Ausgabe 
19.11.1842
 
Einzelbild herunterladen

7. Atvierſörſttr. 1

9 0 4 A. iſ gut beſetzte vezu ich böflichſt

rchenrechner

cafet.

4

und capi f

Intelligenzblatt

für die

Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

e

Sonnabend, den 19. November

1842.

Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen an ſaͤmmtliche Großh. Heſſ. Fürſtl. und Graͤfl. Solmſ. Buͤrgermeiſter des Kreiſes Hungen.

Betreffend: Den lüderlichen Lebenswandel der Sophie Schmidt aus Lich.

Die unten ſignaliſirte Rubrikatin, welche wegen Lüderlichkeit und zweckloſen Umherziehens ſchon mehrmals gerichtlich beſtraft worden iſt, hat ſich abermals von Haus entfernt und treibt ſich wiederum auswärts herum. Sie werden daher aufgefordert, dieſelbe im Betretungsfalle arretiren und hierher ablie

fern zu laſſen. Hungen am 11. November 1842.

Signalement: Alter: 20 Jahre. Größe:

7 F. 1 3. Haare: blond.

Follenius. Augenbraunen: desgl.

Augen: grau. Naſe: gewöhnlich. Mund: klein. Kinn: ſpitz. Geſicht: länglich rund. Beſondere Zeichen:

Sommerſproſſen im Geſicht.

Def fentliche Nachricht.

Der Vorſtand des landwirthſchaftlichen Bezirksvereins iſt nunmehr unter dem Vorſitze des Unter⸗

zeichneten wie folgt beſetzt: 1) Gr. Berginſpector Storch IIter Director.

2) Die Gr. Bürgermeiſter Holtzmann von Petterweil, Brack von Altenſtadt, T. Thaler II.

von Stammheim Ausſchußmitglieder.

3) Kreisrathsgehülfe Auguſt Faatz als Sekretär. Die Veröffentlichung der Statuten wird im nächſten Intelligenzblatte erfolgen.

Friedberg den 17. November 1842.

Der Gr. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg Kchl

Vom Nahelegen des Lehrſtoffes. (Aus dem Tagebuch eines Lehrers.)

Bei dem redlichſten Eifer und beſten Willen gehts doch in der Schule zuweilen langweilig und muͤh⸗ ſam genug vorwärts. Indem man den Karren mit aller Anſtrengung weiter ſchiebt, ſieht man ſelbſt wie ſchlecht es geht: Wenige helfen nur, Andre drücken, wo ſie ziehen ſollten und umgekehrt; die Meiſten aber ſchweifen mit ihren Gedanken rechts und links vom Wege ab, laufen den Feldblumen, Schmet⸗ terlingen und Käfern nach und das iſt ein widri⸗

ges verdrießliches Ding. Ungeduld, Zanken und Schelten führt zu nichts; und man kanns eigentlich nicht einmal mit gutem Gewiſſen; denn es heißt: machs intereſſant, wenn ſie acht geben ſollen.

In ſolchen Fällen iſts gut, wenn man den Kin⸗ dern, ins Einzelne eingehend, alles auf ihre Weiſe, durch Vergleiche aus ihrer Sphäre verſtändlich und anſchaulich macht. Sie horchen plötzlich auf; es freut ſie, daß ſie auch berückſichtigt werden, was, ohne daß wirs merken allzuſelten geſchieht. Sie ſprechen bald voll Vertrauen mit hinein; der Eine weiß Dieß, der Andere Jenes, und ſo kommt man, ehe mans