſche Koſt gefunden. Ein Vierter gibt Nachricht, er habe ſich in der Gegend von Algier angeſiedelt, und befinde ſich dort wohl. Ein Fünfter meldet ſeinen Verwandten aus St. Peters— burg, ſein Geſchäft gehe vortrefflich von Statten, und er habe voll auf zu arbeiten. Ein Sechſter theilt ſeine Ankunft in den weſtlichen Gegenden Nord— Amerika's mit, und erzählt, wie er in ſeiner Nach— barſchaft einige Friedberger gefunden; dem Einen gehts gut, dem Andern ſchlecht. Denn dort iſt die Welt gerade wie hier;„wie man's treibt, ſo geht's,“ das heißt mit andern Worten, der Fleißige findet überall ſein Unterkommen und ſein Auskommen, aber der Faullenzer ſieht ſich überall nach einem Bettel— ſtabe um.— Mit den Briefen aus Amerika langen andete aus England an und von Wem? Von Fried— bergerr. Wieder Einer meldet aus der Inſel Trini— dad, daß daſelbſt ein friedberger Blechſchmiede flei— ßig hämmere und niede. Kurz von allen Enden der Welt erhalten wir die Beweiſe, daß Friedberger rei— ſen und wandern. Wenn Das Fremde hören, die muͤſ— ſen meinen, unſer Städtlein ſchüttele die Menſchen aus dem Aermel. Das iſts bekanntlich nicht, aber den Friedbergern geht's wie andern Deutſchen, ſie wollen die Welt ſehen, und da ereignet ſich's denn nicht ſelten, daß ſie hier oder dort ein Plätzchen bemerken, wo ſich's gut wohnen läßt, und da bleiben ſie denn nicht ſelten und ſchlagen daſelbſt ein Hüttchen auf, beſonders wenn ſich ein Anderes entſchließt, es mit ihnen zu theilen.
Empfangs-Beſcheinigung.
Fernere Gaben für Niedereiſenhauſen; Reinertrag einer Vorſtellung, welche eine Schauſpieler-Geſellſchaft unter Direc⸗
2 231. 5
tion des Hrn. Pfau zu Vilbel gegeben, durch Hrn. Bür meiſter Hinkel 15 fl. 44 kr.; von den. Stan heim durch Hrn. Bernhardt 3 fl. 16 kr. 1 a Ph. Dieffenbach. Für die Brandbeſchädigten zu Riedereiſenhauſen ſind fer⸗ ner eingegangen: aus der Gemeindekaſſe zu Bruchenbrücken 4 fl.; von einem Ungenannten zu Melbach 26 kr.; von C. B. 1 fl. 48 kr. Buß.
Indem die Unterzeichneten nachſtehendes Schreiben des Großh. Kreisrathes zu Biedenkopf den Leſern des Intelligenz⸗ blattes mittheilen, erlauben ſie ſich, die Bemerkung beizufü⸗ gen, daß die Einſicht des Originals jedem Betheiligten offen ſteht, und fügen zugleich die Bitte bei, daß Diejenigen, welche noch milde Gaben für die armen Bewohner von Niedereiſen⸗ hauſen zu ſpenden geſonnen ſind, ſolche bei dem mitunterzeich⸗ neten Großh. Rentamtmann Buß abgeben wollen.
Friedberg den 27. Juni 1842.
Ph. Dieffenbach— Buß.
„Auf das hochverehrliche Schreiben vom 20. d. M. beehrt ich mich Sie zu benachrichtigen, daß mir der Unterſtützungs⸗ betrag von 355 fl. 7 kr. für die Abgebrannten Niedereiſen⸗ hauſens zugekommen und dem beſtellten Rechner zur Ver⸗ wendung an die Verunglückten Niedereiſenhauſens nach den Beſtimmungen des gebildeten Comités überwieſen worden iſt. Zugleich ſtatte ich Namens der Abgebrannten fur die wieder— holte anſehnliche Unterſtützung den verbindlichſten Dank ab. Durch die große Theilnahme, welche das betrübte Ereigniß im Großherzogthum, ſowie in Frankfurt a. M., in benach⸗ barten Naſſauiſchen und Kurheſſiſchen Orten gefunden, iſt die Lage der Betroffenen nunmehr ſoweit gemildert, daß, wenn auch der Schad nicht ganz erſetzt, doch eine weitere Anre⸗ gung des Mildiyatigkeitsſinns nicht mehr nöthig ſeyn dürfte. Fur Ihre thätige Theilnahme an den armen brandbeſchädig⸗ ten Einwohnern Niedereiſenhauſens ſtatte ich Ibnen zugleich den herzlichſten Dank ab, mit dem ſehnlichſten Wunſche, daß niemals ein gleiches Creigniß den Mildthätigkeitsſinn edler Menſchenfreunde in Anſpruch nehmen möge.
„Mit beſonderer Hochachtung ꝛc. C. Ap p.⸗
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
NN
Verſteigerung von Bauarbeiten.
(842) Samſtag den 2. Juli d. J., Vormittags 10
Uhr,“ ſollen zu Fauerbach II. bei Herrn Gaſtwirth
Neiſel die zur Erbauung der Oekonomiegebäude,
ſowie der Einfriedigungsmauer an dem Schulhaus⸗
bau daſelbſt erforderlichen Arbeiten öffentlich verſteigt
und an die Wenigſtnehmenden vergeben werden: Maurerarbeit, voranſchlagt zu 237 fl. 41 kr.
286„ 3
Steinhauerarbeit, 35„, Zimmerarbeit 440„ 15„ Dachdeckerarbeit 168„ 21, Schreinerarbeit 93„ 12 Schloſſerarbeit 62„ 54% Glaſerarbeit 3„— Weißbinderarbeit 91„ 39, Pflaſtererarbeit 32„ 30
71 Ferner die Lieferung von circa 7000 Stück Back⸗ ſteinen, 103 Bütten Kalk, 3¼ Cub.⸗Klftr. Kies. Friedberg den 15. Juni 1842. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter 5 Rhumbler.
Gebote bei Pachtbedin tocoll zu g Eröffnung Aſſenh J.
(871) E treibenden den 6. un! Krämermar Feiertage u 30. und 3 abgehalten
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Verſtei, (872) Uhr, ſoller Fluthgrabt lichen Arb
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