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Intelligenzblatt
für die
Provinz Oberhbeſſen im Allgemeinen,
—
Kreiſe Friedberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Sonnabend, den 12. November
1842.
Oeffentliche Nachricht.
Es wird hierdurch zar öffentlichen Kenntniß gebracht, daß dermalen Einlagen jeder Größe in dem
Mathildenſtifte zu 3% aufgenommen werden. Friedberg am 7. November 1842.
Der Gr. Kreisrath als Präſident des Mathildenſtifts
Küche fer.
Miscellen. (Aus der Schrift: Werdet gute Rechner und Denker.) B. Erziehungslehren.
1. Wenn Eltern ihren Kindern geſtatten, daß ſie grob und unbillig ſein dürfen gegen fremde Leute, werden ſolche Kinder ſich nicht bald umwenden und eben ſo grob und unbillig gegen ſie ſelbſt ſein?
2. Ein Kind ermorden, wie ſchrecklich! Aber junge Leute Böſes lehren, iſt dies nicht noch ſchreck— licher? Wer kann den Schaden berechnen, der auf mehrere Generationen hinaus dadurch angerichtet werden kann?
3. Wenn Kinder gut erzogen, zu einer einfachen Lebensart, zum Fleiß, zur Ordnung, zur Sparſam— keit, zur Redlichkeit und Menſchenfreundlichkeit ge⸗ wöhnt werden— iſt ihnen dies nicht weit nützlicher, als das größte Erbgut?
4. Was iſt angenehmer und ruͤhmlicher, weißes Bettelbrot genießen oder ſelbſt verdientes ſchwarzes Brot und ungeſchmelzte Suppen eſſen oder das Schmalz dazu ſtehlen? Wohlleben und Schulden machen, oder ſich abbrechen und Etwas erwerben? — in der Jugend ſchwelgen und im Alter darben, oder in der Jugend ſich abhärten und im Alter ge— ehrt ſein?
5. Wer für kleine Wohlthaten nicht dankbar iſt, wird er dankbarer ſein für größere?— Wer die Eltern nicht ehrt, die er ſieht: wie wird er Gott ehren, den er nicht ſieht? Wer Gott nicht getreu
iſt, wird er den Menſchen getreu ſein? Wer die— jenigen Menſchen nicht liebt, die ihm am nächſten ſind, wie wird er die entfernteren lieben?
6. Eine einzige gefahrvolle Stunde, worin eine Jungfrau ihre Tugend wohl bewacht und ihre Un⸗ ſchuld behauptet hat, verſüßt ihr viele tauſend nach— folgende, verſchönert ihren ganzen Lebenslauf und gibt ihr ein Uebergewicht über alle ähnliche Ver⸗ ſuchungen; wird ſie nicht ſo lange ſie lebt, ſich der— ſelben mit Vergnügen erinnern?
7. Der reichſte Kapitaliſt iſt ein Herr von vie— len Pfennigen und Hellern; das ſchönſte Gemälde beſteht aus lauter einzelnen Pinſelſtrichen; und der edelſte beſte Menſch— iſt er es anders geworden, als durch lang anhaltende Uebung und Treue in den alltäglichen und gemeinſten Pflichten?
8. Unter hundert laſterhaft gewordenen Men⸗ ſchen mögen wohl mehr als neunzig ſein, die es da— durch geworden ſind, daß ſie ſich in ihrer Jugend nicht an ordentliche Arbeit gewöhnten.
9. Die ganze Welt iſt eine große Schule und alle Menſchen in der Welt ſind in der Schule der Erfahrung, wo ſie Weisheit lernen ſollen. Wenn dieſe große Schule zu Ende iſt, ſo führt Gott alle Menſchen, als ſeine Schuler, vor Gericht und for— dert Rechenſchaft von ihnen. Wer daher ſeine Lehr⸗ zeit nicht gut anwendet, wird der nicht ſchlecht be— ſtehen?


