Jäger latein.
Das Waldhorn.
Wenn unſer Erzaͤhler beſonders guter Laune war, ſo ſprach er gern im Rococo⸗Styl, wozu er ein ſehr feierliches Geſicht machte.
Sr. Durchlaucht hatten auf der großen Jagd zwei Horniſten hinter die er Hohe poſtirt, welche zum Abend⸗Imbiß ein Duo bließen, ſo ſich gar herz⸗ haft vernehmen ließ, als ob ſie Einem vor Augen ſtünden— obzwar ſie doch eine gute halbe Stunde entfernt waren. Nachdem Sr. Durchlaucht Dero großes Wohlgefallen darob gegen meinen gnädigen Herrn hatten vermerken laſſen, vermeinten Ihro Ge⸗ ſtrengen, daß ich, Ihr Revierförſter, mit jenen gleich⸗ wohl kuͤhnlich um die Wett' zu blaſen mich unter⸗ finge, nicht allein in Betracht der Stärke, ſondern auch der Lieblichkeit des Tons. Als ich hierauf augenblicks vorbeſchieden und aufs Gewiſſen darum befragt ward, ſagte ich: Halten zu Gnaden, wenn mir einige Ruhe und Recreation gegönnt würde, ſo wollte ichs mit gutem Muthe wohl unternehmen. Seine Gnaden ließen mir nun von Ihrer Tafel etliche kräftige Stucke vorſetzen, auch einen guten Trunk dazu thun mit dem Bemerken, daß ich mich zu allererſt kräftiglichſt ſtärken ſolle. Ich hatte den beſten Willen, meines gnädigen Herrn Befehlen nach— zukommen, ob zwar man auch in der beſten Sache über das Rechte thun kann. Derewegen als ich nach der Mahlzeit mich zurecht geſtellt, den Arm in die Seite geſetzt, und in das Horn zu blaſen anhub, wickelt ſich das Ding auf, wie ein' Schneckennudel und wird dir ja, bei meiner Seel', ſo gerad wie ein Tannenbaum, worüber Sr. Durchlaucht und mein gnädiger Herr Ihre hohe Verwunderung nicht bergen mochten und wurde ich übrigens in Gnaden entlaſſen.
Berichtigung.
Die nach der in Nro. 86. d. Bl. enthaltenen Empfangs⸗ beſcheinigung durch die Vermittelung der Herren Lindheimer fuͤr die Brandbeſchädigten zu Steinbach verabreichte milde Gabe iſt nicht von der israelitiſchen Gemeinde dahier, ſondern von der israelitiſchen Gemeinde zu Großkarben eingegangen.
Friedberg den 9. Nov. 1842. Buß.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
N
Hofraithe-Verſteigerung. (1363) Montag den 5. Dezember l. J., Vormittags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die Hofraithe der Heinrich Hanſtein I. Wittwe, Nro. 271 und 272 bezeichnet, an der Kloſtergaſſe neben der Caſerne und Johann Kroner gelegen, beſtehend in Wohnhaus, Scheuer, Stall und Anbau, die ſogenannte Oelmühle, ſammt Gärtchen und Hofraithe⸗Grund, oͤffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Hofraithe eignet ſich beſonders zur Oekonomie und beſitzt zwei Miſt⸗
„ 392*.
höfe, der eine zwiſchen dem Hauſe, Stalle und der Oelmuͤhle, der andere zwiſchen dem Wohnhaus und der Scheuer. Friedberg den 24. October 1842. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter D. Fritz.
Verkauf getragener Montirungsſtücke und Magazins-Gegenſtände.
(1365) Mittwoch den 16. künftigen Monats, des Vormittags von 9 bis 12 und des Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, und an den folgenden Tagen zu glei⸗ cher Zeit, ſollen in hieſiger Cavallerie-Caſerne eine große Quantität getragener Montirungsſtücke, als: Mäntel, Collets, Spencer, Reithoſen mit und ohne Leder ꝛc. ſodann Reitzeug und Caſerne-Requiſiten ſowie eine Anzahl Teppiche meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigt werden.
Die Herrn Bürgermeiſter erſucht man daher, dies Vorhaben in den unterhabenden Gemeinden ge— eignet bekannt machen zu laſſen.
Butzbach den 23. Oktober 1842.
In höherem Auftrag
Cellarius, Unterquartiermeiſter.
Gläubigeraufforderung. (1401) Forderungen und ſonſtige Anſprüche an die mit der Rechtswohlthat des Geſetzes und In⸗ ventars angetretene Verlaſſenſchaft des Ghzgl. Pfar⸗ rers Unzer zu Obermörlen ſind binnen ſechs Wochen a dato bei dem Unterzeichneten anzuzeigen und zu begründen, widrigenfalls bei der Verfügung über den Nachlaß keine Rückſicht darauf genommen wer,
den wird. Gießen den 29. Oktober 1842.
Der Verlaſſenſchafts⸗Commiſſär
Reitz,
Gr. Hofger.⸗Secretär. Hofraithe-Verſteigerung. (1409) Montag den 21. November, Vormittags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die zum Nachlaß des Iſaae Limburger(Lehmann) gehörende ) Hofraithe, beſtehend in // Wohnhaus, Hinterban und Hofraum, ein Theil von der Hofraithe des F. Battenberg, an S. Lindheimer und Moſes Stern gelegen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Friedberg den 7. November 1842. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz.
Bekanntmachung. (1421) Sonntag den 23. Oktober d. J. iſt auf der Staatsſtraße zwiſchen Wetzlar und Rechtenbach eine bepackte, ſ. g. Frankfurter Kiſte gefunden wor⸗ den und kann vom Eigenthümer zu Katzenfurth bet Fuhrmann Karl Jacob in Empfang genommen wer⸗ den. Dieſes haben die Bürgermeiſter zur öffentli⸗ chen Kenntniß zu bringen.
Friedberg am 6. November 1842. Der Großh. Heſſ. Kreisrat Küchler.
in Ruth en 1 0 Rutben 17 aßmut % 40 Runde, Aten Gew Geheime
Gu t 1123) Auf die fe ſollen
n, 431 Rut 12 Müller, 0% d gu 6 199 Rut ling II. Afntlich meiſtdi ett werden. Friedberg
1 8 e 1(Ia) Mir Ur, sollen da ber eine/ 2 Rinder unt ſchwein, 5 E öffentlich mei berung bekan verſteigert wer Obererle In Auft
ö Be (1425) Die Pfarrers Unze keils theologi unter die Wer wer, Victor 4 ache Auflage dionslericons
Montag den


