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Intelligenzblatt
für die
Provinz Oberbheſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
M 83.
Mittwoch, den 19. Oktober
1842.
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Anfrage.
Schon manche der Oeffentlichkeit übergebene Ge⸗ genſtände ſind in dieſem Blatte verhandelt worden und es wäre zu wünſchen, daß auch darüber ſich von Sachverſtändigen ausgeſprochen wurde, ob es räthlich, wünſchenswerth und im Intereſſe der Com— munen liegt, daß, namentlich bei den iſolirt liegen— den, von fremdem Gebiet ganz umſchloſſenen, na— mentlich dem Kreis Friedberg angehörigen Orte, Güterveräußerungen unter freier Concurrenz— ſo daß nicht Gr. Heſſ. Orts- und Staatsbürger mit dieſen gleiches Recht genießen— abzuhalten ſind, oder ob eine Beſchränkung, wie z. B. in der Stadt Frankfurt, in welcher kein Ausländer Grundeigen— thum erwerben darf, vozuziehen wäre, und ob eine Beſchränkung der Art im Intereſſe der Gemeinden liegt.
Erwünſcht wäre es, wenn Leute vom Fach ſich hierüber ausſprächen.
V. im Oktober 1842. St.
Der Cornet und die engliſche Dogge.
Nach der Schlacht von Jena wurde ein preußi— ſcher Cornet mit vier Reitern von der Armee abge— ſchnitten. Sie kamen in ein Dorf und ſtiegen vor dem Pfarrhaus ab. Es war gegen Abend, und die Hausthür verſchloſſen. Aufgemacht, rief der Cornet mit Ungeſtümm oder die Thür geht in Stücke!— Wer iſt da? fragte der Pfarrer.—„Ins T— Namen aufgemacht oder das Donnerwetter“ u. ſ. w. Die andern Reiter verhielten ſich ſehr ruhig; ein Knecht machte endlich auf, und der achtzehnjahrige
Held fuhr fort ſeine Tapferkeit durch ſein grobes Benehmen zu beweiſen, weswegen der Sohn des Pfarrers auf eine Zuͤchtigung dachte, und ſie in fol⸗ gender Art ausführte.
Der Pfarrer hatte naͤmlich von einem zum Regl— ment zurückbeorderten Werber eine äußerſt ſchoͤne engliſche Dogge gekauft, die von ihrem vorigen Be— ſitzer dahin abgerichtet war, auf Transporten die angeworbenen Rekruten zu bewachen. Sein Herr durfte dieſem Hunde den Rekruten nur mit den Worten zeigen: Leo, ein Rekrut! nun konnte er ſicher darauf rechnen, daß der Angeworbene unter der muſterhafteſten Aufſicht war. Beſonders ließ das Thier Niemand aus der Stube, wenn über ihn ein— mal das ſchreckliche: Leo, ein Rekrut! ausgeſprochen war. Wollte ein ſolcher ihm Anvertrauter zur Thuͤre hinaus, ſo wurde er von ſeinem Aufſeher beim Rock— ſchoß ſanft zurückgefuͤhrt. Wiederholte er den Ver⸗ ſuch, ſo nahm der Hund ernſthaftere Masregeln; that er dieß mit Gewalt, ſo warf ihn der Hund auf die Erde, ſtellte ſich auf ſeine Bruſt und rief durch heftiges Brüllen den Herrn.
Oft ſchon hatten die muthwilligen Söhne des Pfarrers dieſen Spaß in der Geſindeſtube gemacht; mancher mußte Stunden lang warten, ehe Leo nach der Löſungsformel: laß paſſiren! dem Bewachten die Freiheit wieder gab.
Der Pfarrer ſtand mit den Reitern auf dem Hofe; ſein Sohn war im Zimmer allein mit dem Cornel, der ſich behaglich aufs Sopha warf, um zu warten, bis ſein Pferd vorgeführt wäre. Leo lag ganz ruhig hinter dem Ofen. Ohne daß der Cornet es bemerkte, zeigte der Pfarrersſohn auf den Offieier und ſagte leiſe, zum Hund gebückt: Leo, ein Rekrut!


