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Intelligenzblatt
fuͤr die Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen,
Kreiſe Friedberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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M29.
Mittwoch, den 13. April
1842.
W
Amtlicher Theil.
Das großherzoglich heſſiſche Landgericht Friedberg an die großh. Buͤrgermeiſter des Bezirks.
Betreffend:
Die Verpflichtung der Feldſchützen.
Da mit Rückſicht auf die Vorſchriften des mit dem 1. d. M. in Anwendung kommenden Feldſtraf⸗ geſetzes eine anderweite Verpflichtung der ſämmtlichen Feldſchüͤtzen des Bezirks erforderlich iſt, ſo ſind dieſelben alsbald anzuweiſen, zu dieſem Ende Mittwoch den 20. April d. J., Vormittags, hier zu erſcheinen.
Zu Vermeidung von Mißverſtändniſſen bemerken wir übrigens noch, daß dieſe Ladung nur den wirklichen Feldſchützen, nicht alſo den an einzelnen Orten noch nebenbei auf den Feldſchutz verpflichteten
Güterbeſitzern gilt. Friedberg den 9. April 1842.
Hofmann.
Umgebungen von Hungen. 1.
Die Umgebungen von Hungen ſind in geſchicht⸗ licher Hinſicht ſehr bedeutend. Beſonders iſt eine Stelle unweit des Dorfes Inheiden, welche ſchon ſeit mehr als hundert Jahren den Freunden des Alterthums Stoff zu Unterſuchungen abgab, und worüber wir den Leſern unſers Blattes heute einige Mittheilungen machen wollen.
Wenn man ſich von Inheiden nach dem graſſer Hofe wendet, welcher bekanntlich eine Beſitzung Sr. Exc. des Herrn Staatsminiſter Freiherrn du Thil iſt, ſo bemerkt man eine aus ſumpfigen Wieſen ſich erhebende Stelle, welche in der Gegend„auf der Mauer, bezeichnet wird. Das kommt wohl daher, weil ehemals hier Mauern ſtanden. Noch jetzt fin— det man, obgleich der Boden angebaut iſt, überall die Spuren von altem Mauerwerk, Mörtel und Mauerſteine, Backſteine und Scherben aller Art. Unterſucht man dieſelben genauer, ſo überzeugt man ſich, daß ſie römiſchen Urſprungs ſind. Fragt man aber ältere Perſonen, ſo wiſſen ſie ſich zu entſinnen, daß hier noch Mauern zu Tage ſtanden. Schreiber dieſes hat Briefe geleſen, welche der gelehrte Heu— ſinger, ehemals Rektor zu Laubach, im Jahr 1726
an den bekannten Profeſſor Liebknecht zu Gießen ſchrieb, und worin er ihm Nachricht gibt über meh⸗ rere römiſche Gegenſtände, welche man daſelbſt ge— funden, beſonders auch von einer Anzahl ſogenann⸗ ter Heidenköpfe, worunter man bekanntlich römiſche Münzen verſteht. Liebknecht machte davon ſpäter in einem beſonderen Werke öffentlichen Gebrauch. Unter den Gegenſtänden, die jener erwähnt, zeich⸗ neten ſich eine große Urne mit zwei Handhaben, mehrere Schalen von feiner rother Erde, wovon eine mit einem Stempel verſehen, und das kleine eherne Bild eines Stieres aus. In neueren Zeiten wurden wiederum Unterſuchungen daſelbſt angeſtellt, wie eine in Nr. 313 der großh. heſſiſchen Zeitung von 1837 von Herrn Pfarrer Eich mitgetheilte Nachricht beſagt. Der Ortsbürger Johannes Weber jun. hatte u. A. verſchiedene Todten⸗Urnen aufgefunden.
Solcher beſaß oder beſitzt Herr Pfarrer Eich ſechs nebſt einer beſchädigten Schaale. Mehrere zum Theil recht intereſſante Gefäße von daher beſitzt ferner Herr Rentmeiſter Krieck zu Utphe, und das Beßte kam, wie verſichert wurde, in die Hände Sr. Erl. des Herrn Grafen von Solms-Laubach.
Aus allem Dieſem konnte man mit Recht ſchließen,


