— Nun verließ er das Zimmer. Leo ſtand bedäch⸗ tig auf, dehnte ſich einigemal, gähnte und faßte nun ganz gravitätiſch Poſto vor ſeinem Schuͤtzling, dem's nicht im Traum eingefallen wäre, daß er der Ge— genſtand ſei, dem der Hund ſeine ganze Aufmerkſam— keit ſchenkte.
Herr Cornet, rief der eine Reiter, der ſchon zu Pferde ſaß, zum Fenſter herein, es iſt geſattelt. Gleich, war die Antwort. Hut und Handſchuhe wurden genommen, man beſah ſich noch einmal im Spiegel und hatte ſchon die Hand auf der Klinke, als Leo zwiſchen die Thür und den Cornet ſprang, und letzteren unſanft zurückwarf. Er erſchrack, als hätte ihn ein Chaſſeur beim Achſelband; endlich wollte er ſich mit dem Säbel wehren, was aber der Wäͤch— ter ſehr übel aufnahm; denn ehe der Pallaſch aus der Scheide war, lag der Cornet auf dem Boden; Leo ſtand auf ihm und brüllte fürchterlich.
Aber Herr Cornet, hieß es wieder vor dem Fen— ſter, ſo eilen Sie doch, der Feind kann uns jeden Augenblick erreichen. So helft mir doch! ſtöhnte der Niedergeworfene. Der Pfarrer hatte den Angſtruf vernommen; die Reiter ſtiegen ab, und wer konnte ihnen verdenken, daß ſie lachten, als ſie ſahen, wie beſcheiden und unterwürfig ihr Offizier geworden war. Was haben Sie mit dem Hunde?— Ach Gott, ich weiß nicht, was er mit mir vor hat, win— ſelte der Todtbleiche.
Der Pfarrer merkte wohl, daß dies von ſeinem Sohn herrühre; er rief nach ihm, aber vergebens. Zum Unglück hatte Leo ſeinen Dienſt ſo gelernt, daß er von Niemanden Gegenbefehl annahm, als von dem, welcher den erſten Befehl gegeben hatte. Der Cornet mußte in Arreſt bleiben, bis des Pfar— rers Sohn— nach einer guten halben Stunde— ankam und durch die Worte: laß paſſiren: den Ge— fangenen in Freiheit ſetzte.
tn Die Fuchsjagd in Sibirien.
Hiebei wird es, wie ich mich mit eignen Augen überzeugt, ſo gehalten:
Die Jäger begeben ſich gegen Abend mit ſtarken Knuͤtteln bewaffnet auf den Fang. Nachdem ſie ein großes Feuer angezündet, nageln ſie ringsum, drei bis vier Fuß vom Feuer entfernt, die Atzung in den gefrornen Boden feſt. Der Fuchs ſchleicht durch das Feuer angelockt, auf dem Bauche kriechend herzu
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und verſucht die Lockſpeiſe loszuzerren. Nachdem er ſich überzeugt, daß dieß nicht gar leicht, bleibt er auf dem Bauche liegen, und verzehrt die Atzung mit Gemächlichkeit. Hierdurch wird das Thier zwar vorn, nach dem Feuer zu, warm; hinter ihm aber friert die Ruthe, welche platt auf der Erde liegt, feſt auf.— Nachdem der Jäger die Ueberzeugung
gewonnen, daß alles in Ordnung, kommt er aus ſeinem Verſteck hervor, macht dem Fuchs bequem
einen Kreuzſchnitt über die Stirn, und ſchlägt nun ſo lange mit Vehemenz auf ihn los, bis er aus dem Balg heraus rennt, welcher letztere dann natürlich am angefrornen Ende feſtgehalten, liegen bleibt.— Daß die nackten Füchſe aber im nächſten Jahr mit einem neuen Fell bekleidet, ſich nochmals abſtreifen laſſen, halte ich ſchon darum für eine Erdichtung, weil ein ſo ſchlaues Thier wie der Fuchs gewiß nicht zweimal in dieſelbe Falle geht.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
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Oeffentliche Bekanntmachung.
(1278) Zum Verkaufe der den Konrad Sauer's Erben zu Fauerbach I. erblich verliehenen Hofraithe, die Damm⸗ und Teichmühle genannt, beſtehend in Mahlgang und Muͤhlenbau, Scheuer und Stallung mit Nebenbau, nebſt den dazu gehörigen in unge⸗ fähr 12 Morgen beſtehenden Grundſtücken iſt Ter— min auf Montag den 7. November l. J.,
Vormittags 9 Uhr, anberaumt worden.
Kaufliebhaber werden daher eingeladen, ſich zu der beſtimmten Zeit in der oben genannten Hofraithe zu Fauerbach J. einzufinden, ihre Zahlungsfähigkeit nachzuweiſen und ſich der Eröffnung der Verkaufs- bedingungen zu gewärtigen.
Butzbach den 27. September 1842.
Großhzgl. Heſſ. Landgericht daſ. J. B. d. L
Calmberg. Bekanntmachung. (1331) Es iſt dahier ein grauer Eſel, an dem linken Auge ſchäl, ein Hengſt, herrnlos herumgelau⸗ fen und zur Verwahrung dem Wirth Peter Zimmer dahier übergeben worden. Der Eigenthümer kann denſelben gegen Bezahlung des Futtergeldes in
Empfang nehmen.
Nonnenroth den 9. Oktober 1842. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter
Metzger.
Bekanntmachung. (1332) Bei der heutigen Gemeinderathsſitzung wurden die, laut Voranſchlags fur 1842 zur Ab⸗ zahlung beſtimmten 100 fl. Partial⸗Schuldverſchrei⸗
Obliga 033) Bei 1 1 für 1847 1 ſſget Gemeinde unn rückzahlbar Ii. 1. 8. 20.
zu 500 u. 53. und 6 Ji. 97. zu 104 Es werden da ſhͤldverſchreituns ling guittirter“ garage bis zurn ahmen, indem e Zuſen mehr verg Utenſtadt a
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1 (a4) Die lib, jedoch in d Murienſchloſſer! A. d. M., Vor hahter öffentlich werden, was ich Kenvtnic bringe Verſteigetung w Marienſch
(1335) Freit, Uhr, ſollen die b derlichen Schief inſchlagt, auf huͤſteigert werd
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