Ausgabe 
13.4.1842
 
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daß hier eine alte Römerſtätte zu ſuchen ſeyn müſſe. Dieſe Staͤtte lag, wie Jeder einſehen wird, der die Gegend kennt, ſehr günſtig, indem ſie an drei Sei⸗ ten eine natürliche Schutzwehr durch Waſſer und Sumpf hatte, und nur von Einer durch die Kunſt geſchützt zu werden brauchte. Dadurch wurden Mehrere auch vermocht, dieſe Stelle bei Inheiden fur eine von jenen Gränz⸗Caſtellen zu halten, womit die Römer ihre Reichsgränzen zu decken ſuchten. Was aber Schreiber dieſes daſelbſt ſah, überzeugte ihn, daß der Ort zwar geſchützt geweſen war, aber keineswegs ein Gränz⸗Poſten geweſen ſeyn könne. Dazu vermochten ihn zwei Gründe. Erſtlich ſind unter den aufgefundenen Gegenſtänden ſo viele, welche man bei einem Poſten der Art nicht leicht ſucht, ſondern die einen friedlichen und ſicheren Aufenthalt beweiſen, wie die Schalen von rother lemniſcher Erde, die vielen Münzen, die großen Ge⸗ fäße zum Aufbewahren flüſſiger Gegenſtände u. d. gl. Sodann kommt dazu noch ein anderer Umſtand, auf den wir unſere Leſer aufmerkſam machen müſſen. Etwas nördlich von der vorhin bezeichneten St elle auf der Mauer fängt bei der ſogenannten Unter⸗ Mühle an dem ſteilen Ufer der Horloff, etwa 300 Klafter ſuͤdlich von Hungen ein ſtarker Dop⸗ pelgraben mit Wall an, zieht über die graſſer Höhe weg, und läuft gegen 800 Klafter weit in einem Bogen zwiſchen Hungen und dem graſſer Hofe fort bis er in der Nähe des ſogenannten Thier⸗ garten Sees, wo wohl ehemals ein Sumpf mag geweſen ſeyn und deſſen Fläche an 50 bis 60 Morgen hält, ſich endigt, und zwar wieder an der Horloff. Dieſe Befeſtigungslinie iſt nur hier und da, beſonders am Tannenwäldchen durch die Cultur etwas unterbrochen, ſonſt aber wohl erhalten. Und während ſie die Eine Seite der Gegend ſchützte, war die andere durch das Flüßchen und ſeine ſteilen Ufer, beſonders aber durch ein Caſtell, welches wir da ſuchen, wo das Schloß zu Hungen ſteht, ge⸗ deckt. Daß jene Befeſtigung uralt ſeyn müſſe, fin⸗ det auch der Laie, denn man ſieht auf derſelben Reſte von großen alten Eichbäumen, die zur Er⸗ reichung ihrer Starke mehr als ein halbes Jahr tauſend nöthig gehabt haben müſſen. Eben ſolche ſtehen noch auf den alten hohen Wällen von Hungen. Alles führt uns auf die wahrſcheinliche Vermuthung, daß dieſe Befeſtigungslinie von den Römern ange legt worden ſeyn müſſe, daß die ganze Strecke Lan⸗ des zwiſchen der Horloff und jener graſſer Land wehr ein Standquartier für ein ganzes römiſches Heer war, welches die Beſtimmung hatte, die Ge⸗ gend rund umher gegen die Aufälle der Deutſchen zu ſchützen. So lange dasſelbe da ſtand, konnten unter ſeinem Schirm ſuͤdlich die Niederlaſſungen gedeihen, und zu einer ſolchen zählen wir eben die Stelle bei Inheiden. Die ſichere Lage des Caſtells bei Hungen wurde ſpäter zur Errichtung eines Schloſſes benutzt, das früher den Münzenbergern, dann den Falkenſteinern und ſpäter dem Hauſe Solms gehörte und an deſſen Seite ein Städtchen

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entſtand, das 1361 Stadtrechte erhalten haben ſoll.

Jene Befeſtigung aber diente ſeit Jahrhunderten zur

Gränze erſt zwiſchen den Häuſern Nidda und Fal⸗ kenſtein, dann zwiſchen Heſſen⸗Darmſtadt und Solms.

(Beſchluß folgt.)

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

Aufforderung. (404) Johann Henrich Sames von Dorfgill, geb. den 29. November 4764 und angeblich ſchon ſeit 60 Jahren abweſend, oder wer ihn beerben will, wird bedeutet, ſich binnen 3 Monaten bei Vermei⸗ dung des Ausſchluſſes von dem geringen mütterlichen

Nachlaß dahier anzumelden. Hungen den 17. März 1842.

Gr. Heſſ. Fürſtl. Solms. Landgericht

Hofmann.

Arbeits ⸗Verſteigerung.

(410) Die zur Erbauung einer Fluthſchleuße an dem Mühlwehre zu Büdesheim erforderlichen nach⸗ bezeichneten Arbeiten und Materiallieferungen ſollen Freitag den 15. April, Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle an die Wenigſtnehmenden in Ac⸗

cord gegeben werden: fl. kr. Maurerarbeit, voranſchlagt zu 302 59 Zimmerarbeit 43 18 Schloſſerarbeit 48 15

Lieferung und Bearbeitung von circa 3000 Cubik⸗ fuß Hauſteinen, 12 Cubikklafter Baſalt⸗ und Mauerſteinen, 2 55 Sand oder Kies und 70 Buͤtten Kalk. Friedberg am 29. März 1842. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Arbeits-Verſteigerung. (444) Freitag den 15. April l. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen bei Wirth C. Stüber zu Wölfersheim bei Friedberg die durch Erbauung einer neuen Pfarr⸗ ſcheuer zu Södel erforderlichen Bauarbeiten, als: 1) Maurerarbeit, voranſchlagt ohne Material zu

327 fl. 4 kr. 2) Steinhauerarbeit mit Material 115 3) Zimmerarbeit 678 19 4) Dachdeckerarbeit 249 28 5) Schreinerarbeit 59 24 6) Schloſſerarbeit 80 58 7) Glaſerarbeit 141 77 8) Weißbinderarbeit 43 16 9) Pflaſtrerarbeit 32 28

öffentlich an den Wenigſtnehmenden, unter den bet der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Be⸗ dingungen, vergeben werden. i

Hierbei wird bemerkt, daß gleichzeitig das An⸗ fahren der Steine, des Lehms und Sands, ſowie die Lieferung von 123 Bütten Kalk und 1200 Stück Backſteinen verſteigert wird.

ſowie k der Sti menden

Frie Fruch

(460) Uhr, ſoll Belershei Korn, 6 d. N. J Partie

ausgeſet

Hunz

0460 Abtahan erkannt