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Brand in Niedereiſenhauſen.
Spricht ſich in der allenthalben rege gewordenen Theilnahme an dem Unglücke Hamburgs und in dem regen Wetteifer,
dieſes durch Beiträge zu mildern, die erfreulichſte Menſchenliebe aus, ſo läßt ſich erwarten,
daß ähnliches und verhältniß⸗
mäßig vielleicht größeres Unglück in unſerem engeren Vaterlande nicht weniger Theilnahme finden wird. Die Großh. Zeitung ſowohl wie Privatnachricht en verkuͤnden uns ein in der Nacht vom 14/5. d. M. den ohnehin
ſehr armen Ort Niedereiſenhauſen, Kreiſes Biedenkopf, betroffen habendes Brand die Hälfte des Orts, beſtehend in etlich und fünfzig Gebäuden, worunter 20 Wohnhä
unglück, wodurch in wenigen Stunden uſer, ein Raub der Flammen wurden.
Die Schnelligkeit, mit welcher ſich das Feuer verbreitete, machte es unmöglich, aus den davon ergriffenen Gebäulichkeiten dis Habſeligkeiten zu retten Dieſe waren nirgends verſichert, fur deren Verluſt wird alſo auch kein Erſatz gewährt. Aber auch
die niecergebrannten Gebäulichkeiten ſollen nach einem vor uns liegenden Schreiben eines geachtete Biedenkopf, kaum zu einem Orittheil ihres wirklichen Werths in der Brandaſſekuranz verſichert gew
n Beamten im Kreiſe eſen ſeyn,— die dafür
bezahlt werdenden Entſchadigungsbeträge alſo die Koſten deren Wiederaufbauung bei Weitem nicht decken.
Um denjenigen edlen Menſchenfreunden in unſerer S Unglücks unſerer armen Landsleute mitzuwirken, Gelegenheit
tadt und Gegend, die ſich gedrungen fühlen zur Milderung des zu geben, ihre Liebesgaben leicht darzureichen, erbieten ſich dis
Unterzeichneten zu deren Annahme, Anzeige in dieſem Vlatte und hiernächſtiger Beſoͤrderung an die einſchlägige Behörde, um
zweckmäßig verwendet zu werden. Friedberg den 22. Mai 1842.
Buß, Renkamtmann. Dieffenbach, Profeſſor.
Die Freiheit. (Aus dem Schreiben eines Vaters an ſeinen Sohn.)
Es iſt nichts koͤſtlicher für den un verdorbenen Jüngling, als die Freiheit, nicht die, welche ſich Alles zu thun erlaubt, was ihr einfällt in tollen Stunden, ſondern die ſich ſelbſt in den Verhältniſſen und nach den Geſetzen vernünftig Gränzen ſetzt. Weun dir dieſe Freiheit werth und theuer iſt, ſo hüte dich vor geheimen Verbindungen. Die Freiheit des Menſchen wird ſchon durch drei andere Verbindungen beſchränkt, in welche die Natur, der Glaube an das Höhere und die Gewißheit, daß er nur im Vereine mit ſeines Gleichen, ſeine Zwecke hie— nieden erreichen kann, einführt. Die erſte dieſer Verbindungen iſt die Familie, in die du getreten warſt, als du von dir ſelbſt noch nichts wußteſt. Die Liebe führte dich in dieſelbe ein; ſie wird dich ferner in derſelben erhalten, daß du mit Freuden denjenigen Theil deiner Freiheit opferſt, welchen ſie von dir verlangt; möge ſie dich auch noch bei deinem Ausgange aus dieſem Leben begleiten. Die zweite dieſer Verbindungen iſt die Kirche, zu welcher der Glaube dich führt. Es mag ſein, daß auch der ein— ſame Wilde zu einer dunkeln Idee von einem Ur— weſen gelangt; aber nur durch das Chriſtenthum haſt du die beſeligende Gewißheit erlangt, daß ein allmächtiger und allgütiger Vater dich beſchirmt und beſchützet, daß alle Menſchen deine Brüder ſind, und daß du durch ein heiliges Band mit allen Denen verbunden biſt, die mit dir rufen:„Abba, lieber Va— ter,!— Die dritte Verbindung, in welche du treten mußt, und ohne die du nicht wirken und beſtehen kannſt, iſt der Staat. Er gewährt dir Ruhe und Sicherheit in deiner Wohnung; er ſchuͤtzt dich gegen nahe und ferne Feinde; er verſchafft dir dein Recht; er endlich iſt es, der dir die Gelegenheit darbietet, deine Kräfte auszubilden, und wenn ſie ausgebildet ſind, ſie zu deinem und deiner Mitmenſchen Wohl zu verwenden.
So groß die Vortheile ſind, welche dieſe drei Ver— bindungen dir gewähren, ſo groß ſind auf der an— dern Seite auch die Opfer, welche du ihnen zu brin— gen verpflichtet biſt. Sie beſchränken zwar in etwas deine Freiheit; dagegen aber würdeſt du die Frei—
heit, welche die Natur dir verliehen, ohne ſie gar nicht genießen können. Darum halte feſt und treu an dieſen Verbindungen. Alle andere ſind vom Uebel; je geheimer deſto ſchlimmer.— Es war eine Zeit, da konnte der gebildete, vernünftige Mann nicht ſo laut, wie er wünſchte, ſeine Ueberzeugungen aus⸗ ſprechen; er fand keine Gelegenheit, ſich mit ſeines Gleichen rein als Menſch und fern von allen äu— ßerlichen Abſtumpfungen, welche die menſchliche Ge⸗ ſellſchaft bildet, zu unterhalten; ſein kirchlicher Glaube war ihm von Wort zu Wort vorgeſchrieben, und wehe ihm, wenn er an Einer dieſer Menſchen⸗ ſatzungen zweifelte. Damals mochte es wohl an der Zeit geweſen ſein, ſich mit Gleichgeſinnten zuweilen zu verſammeln und auszuſprechen, wie ſein Inner⸗ ſtes ihm ſagte. Dieſe Zeit iſt nicht mehr, und da⸗ mit iſt der Zweck einer ſolchen geheimen Verbindung verſchwunden. Sie hat ſich überlebt, und paßt nicht mehr für unſere Zeit; es müßte denn Einer ego⸗ iſtiſche Abſichten dabei haben, oder einen jugendlichen
Sinn die Enthüllung des Geheimen reizen, womit
ſie ſich umgibt. Wer aber das Gute beut zu Tag will, braucht das Tageslicht nicht zu ſcheuen.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
N
Weißbinder⸗ Arbeit und Lieferung von Schieferſteinen und Dachziegeln. (646) Freitag den 27. d. M., Vormittags um 10 Uhr, wird das Ausweißen und der Oelanſtrich in den Zimmern der Burg- und Kloſter-Caſerne dahier, ſodann um ½11 Uhr an demſelben Vormittage die Lieferung von 6 Reis Schieferſteinen und 2000 Stück Dachziegeln, auf dem hieſigen Militär-Ver⸗
waltungsbüreau verſteigert. Friedberg den 18. Mai 1842. . G ö lz, Oberquartiermeiſter. Oel⸗ und Schuh⸗Lieferung.
(647) Samſtag den 28. d. M., um 10 Uhr des Vormittags, wird die Linferung des erforderlichen Brennöls, ſodann um ½1 Uhr der Bedarf an
640) Int alde daher N 1 Frelag genwieſe, Haß 14 Stecken
4 7 43% 2100 Kiefern 88 Stam 4000 2 Kieſern⸗ 9 Sanſt ober der Quer. 3 Stämme 1 Stecken 10„ ee 12„ 86„ 3 7 500 Eichen⸗ 8 Stecken 10 77 11 5 77 350 Kiefern Der An den zuerſt ge »Ockſtadt
n (661) Ford. Mags Chee
Dienſtag dahier anzuz ſolce be. Un bleiben werde
Groskar


