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werden; ſowie Sie denſelben bemerklich machen wollen, daß diejenigen, welche durch Sinne nicht wahr⸗ nehmbare Fehler anzugeben beabſichtigen, z. B. Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit ꝛe. nach den Beſtimmungen des§. 10 poss. 6 der Verordnung Zeugniſſe von Schullehrern, Geiſtlichen, Gemeindevorſtänden ꝛc. bei⸗
bringen müſſen.
Schließlich eröffne ich Ihnen noch, daß bei Beurtheilung der Frage, ob der Depotanſprechende zur
Stellung eines Einſtehers als vermögend anzuſehen ſey, die Summe von 8s fl., diejenige Summe nämlich,
welche für den Eintritt in die Staatsaſſekuranzanſtalt fur 1842 zu zahlen iſt, als Norm dienen ſoll.
Die von der vorjährigen zur diesjährigen Muſterung verwieſenen Leute ſind:
1) Johannes Keil von Ettingshauſen.— 2) Johannes Sehrt von Gonterskirchen.— 3) Seligman Wolf von Hungen.— 4) Israel Katz von Inhaiden.— 5) Johannes Jung von Freienſeen.— 6) Bal⸗ thaſer Löſchhorn von Gambach.— 7) Friedrich Chriſtian Volp von Hattenrod.— 8) Johann Heinrich Weber von Hungen.— 9) Georg Karl Roth von Villingen.
Hungen den 17. Januar 1842.
Follenius.
Erinnerung an einen beinahe vergeſſe— nen Schriftſteller. Der bekannte Matthias Claudius hat im
fünften Theile ſeiner Werke(Neue Ausgabe. Ham—
burg 1819 zweiter Band) eine„Correſpondenz zwiſchen mir und meinem Vetter,“ die wir heute unſern Leſern mittheilen. Hochgelahrter, Hochzuverehrender Herr Vetter,
Es wird dem Herrn Vetter bekannt ſeyn, daß in den neueren Zeiten die alten Kirchenlieder verändert werden. Nun bin ich überzeugt, daß die Obrigkeit für die Unterthanen nicht leicht beſſer ſorgen, und ihnen nicht leicht etwas Beſſers geben kann, als ein gutes Geſangbuch. Denn über kräftige Kirchenlieder geht nichts; es iſt'n Segen darin, und ſie ſind in Wahrheit Flügel, darauf man ſich in die Höhe heben, und eine Zeitlang über dem Jammerthal ſchweben kann. Auch mögen wohl viele Lieder nicht ſo ſeyn, als ſie ſeyn ſollten ꝛc., das iſt alles wahr. Aber ich weiß nicht, obs an dem Verbeſſern oder an den Verbeſſerern liegt; genug, ich kann mir nicht helfen, daß es mich um einige alte Lieder nicht dau— ren und leid ſeyn ſollte. Das Kleid macht, dünkt mich, den Mann nicht; und wenn der Mann gut iſt, ſo iſt alles gut. Ob da ein Knopf unrecht ſitzt, oder eine Naht ſchief genäht iſt, darauf kommt am Ende wenig an; und wer ſieht darnach? Man iſt ein— mahl daran gewöhnt, und oft ſteckts grade darin, und muß ſo ſeyn.
So ein:„Befiehl du deine Wege z. E., das man in der Jugend, in Fällen wo es nicht ſo war, wie's ſeyn ſollte, oft und andächtig mit der Mutter geſungen hat, iſt wie ein alter Freund im Hauſe, dem man vertraut, und bey dem man in ähnlichen Fällen Rath und Troſt ſucht. Wenn man den nun, anders montirt, und im modernen Rock wiederſſeht; ſo traut man ihm nicht, und man iſt nicht ſicher, ob der alte Freund noch darin iſt— und ich ſehne mich dann immer nach dem falſchen Knopf und der ſchiefen Naht.
Und da pfleg ich wohl bisweilen in der Kirche, wenn die Gemeinde nach der Verordnung ſingt, ſtill zu ſchweigen, und im Herzen die alte Weiſe zu hal⸗
ten; und da wollte ich nun gerne von dem Herrn Vetter wiſſen und vernehmen,„ob Das auch gegen „den Reſpekt iſt, den ich der Obrigkeit ſchuldig bin, „und ob ich Das mit guten Gewiſſen thun kann; „ſamt, wenn ich ganz allein und für mich bin: ob „ich denn nur rein heraus ſingen darf?“
Ich haſſe allen Ungehorſam von Herzen, ſo viel Aufhebens auch von einigen davon gemacht wird. Der ich die Ehre habe mit beſonderem Eſtim zu ver⸗ harren
Hochgelahrter, Hochzuverehrender Herr Vetter, Dero 5 0 ergebenſter Diener,
Asmus. An t wor.
Die öffentliche Ordnung müßt Ihr nicht ſtoͤren, Vetter; im Herzen konnt Ihr ſingen, wie Ihr wollt. Denn übers Herz hat die Obrigkeit nichts zu befeh⸗ len. Und die Grad-Naähter noch weniger.
Sein Diener ic.
Ein dankbarer Schaͤfer, ein poetiſcher Nachtwaͤch— ter und ein muſterhafter Buͤrgermeiſter.
In einem Dorfe in der Wetterau ſoll, wie man hört, am 10. Januar ein Schäfer für 1842 gedingt worden ſeyn, der denſelben Abend, in der Freude ſeines Herzens, den Bürger⸗ meiſter und die Gemeinderäthe des Orkes cob alle, iſt un⸗ gewiß) ſo reichlich regalirte, daß noch in der Nacht um 10 Uhr dem Nachtwächter aus dem Bürgermeiſtereibüͤreau zugerufen wurde:„Komm her und trinke einmal.“ Das ließ ſich der gute Nachtwächter nicht zweimal ſagen, und als er ſpäter, um 12 Uhr in derſelben Nacht, in der Nähe des Büreaus „die Zeit anblies,“ da malte ihm die Phantaſie die warme Stube, die vollen Gläſer und die Zechenden ſo anlockend, daß er nicht widerſtehen konnte, ſondern hineinging zu den luſtigen Gemeindevertretern und ſo munter wurde, daß er noch ein Liedlein zum Beßten gab. Die ſaubere Geſellſchaft ſetzte ihm, aus Dankbarkert, mit Trinken zu, ſchwärzte ihm zum Zeitvertreib das Geſicht und ſchickte ihn um 4 Uhr wieder auf die Straße. Wahrſcheinlich hatte er da, mit ſei⸗ nem Horn, das Gleichgewicht verloren; denn als er des an⸗ dern Tages zur Strafe die„verſaͤumten Stunden nachblaſen“ ſollte, lag er im Bett.
Wie gut die Polizei in demſelben Orte beſtellt ſeyn muß,
kann man aus folgender Mittheilung deſſelben Correſpondenten entnehmen:
„Am 16. deſſ. M. ſollte die Polizei wahrſcheinlich beſſer
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2. 424
3. 472 4. 156
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Verſteiger! (67) Sam ſollen folgen 10/ lichte M Friedberg ſt nehmenden werden: 5) Murer D Moder 3) Stein 4) Zimm. Plan ſtube des Friedh
Fruch (0) Nin zu Niederwe 20 Malter tilt Korn gleich bart werden.
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