Ausgabe 
27.7.1842
 
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dle vorauszog; Schritt vor Schritt folgten die ge⸗ ſchmückten Wagen, deren man gegen 60 zählen konnte. Es waren üder 1100 Sänger angekommen. Ober halb des Stadthauſes ſchwenkten ſich die Vorderſten, gaben ihre Fahnen zur Aufpflanzung auf die Feſt bühne ab, und fuhren auf der andern Seite der Straße zurück; ſo, daß durch dieſes Manöver Alle ſich ſehen und begraͤßen konnten, was auch unter lautem Jubel und Hutſchwingen zur allgemeinen Satisfaction geſchah. Der Wetzlarer Verein zeich nete ſich durch eine beſonders ſchöne Fahne und die Geſellſchafe Polyhymnia von Offenbach durch einen wie ein Dampfboot decorirten Wagen aus, der mit rauchendem Schlot durch die Straße fuhr. Nichts ſtörte die Ordnung dieſes Einzugs, der einen erhe benden wohlthuenden Anblick gewährte. Unterdeß hatte ſich ein dunkles Gerücht verbreitet, der Ritter Neukomm werde ſein Te Deum ſelbſt dirigiren. Dieſe Nachricht, welche die freudigſte Erwartung erregt hatte, beſtätigte ſich wirklich, indem Herr Neukomm um 10 Uhr in der Generalprobe erſchien.

Nachdem die Sänger ſich auf dem Wall etwas erfriſcht und erholt hatten, begann kurz vor 3 Uhr das Concert in der Stadtkirche, zu dem ſich eine zahlreiche Zuhörerſchaft eingefunden hatte. Herr Neukomm, der von der Emporbühne der Orgel auf das Ganze herabſah, erregte das Intereſſe aller unten Sitzenden. Er iſt ein ältlicher blaſſer Mann mit etwas weichen Zügen, dunkeln lebhaften Augen und einer hohen freien Stirne. Die Muſikſtuͤcke in der erſten Abtheilung waren: 1) Motette für Männerchor von B. Klein, mit Begleitung von Blasinſtrumenten von X. Schnyder v. Warten⸗ ſee; die Soli wurden ausgeführt von den Gr. Heſſ. Hofſängern Herrn Birnſtill, Cramolini, Dö⸗ ring und Michel. 2) Quintett für Flöte, Oboe, Clarinett, Horn und Fagott von W. Mangold. 3) Feſtbymuus von Panny mit Begleitung von Blasinſtrumenten von C. Thurn. In der zwei⸗ ten Abtheilung: 4) Ouverture von P. Müller für Blasinſtrumente. 5) Te Deum von Neu- komm für Tenor- und Baßſtimmen.

Ueber Niro. 4 ſoll ſich Herr Neukomm ſehr beifällig geäußert haben. Ergreifend wirkte das letzte Stück, über das wir nur als Laie berichten können. Wie unſichtbare Geiſterſchaaren, denen der Meiſter mit ſeinem Stabe zu erſcheinen und zu ver⸗ ſchwinden gebot, wallten die Töne in den weiten Räumen auf und nieder und riſſen die Herzen mit fort zur Bewunderung des Allwaltenden, zu heiliger Ehrfurcht, zum demüthigen Gebet bis hinauf auf die Höhen des jubelnden Lobgeſangs. Die Stelle -Heilig! Heilig! Heilig! war von unendlicher Wir kung und die an jenem Ort eingeſtreuten Kanonen ſalven kamen dem bis aufs Aeußerſte geſpannten Gefühl wohlthätig ſtärkend zu Hülfe; eine vortreffliche Wirkung, die der Umſtand, daß bei jedem Schuß einige Fenſterſcheiben herunterkamen, nicht zu beein⸗ trächtigen im Stande war.

Während des Concerts war es draußen ſchwül

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geworden, der Himmel war glänzend weiß und glühend wie geſchmolzenes Blei, kein Luftzug regte ſich. Die Sänger zogen im Parademarſch mit ihren Fahnen über den Haag, und die breite Straße auf die Seeweiſe nach der Feſthalle, wo ihrer ein Mit tagsmahl wartete. Die Halle war geräumig gebaut und mit den heſſiſchen, preußiſchen und naſſauiſchen Farben geſchmückt. Nach dem Eſſen, bei dem paſ ſende Trinkſprüche ausgebracht und von den Ver einen verſchiedene Lieder geſungen worden waren, gab es eine lang erſehnte allgemeine Ruhepauſe, die am Abend wieder durch einen Ball in der Feſthallg und ein Feuerwerk unterbrochen wurde. Der Gar⸗ ten des Gaſtwirths Hrn. Simon war die ganze Nacht durch Geſellſchaft belebt und mit bunten Lam, pen illuminirt, was einen guten Effekt machte.

In dem letzten Lokal fanden ſich am folgen den Tage die Gr. Hofſaͤnger, der Offenbacher Sängerverein und einige Andere zu einem heitern Frübſtück zuſammen, welches auch der Präſident des Feſtcomités, Hr. Kreisrath Küchler, mit ſeiner Ge genwart beehrte. Die Sänger von Offenbach gaben unter der Leitung ihres unermüdlichen Direktors, des wackern Hrn. Dillenberger, die anſprechendſten Chöre in präciſeſter Ausführung zum Beſten; Hr. Cramolini ließ uns von Neuem ſeinen trefflichen Tenor bewundern, die Herren Michel und Döring ſangen einige Lieder heiteren Inhalts, unverwüſtlich war die Stimme und der Humor des heitern Hrn. Birnſtill. Bei Gelegenheit eines Toaſtes trug Hr. Pirazzi von Offenbach ein Gedicht vor: der

deutſche Sänger, welches allgemeinen Anklang

fand. druckt.)

Sehr bedauern mußten wir, daß unſere lieben Gäſte von Darmſtadt und Offenbach, welche der hieſige Singverein in das am Abend um 6 Uhr ſtat findende Concert in der Feſthalle eingeladen hatte, und dahin einführen wollte, durch ein Mißver ſtändniß an der Kaſſe veranlaßt wurden, eine Stunde früher zur Rückreiſe aufzubrechen, als ſie vorher beabſichtigt hatten.

Zum Ruhme der Herren Feſtordner und zum Lobe aller Theilnehmer muß noch ſchließlich bemerkt

(Es wurde ſpäter in der Didaskalia abge

werden, daß das heitere vielbelebte Feſt nicht durch

die geringſte Störung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit getrübt wurde.

Empfangs-Beſcheinigung.

Für die Abgebrannten in Steinbach iſt ferner eingegangen: von der Gemeinde Bauernheim 17 fl. 44 kr., von W. N. C. 2 fl. C. Wahl.

Für die Brandbeſchädigten zu Steinbach ſind ferner eim gegangen: von Hru Meyer Hirſchein Scherflein 1 fl. 20 kt.; durch Hrn. Caplan Schuckmann zu Altenſtadt, von daſigen Einwohnern geſammelt, 39 fl 12 kr.; von Hrn. Johs. Wecker ling 1 fl.; durch Hrn. Bürgermeiſter Schmidt in Kleinkarben 21 fl. 40 kr.; von zwei Ungenannten 2 fl. 42 kr.; von Hrn. F. W. Hock zu Rendel 5 fl. 15 kr. Summa 71 fl. 9 kr. Mit den im vorigen Blatte angezeigten 216 fl. 14 kr. zu⸗ ſammen bis heute 287 fl. 23 kr.

Friedberg den 25. Juli 1842. Bu ß.

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